Endurowandern in den Pyren├Ąen

So, endlich geht es nun los! Mit Auto und Anh├Ąnger mit zwei Enduros drauf geht es durch Frankreich, erstmal bis Toulouse. Hier treffen wir Andreas und Rapha, die schon vorgefahren sind. Wir schaffen es gerade rechtzeitig zum Fussballspiel. In der N├Ąhe des Campingplatzes gibt es ein zur Fl├╝chtlingsunterkunft umfunktioniertes Hotel, wo wir uns das Spiel anschauen k├Ânnen. Zu der Zeit ist die Fussballwelt noch in Ordnung, Deutschland gewinnt das zweite Vorrundenspiel. Am n├Ąchsten Tag machen wir eine Wanderung in Spanien kurz hinter der Grenze. Es geht zu verschiedenen imposanten Wasserf├Ąllen in einer sehr sch├Ânen Bergwelt. Unser erster Eindruck von den Pyren├Ąen.

Am Sonntag nachmittag erreichen wir dann unser Basislager in Isabena. Genaugenommen hei├čt der Ort La Puebla de Roda, wo wir unsere kleine Holzh├╝tte f├╝r die n├Ąchsten knapp 2 Wochen beziehen. Hier gibt es ein Restaurant, einen gro├čen Swimmingpool und jede Menge andere Motorradfahrer, darunter auch einige Endurofahrer. Rapha leiht sich hier eine 250er Yamaha aus, Andreas und ich nehmen die eigenen Maschinen.

Nach dem Fr├╝hst├╝cksbuffet packen wir unser Zeug f├╝r einige Tage Endurowandern. Wir wollen von Isabena nach Westen in Richtung Atlantik, aber das ist ein weiter Weg. Die von mir geplante Route ist bereits im Navi. Mal sehen, ob wir da auch ├╝berall fahren d├╝rfen. Nach Verabschiedung von den M├Ądels und Besuch bei der Dorftankstelle geht es dann endlich los, es ist schon fast 11 Uhr!


Wochenendausflug in die Ardennen


Aus dem langen Wochenende im Mai wird leider nur ein kurzer Trip von 2 Tagen. Das Wetter ist einfach zu nass und unbest├Ąndig. Aber die 2 Tage sind dann super! Von Stuttgart geht es quer durch den Nordschwarzwald in die Nordvogesen und dann immer an der Grenze Frankreich/Belgien entlang. Vorbei an Thionville fahre ich am ersten Tag bis Charleville-Mezieres, wo ich auf dem Campingplatz ├╝bernachte. Nach den 500 km bleibt noch genug Zeit f├╝r eine Stadtbesichtigung und ein leckeres Essen im “EFES”, einem kleinen, aber feinen t├╝rkischen Restaurant.

Am n├Ąchsten Morgen fahre ich erstmal eine Tour durch den parc naturel regional des Ardennes und noch ein kleines St├╝ck nach Belgien rein. Hier fliessen die beiden Fl├╝sse Maas und Semoy, die mich fast den ganzen Tag begleiten. Der R├╝ckweg f├╝hrt mich ├╝ber Verdun und durch den parc naturel regional de Lorraine. Das Navi f├╝hrt mich ├╝ber herrlich kleine Strassen durch malerische D├Ârfer. Hier gibt es fast keinen Verkehr. Vorbei geht es an Nancy weiter nach Hagenau im Elsass. Kurz vor der Rhein├╝berquerung gerate ich in die Ausl├Ąufer eines Gewitters und muss doch noch die Regenpelle dr├╝berziehen. Ab Baden-Baden geht es ├╝ber die Autobahn zur├╝ck, gegen 23 Uhr bin ich wieder zuhause. Heute waren es 700 km, das reicht dann auch…


Planung Sommerurlaub

Ende Juni geht es los, eine Tour mit Bergen, Beach und Bikes in den Pyren├Ąen. Der Campingplatz ist gebucht, nun arbeite ich noch an den Details der Tour. Vom Camping Isabena plane ich eine mehrt├Ągige Strecke bis zum Atlantik. Die Route soll zum gr├Â├čten Teil ├╝ber Schotter gehen und immer auf der S├╝dseite der Berge verlaufen. Erst am Ende wird die Grenze nach Frankreich ├╝berquert. Als Vorlage f├╝r die Routenplanung nehme ich die Transpirinaica, eine Mountainbikestrecke vom Mittelmeer zum Atlantik. Ich hoffe, dass wir unterwegs nicht auf allzu viele Verbotsschilder treffen, so dass Umwege ├╝ber die Strasse erforderlich werden. Verschiedene vorliegende Tracks werden in Routen umgewandelt und dann noch ein wenig im Editor bearbeitet, so dass mein Garmin damit auch zurechtkommt. Die OSM Karten sind routingf├Ąhig und routen auch ├╝ber den kleinsten Feldweg, perfekt! Ich werde vom Erfolg (hoffentlich!) berichten.

Jetzt bekommt die Suzi noch neue Reifen, diesmal hinten und vorne Michelin AC10. CHECK.
Der Luftfilter muss auch noch gereinigt werden. CHECK.
Heute Kette gereinigt, gepr├╝ft, ge├Âlt. CHECK.
Verschlei├č Ritzel gepr├╝ft. CHECK.
Schalthebel etwas gebogen und h├Âhergestellt. CHECK.

Zeit f├╝r eine Probefahrt mit den neuen Reifen. Hoppla, bei Geschwindigkeiten oberhalb 90 km/h schaukelt sie sich ganz sch├Ân auf. Ob das nur am Profil des Vorderreifens liegt oder auch an dem schweren 4 mm Schlauch vorne? Ich muss das nochmal mit anderem Reifendruck probieren.

UPDATE: Mit 1,25 bar vorne ist es etwas besser. Gewichtsverlagerung nach hinten hilft auf jeden Fall, also kann das erstmal so bleiben. Zum Schluss gibt es noch eine neue Batterie. Die alte hat genau eine Saison gehalten. Ich habe meinen freundlichen Suzuki H├Ąndler davon ├╝berzeugt, dass das nicht normal ist und eine neue auf Kulanz bekommen. Die Messung der Ladespannung zeigt keine Auff├Ąlligkeiten: 14,2-14,3 Volt im Leerlauf, bei h├Âheren Drehzahlen abnehmend bis 14,1 Volt. Morgen wird der Anh├Ąnger geholt und dann geht es loooooos!


Istrien Enduro 2017

Die diesj├Ąhrige Enduro Herbsttour f├╝hrt nach Istrien (Kroatien). Nach einigem hin und her wegen des Motorradtransports klappt es schlie├člich doch. Da ich aktuell kein Fahrzeug mit Anh├Ąngerkupplung habe, bin ich auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen.

Nachdem Teilnehmer und Fahrzeuge feststehen, k├Ânnen wir die Unterkunft buchen. Es soll noch einmal nach Draguc gehen, wo einige bereits im Juni (bei einer Bullenhitze) waren und noch weiteres Enduropotential ausgemacht haben.

Draguc ist ein kleines, auf einem Bergr├╝cken gelegenes Dorf in Istrien in der N├Ąhe des Jezero Butoniga. Von hier aus kann man Touren aller Schwierigkeitsgrade in alle Himmelsrichtungen unternehmen.

Wir sind diesmal zu sechst, alle aus dem Endurowander Forum. Unter Endurowandern versteht ja bekanntlich jeder etwas anderes. Alter, Fahrk├Ânnen und Erwartungen an den Urlaub sind nicht unbedingt bei allen gleich.

Ob das gutgehen kann? Um es vorwegzunehmen: Ja, es hat ganz gut gepasst und wir waren oft alle zusammen unterwegs und hatten sehr viel Spass dabei. Nat├╝rlich hat auch mal jemand ausgesetzt oder es haben sich zwei Teams gebildet, weil verschiedene Ziele angesteuert werden sollten.

Bereits vor unserer Ankunft war das Wetter recht nass, so da├č wir mit rutschigen Verh├Ąltnissen rechnen m├╝ssen. Unsere erste Tour am Sonntag f├╝hrt dann auch voll in den Matsch. Vorbei an einem Weinberg geht es auf einem schr├Ągen Weg durch kn├Âcheltiefem Matsch nach unten. Dort legen viele erstmal das Moped hin. Selbst bergab schieben ist nicht m├Âglich, da der Schlamm die R├Ąder blockiert und auch an den Stiefeln sofort festklebt.

Auch die Auffahrt auf der anderen Seite war nicht ohne. Wir rutschen und schlingern den Berg rauf. Hier zeigt sich, wer es wirklich kann und wer noch genug Stollen auf den Reifen hat. Am Nachmittag wird es dann fahrbarer, als wir durch ein Tal mit mehreren tiefen Flussquerungen nach Buzet fahren. Die Hauptstrasse zur├╝ck nach Draguc ist wegen eines Bergrennens gesperrt, also fahren wir ├╝ber kleine Nebenstr├Ąschen ├╝ber Vrc zur├╝ck. Abends ist Grillen am Pool angesagt.

Montag. Ich beschliesse, mein am Vortag etwas l├Ądiertes Bein zu schonen und unternehme allein einen Ausflug nach Motovun. Das alte St├Ądtchen liegt sehr malerisch auf einem Berg. Ich fahre vorbei am Parkplatz rauf auf den Berg und unternehme einen kleinen Rundgang zu Fu├č.

Tolle Restaurants mit Fernblick, viele Touristen. Hier ist Tr├╝ffel-Land, fast alle Gerichte werden mit Tr├╝ffeln angeboten. Am Fu├č des Berges beginnt eine Schotterstrecke, die ich bereits vorher aufs Navi kopiert habe. Die alte Bahnstrecke verl├Ąuft zun├Ąchst einfach und flach. Ich komme durch einen alten Bahnhof und ├╝ber ein Steinviadukt in sch├Âner Landschaft. Sp├Ąter verlasse ich die Bahnstrecke und die Route verl├Ąuft ├╝ber Felder und durch den Wald. Jetzt wird es fahrerisch interessanter mit engen Kurven, Anstiegen und vielen Steinen. Das letzte St├╝ck ist nicht mehr fahrbar, es f├╝hrt wieder durch tiefen Schlamm zwischen Weinbergen, deja vu.

Zur├╝ck in Motovun treffe ich ich den Rest der Truppe und wir trinken ein Pausenbier. Zur├╝ck nach Draguc geht es heute wieder ├╝ber meine Lieblingsstrecke bei Vrh. Bereits am Abend beginnt es wieder zu regnen.

Der Dienstag wird zum Pausentag deklariert. Bei dem Dauerregen will niemand fahren. Also bleiben wir mal einen Tag zuhause, sortieren Fotos, schreiben Emails, kochen was Leckeres, schauen Videos…

Am Mittwoch sieht es schon wieder besser aus, allerdings noch sehr grau ohne Sonne. Erstmal fahren wir alle zu einer Crossstrecke, die wir am Vortag entdeckt haben. Ein paar Runden dort sind ideal zum Aufw├Ąrmen am Morgen. Weiter geht es eine Schotterpiste ins Tal runter und ├╝ber Wiesenwege zur├╝ck nach Hause. Am Nachmittag sind wir zu dritt unterwegs und nehmen eine sehr enge Piste durch den Wald zur Autobahn runter. Von dort geht es ├╝ber Wiesen und Feldwege in ein gro├čes Waldgebiet. Rechtzeitig steige ich aus und fahre eine andere Route, bevor es dann wirklich f├╝r die beiden zu einer neuen Schlammschlacht wird.

Ich finde eine andere Strecke durch den Wald. Auch diese ist noch sehr nass und einmal saufe ich in einer riesigen Pf├╝tze ab. Trotz viel Wasser und Dreck wird es ein sehr sch├Âner Fahrtag.

Der Donnerstag verspricht endlich wieder Sonne und w├Ąrmeres Wetter. Zu viert wollen wir wir heute an die K├╝ste nach Porec fahren. Wir versuchen, auf m├Âglichst kleinen Wegen durch den Wald und ├╝ber die Felder ans Ziel zu gelangen. Das gelingt auch ganz gut bis einige Kilometer bevor wir die K├╝ste erreichen. Im Vergleich zum fast ausgestorbenen Draguc ist das hier schon eine andere Welt. Wir trinken in einem Cafe erstmal ein Bier und laufen dann zum Hafen runter. Dort gibts leckere Cevapcici zum Mittagessen.

Die anderen wollen schon zur├╝ck, ich bleibe noch ein wenig in Porec und schau mir die Altstadt an. Hier ist abends bestimmt viel los. Es gibt eine Menge gem├╝tlicher Kneipen und Cafes. Nach etwa einer Stunde wird es mir zu l├Ąstig, in den Endurostiefeln mit den Klamotten und Helm im Arm durch die Stadt zu laufen, und ich mache mich auf den R├╝ckweg. ├ťber Motovun geht es ├╝ber die Strasse zur├╝ck nach Draguc.

Auch am Freitag spielt das Wetter wieder perfekt mit und gleich nach dem Fr├╝hst├╝ck geht es los. ├ťber Schotter- und Wiesenwege fahren wir Richtung Hum und dann durch ein Waldst├╝ck weiter nach Buzet. Viele Steine und ein querliegender Baumstamm machen diesen Abschnitt interessant. In Buzet machen wir Pause in der Eisdiele. Am sp├Ąten Nachmittag werden die Bikes auf den H├Ąnger geladen, da es am Samstag leider schon wieder nach Hause geht. Zum Abschluss fahren wir am Abend ein paar Orte weiter und gehen alle zusammen in der Konoba Volte essen.


Fazit: Eine Woche Endurofahren mit Basislager ist keine schlechte Sache. Man muss sich nicht st├Ąndig um eine Unterkunft k├╝mmern und ist bei der Planung der Tagestouren relativ flexibel. Es gibt die verschiedensten Strecken in der n├Ąheren Umgebung, so da├č f├╝r jeden etwas dabei ist. Besonders f├╝r eine relativ gro├če Gruppe ist das sinnvoll. Allerdings kommt dabei das Gef├╝hl einer richtigen Motorradreise nicht auf. Dabei liegt der Reiz eben darin, da├č man morgens oft noch nicht wei├č, wo man abends schlafen wird und die Strecke spontan geplant wird. F├╝r die n├Ąchste Tour werde ich mir vielleicht noch ein kleineres Zelt kaufen um damit noch unabh├Ąngiger zu sein.

Einige Fotos stammen von Peter und Harry.


Alpentour GS

Die diesj├Ąhrige Sommertour mit Andreas und Rapha wir erstmals eine richtige GS-Tour. Wir sind alle drei mit einer GS unterwegs (2x F800 und meine R1100) und wir fahren Strasse und auch einige l├Ąngere Gel├Ąndestrecken. Dazu sp├Ąter. Los gehts am Sonntag fr├╝h ├╝ber die Autobahn A5 bis kurz vor Basel, dann beginnt eine sch├Âne ├ťberlandstrecke durch den Schweizer Jura. Eine liebliche Landschaft mit sanften H├╝geln und vielen Seen und kleinen Ortschaften. Am Anfang spielt das Wetter noch prima mit, aber auf den letzten Kilometern der sch├Ânen Nebenstrecke, ungef├Ąhr auf der H├Âhe von Genf, geraten wir in ein heftiges Unwetter. Gut, wenn man Regensachen dabei hat und diese auch rechtzeitig anzieht. Bei Andreas und Rapha endete der Tag ziemlich nass und kalt. Immerhin haben wir das geplante Ziel Annecy erreicht und dort ein billiges Zimmer in so einem “Premiere Class” Hotel gefunden, naja. Das Highlight war aber der Buffalo Grill direkt nebenan, das gute Abendessen war gesichert.

Am Montag Morgen zun├Ąchst Stadtbesichtigung Annecy bei sch├Ânstem Sonnenschein. Weiter gehts durch den parc naturel regional du massif des Bauges zum Col du Galibier. Diese Strecke sind wir schon vor zwei Jahren gefahren, sie ist Teil der Route des Grandes Alpes. Am Ende der langen Abfahrt erreichen wir Briancon, wo wir uns schon einen Campingplatz ausgesucht haben. Die abendliche Wanderung in die Stadt ist ganz nett, aber Briancon hat irgendwie Montag abends nicht viel zu bieten.

Der Dienstag soll uns nun endlich abseits der geteerten Strassen bringen. Dazu fahren wir ├╝ber den col du Montgenevre nach Italien r├╝ber und weiter bis Meana di Susa. Von hier geht die Tour ├╝ber den Finestre los. Eine kleine, asphaltierte Strasse schl├Ąngelt sich in engen Kehren den Berg hoch. Weiter oben geht es dann auf einer Schotterpiste weiter, bevor man auf der Assietta Kammstrasse weiterfahren kann, was wir trotz einsetzendem Regen tun. Die Piste ist hier relativ steinig, daher geht es auch bei dem Regen noch ganz gut zu fahren. Wir machen Mittagsrast im Rifugio Casa Assietta, wo wir ein einfaches Men├╝ mit K├Ąse, Fleisch und Polenta bekommen. Siehe da, nach dem Essen ist der Himmel wieder blau und die Wege trocknen ganz langsam wieder ab. Es gibt noch einige kleinere Matschl├Âcher, die stellen aber keine wirklichen Probleme dar. Nach einiger Zeit erreichen wir das Nordende von Sestriere, von wo es dann wieder auf der Strasse weitergeht. Vor Turin halten wir uns n├Ârdlich und fahren heute noch bis Lanzo Torinese, wo wir mit Hilfe des Navi und einigen Fehlversuchen einen gut versteckten Campingplatz finden.

Fazit: Die Assietta geh├Ârt eher zu den einfacheren Strecken, die man auch gut mit einer schweren Reiseenduro befahren kann. Selbst bei Regen war das heute gut machbar und hat viel Spa├č gemacht. Zu den Einschr├Ąnkungen siehe Text in der Box. Die S├╝dseite des Finestre muss dann eben nochmal bei besserem Wetter gefahren werden, dann lohnen sich auch die unten beschriebenen Besichtigungen der Festungsanlagen.

├ťber den Colle delle Finestre f├╝hrt eine Verbindung zwischen Susa (N) und dem Ort Depot bei Fenestrelle (S) bzw. Pourri├Ęres (SW). S├╝dlich des Scheitels, an der Pian dellÔÇÖ Alpe, liegt der Osteinstieg der Assietta-Kammstra├če (AKS). Als Befahrungsrichtung empfiehlt sich der Weg von N nach S: W├Ąhrend die S├╝drampe zwar schmal, aber komplett asphaltiert ist, erwarten den Motorradfahrer auf der Nordrampe nicht nur unz├Ąhligen Kehren, sondern auch Schotter. Mit ein wenig ├ťbung ist diese Strecke aber auch mit Tourern problemlos zu fahren. Bei feuchtem Wetter sollte man allerdings vorsichtig sein: Der Untergrund wird bei N├Ąsse streckenweise sehr rutschig.

Auf der S├╝dseite passiert man einige interessante Befestigungsanlagen, deren Zugang allerdings meist versperrt ist. Aber auch von der Stra├če her bieten sich interessante Einblicke in die milit├Ąrische Geschichte und die Baukunst vergangener Jahrhunderte. Das weitaus interessanteste Bauwerk ist die gewaltige Anlage des Forte di Fenestrelle, die sich vom Talboden aus ├╝ber ca. 3 km am S├╝dhang des Valle del Chisone hinaufzieht und dabei knapp 600 m H├Âhenunterschied ├╝berwindet. Die gewaltige Anlage, die zu den gr├Â├čten Festungsbauwerken in den Alpen z├Ąhlt, besteht eigentlich aus drei baulich miteinander verbundenen Festungen (San Carlo, Tre Denti und Delle Valli) und umfasst eine bebaute Fl├Ąche von 1,3 km┬▓. Die in 122 Jahren Bauzeit (1728 – 1850) errichtete und heute zum Teil restaurierte Anlage ist vom Tal aus zug├Ąnglich. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, aber man sollte daf├╝r einige Stunden einplanen ÔÇô und sich auf die insgesamt 3996 Stufen der ┬╗Scala Coperta┬ź einstellen, die die Teile der Anlage miteinander verbindet.

Der Colle dellÔÇÖAssietta liegt an der Assietta-Kammstra├če (AKS). Die Via dell Assietta (SP.173), die, von Pian dellÔÇÖAlpe an der S├╝drampe des Colle delle Finestre kommend, best├Ąndig an H├Âhe gewinnt, erreicht hier das Niveau des Kamms und setzt sich nach SW mit nur geringen H├Âhenunterschieden bis zum Colle Basset fort. In ihrem Verlauf bietet die AKS herrliche Aussichten auf das Pelvoux-Massiv, den Mont Chaberton sowie hinunter ins Chisone-Tal.
Am Scheitel zweigt nach Osten die gesperrte Strada del Gran Serin zum Gipfelfort auf dem Gran Serin (ca. 2 km) ab.

Aktuell sind f├╝r Finestre und AKS w├Ąhrend der Ferienmonate Juli und August Fahrverbote am Mittwoch und Samstag zwischen 9 und 17 Uhr in Kraft. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie ├ťberholverbot und Halteverbot au├čerhalb der Parkfl├Ąchen.

Quelle: alpenrouten.de

Der heutige Mittwoch geh├Ârt steckentechnisch nicht zu den Highlights. Wir fahren ├╝ber viele Nebenstecken weiter Richtung Lago Maggiore. Dabei gibte es auch einige tolle Abschnitte, aber leider auch sehr viel Tempo 30 in Ortschaften. Ab Meina geht es am Seeufer des Lago Maggiore entlang bis zum Campingplatz Conca d’Oro in Feriolo. Hier gibt es erstmal ein erfrischendes Bad im See. Unser Zeltplatz liegt direkt am Strand. Da die beiden nicht so recht wissen, ob sie abends essen gehen wollen und schon wieder jede Menge Zeug eingekauft haben, gehe ich alleine los in den Ort und genehmige mir eine riesige Pizza und zwei gro├če Bier in einem netten Restaurant am See. Perfekt nach einem sehr warmen Sommertag.

Donnerstag. Nach kurzer Lagebesprechung beim Fr├╝hst├╝ck steht fest: Ich werde alleine weiterfahren. Andreas und Rapha sind nach den letzten Tagen etwas erholungsbed├╝rftig und irgendwie nicht mehr sehr motiviert, die geplante Strecke noch ganz zu fahren. Und die manchmal etwas tr├Âdelige Fahrweise der beiden tr├Ągt auch zu meiner Entscheidung bei. Mir sind das Stilfserjoch und die sch├Âne Strecke am Arlberg wichtig und ich m├Âchte auf keinen Fall ├╝ber die Schweiz und Autobahn nach Hause fahren, was wohl jeder versteht. Gegen zehn Uhr bin ich wieder on the road und nehme als erstes die F├Ąhre nach Laveno-Mombello r├╝ber, das spart richtig Zeit. Von dort gehts ├╝ber Ponte Tresa ein St├╝ck durch die Schweiz. Der Verkehr in Lugano ist etwas nervig und es ist mittlerweile richtig hei├č. Ein sehr sch├Ânes St├╝ck am Nordufer des Luganer Sees f├╝hrt bis Porlezza, wo ich (wieder in Italien) Mittagspause mache. Sp├Ąter noch ein paar Fotostops am Lago di Como und weiter in das extrem hei├če Tal von Sondrio. Mein Bordthermometer zeigt bis zu 37 Grad im Schatten an, nicht schlecht. Weiter oben wird es dann besser. Ich beschliesse, heute nur bis Bormio zu fahren, nachdem ich mal die Wetterlage im Internet gecheckt habe. Das Wetter soll bis morgen Mittag mindestens halten, das reicht f├╝r den Pass. Ich fahre eine Runde durch den Ort eine kleine Bergstrasse rauf f├╝r ein paar Fotos und dann wieder zur├╝ck zu einem Hostel (Ostelo Alpino), das ich bei der Einfahrt nach Bormio schon gesehen habe. Sehr gute Entscheidung, siehe die Fotos. Die ├ťbernachtung mit Top-Fr├╝hst├╝ck und Garage f├╝r die Q kostet mich 30,00 Euro. Nach dem extrem hei├čen Tag erstmal duschen und dann mit der Kamera bewaffnet in die Stadt zum erkunden und Abendessen. Bormio gef├Ąllt mir sehr gut. Die Lage am Talende zwischen hohen Bergen macht die Stadt ideal als Ausgangspunkt f├╝r Wanderungen, Mountainbiketouren und nat├╝rlich f├╝r Wintersport. Entsprechend gro├č ist das Angebot an Unterk├╝nften und Restaurants hier.


Das Wetter am Freitag morgen ist tats├Ąchlich perfekt. Nach einem ausgezeichneten Fr├╝hst├╝ck im Hostel sitze ich gegen neun Uhr wieder auf der Q und rolle durch den Ort Richtung Stelvio. Die ersten Kurven des Stilfser Jochs fahre ich hinter ein paar belgischen Harleys. Sp├Ąter noch ein paar Fotos und schon bald stehe ich auf der Passh├Âhe bei erfrischenden 9 Grad. Die Abfahrt auf der Nordostseite ins Vinschgau ist ein veritables Kurventraining. Die Spitzkehren reihen sich in kurzer Folge aneinander und schon bald bin ich im Flow… Es ist noch nicht viel los hier, das sieht dann am Wochenende bestimmt ganz anders aus. Da die Wetteraussichten nicht perfekt sind, entscheide ich mich f├╝r eine kleine Abk├╝rzung und nehme den Weg “linksrum” ├╝ber den Reschenpa├č nach ├ľsterreich. Kurz nach dem Reschensee beginnt es dann leicht zu regnen. Mehrere kleine Schauer begleiten mich nun durch die Berge ├ľsterreichs. Nach der sch├Ânen Arlbergstrecke f├Ąngt es dann auf der Strecke Lech-Warth richtig an zu regnen und ich mache erstmal Mittagspause am Ortseingang von Warth. Fr├╝her war ich hier oft zum Skifahren, aber auch im Sommer ist hier viel los. Weiter geht es ├╝ber den Hochtannbergpa├č und runter bis Bregenz. Ein St├╝ck entlang des Bodensees und ├╝ber kleine Nebenstrecken vorbei an Ravensburg. ├ťber Sonnenb├╝hl und Reutlingen erreiche ich am Abend wieder Ludwigsburg.

Vom Col du Galibier, der Assietta und vom Stilfser Joch gibt es auch Videoaufnahmen. Das Schneiden dauert aber noch ein wenig, das wird sp├Ąter mal hier hochgeladen.

Einen weiteren sch├Ânen Blog vom Piemont gibt es hier bei Rossi


Endurotour in Wolfach

Am vergangenen Wochenende habe ich eine Endurotour beim Biker Weekend in Wolfach im Schwarzwald mitgemacht. Gar nicht so einfach, dort einen Platz zu bekommen, aber es hat dann schlie├člich doch geklappt. Die wilde Endurotruppe f├Ąllt hier etwas aus dem Rahmen, ansonsten geht es bei dem Event etwas gem├Ąchlicher zu. Etwa 200 Motorradfahrer waren dieses Jahr angemeldet, davon fahren die meisten aber nur auf der Strasse. Donnerstag abend gabs ein heftiges Gewitter mit Wolkenbruch, also am Freitag beste Wegverh├Ąltnisse f├╝r unsere Tour :) Wenigstens war es nicht mehr so heiss, das braucht man beim Endurofahren nicht.

P├╝nktlich um halb neun gings los. F├╝r das Briefing sind wir erstmal auf einen Berg oberhalb von Wolfach gebrettert, wo die Tour dann startete. Dann ging es den ganzen Tag durch Wolfachs W├Ąlder rauf und runter, oft ├╝ber enge und steile Schleifwege. Dazu war es im Gras oft sehr rutschig, also musste man schon dosiert am Kabel ziehen. Unsere Gruppe war recht homogen und so konnten wir ohne viel Warterei z├╝gig durch den Wald donnern. Ein Traum, leider geht das nur mit viel Vorbereitung und diversen Sondergenehmigungen. Daf├╝r nochmal ein Dankesch├Ân an die Veranstalter. Abends haben wir den Tag dann bei Bier und Grillen im Schlosshof in Wolfach ausklingen lassen.

Fazit: Einer meiner bisher besten Endurotage mit viel Fun und neuen Erfahrungen. Die DR-Z hat sich tapfer geschlagen. Auch ohne richtige Stollen am Vorderrad bin ich ganz gut klargekommen.

 

 

 

 

 

 
Und jetzt kommt das Highlight: Von dieser Tour gibt es mein erstes Video. Hier nur eine Kurzfassung (11 Minuten) mit urheberrechtsfreier Musik. Aufl├Âsung: 1280 x 720.



Travel Event 2017


Hey, jetzt wird es aber mal wieder Zeit f├╝r ein paar neue Artikel im Blog. Die Saison hat l├Ąngst begonnen und ich war auch schon viel unterwegs. Das diesj├Ąhrige Travel Event bei Touratech war echt riesig. Die Strasse zwischen altem und neuem Standort war gesperrt und somit war noch mehr Platz f├╝r Aussteller und Besucher. Die Zeltwiese war wieder bis zum Horizont gef├╝llt mit Zelten und Bikes, viele alte und neue Bekannte waren vor Ort. Bis auf ein heftiges Gewitter am Freitag abend war das Wetter spitzenm├Ąssig mit Hitze und meist blauem Himmel. Neben den ├╝blichen Ausfahrten durch den Schwarzwald, Probefahrten, Endurotraining, Benzingespr├Ąchen, tollen Diavortr├Ągen und Filmen gab es dieses Jahr auch wieder die GS Challenge, die jetzt GS Trophy Qualifier heisst. Beim Finale am Samstag abend wurden von den besten 10 Teilnehmern die Teilnehmer der Trophy bestimmt. So war der Plan. Aufgrund eines Fehlers bei der Auswertung der 300 Teilnehmer muss das Finale allerdings wiederholt werden, um die ersten drei zu bestimmen, die dann in der Mongolei dabei sind.

Ich war dieses Jahr drei Tage dort und es war keine Minute langweilig. Die Tage beginnen mit einem guten und preiswerten Fr├╝hst├╝cksbuffet vom Catering und enden in der Regel sp├Ąt bei Gespr├Ąchen am Lagerfeuer. Die Tour mit unserem Guide “Bonsai” f├╝hrte uns ├╝ber kleine und kleinste Strassen steil bergauf und bergab durch den Schwarzwald.

Kleiner Ausblick auf das folgende Wochenende: Beim Biker Weekend in Wolfach wird eine ca. 120 km lange Offroad Endurotour angeboten.

Artikel dazu folgt.


Winterzeit – Bastelzeit

So, zwischen all den Touren auch mal wieder ein Technik-Artikel. Die BMW hatte im Fr├╝hjahr ihren Service und wurde dieses Jahr nicht auf ganz so gro├čen Touren bewegt, daher ist alles bestens.
Die Suzi hatte nach dem Kauf einige kleinere Erg├Ąnzungen bekommen, diese m├Âchte ich kurz vorstellen. Es gibt auch schon erste Erfahrungen.

Caseguards
Die Aluminiumscheiben werden einfach mit hitzefestem Silikonkleber (aus dem Baumarkt) auf die passenden Seiten des Motorgeh├Ąuses geklebt. Gut andr├╝cken und ausreichend trocknen lassen ist wichtig. H├Ąlt bombig, keinerlei Probleme damit bisher.

Bei ebay einfach nach case-guads oder case saver suchen, dann sollte man f├╝ndig werden.

 
Motorschutz
Ein vern├╝nftiger Motorschutz ist im Gel├Ąnde unverzichtbar, weil Suzuki ab Werk da praktisch nichts hat. Dieser sch├╝tzt Motor und Rahmen nicht nur vor Aufsetzern, sondern auch vor Schotterhagel und Steinschlag. Ich habe mich f├╝r den “Tigermoto” entschieden, Bezug ├╝ber GEFU-bike. Auf der linken Seite musste ich ein kleines St├╝ck wegs├Ągen, damit das Teil richtig passt und nicht vor das Geh├Ąuse dr├╝ckt. Nach der Montage f├Ąllt auf, das der Motorschutz ungewohnte Ger├Ąusche vom Motor abstrahlt. Aber man gew├Âhnt sich schnell dran und es h├Ąlt sich durchaus in Grenzen. Die verwendeten D├Ąmpfungsh├╝lsen helfen da auch nicht viel. Hat sich gut bew├Ąhrt und die Unterseite ist jetzt irgendwie nicht mehr so gl├Ąnzend wie nach der Montage…

K├╝hlerschutz
Der K├╝hlerschutz bewahrt den K├╝hler vor Undichtigkeit oder Totalschaden bei seitlichen Aufpr├Ąllen bzw. Umfallern im Gel├Ąnde. Da liegt schnell mal ein Stein an der falschen Stelle und der K├╝hler hat dem von Hause aus wenig entgegenzusetzen bei seitlicher Krafteinwirkung. Die Firma Unabiker in den USA liefert das Ding massgeschneidert f├╝r die DR-Z und die Montage ist problemlos. Bisher keine Probleme. Ob dadurch Schlimmeres verhindert wurde, l├Ąsst sich schwer einsch├Ątzen. In jedem Fall beim Fahren ein gutes Gef├╝hl.

Tooltube
TooltubeDie Befestigunsm├Âglichkeit hinten links ist ideal f├╝r die Montage einer Tooltube f├╝r Werkzeug. Alternativ passt da auch eine PET-Flasche oder SIGG-Flasche mit einem Liter Sprit rein. Meine erste Befestigung hat leider nicht lange gehalten. Ich habe jetzt jetzt einen Halter aus einem St├╝ck und aus dickerem Blech angefertigt. Unten sind noch zwei weitere Fotos davon.

Lade- und Fremdstartanschluss

Bei dem ganzen Theater mit der schlappen Batterie und den oft n├Âtigen Anschiebeaktionen hat sich der Anschluss in der hinteren Seitenverkleidung schon mehr als bew├Ąhrt. Ein dickes Kabel verbindet diesen direkt mit der Batterie, so dass ein Fremdstart problemlos m├Âglich ist. Es hat sich nun herausgestellt, dass der Stator in der Lichtmaschine einen Masseschluss hatte, jedenfalls zeitweise. Die Batterie wurde also nur sporadisch und unvorhersehbar geladen. Dabei hat die Gelbatterie irgendwann den Geist aufgegeben und aufladen mit dem Ladeger├Ąt hat auch nichts mehr gebracht. Nun ist Stator und Batterie neu und alles ist gut :)

Beide Motorr├Ąder haben wieder T├ťV, die neue Saison kann kommen…

Tooltube

Tooltube


Septembertour – Montenegro (2)

Irgendwann l├Ąsst der Regen schliesslich nach und wir verlassen das Cafe bei der Tankstelle. Wir fahren die Hauptstrasse nach Shkoder rein und machen dort noch einen kleinen Stop in der Stadt. In der N├Ąhe der Moschee gibt es sogar eine schicke Fussg├Ąngerzone mit vielen L├Ąden und Cafes. Meine Suzi ist wieder bockig und will nicht anspringen. Also wieder mal anschieben und weiter gehts. Wir fahren die sch├Âne kleine Strasse Richtung K├╝ste zur Grenze nach Montenegro. Hier war ich vor drei Jahren schon mit der BMW auf dem Weg in den Iran langgefahren. An viele Stellen erinnere ich mich noch gut. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Stadt Bar und fahren in den Sonnenuntergang zur K├╝ste runter. Wir finden ein Gebiet mit vielen Appartements und werden uns nach kurzer Verhandlung mit einem Eigent├╝mer einig. Unsere einfache Unterkunft mit Parkplatz im Hof kostet 8,50 ÔéČ je Person, das ist g├╝nstig f├╝r eine Stadt dieser Gr├Â├če. Wir essen direkt in der Nachbarschaft in einem Biergarten mit guter lokaler K├╝che. Danach folgt ein kleiner Spaziergang in die City, wo es erstaunlich gute Kneipen und Cafes gibt.

Direkt neben unserer Unterkunft gibt es eine B├Ąckerei, wo wir uns das Fr├╝hst├╝ck besorgen. Ein letztes gemeinsames Fr├╝hst├╝ck im Hof, dann verabschiede ich mich von den beiden und fahre allein weiter Richtung Dubrovnik. Ich finde eine sehr kleine Strasse von Bar direkt in die Berge rauf und beschliesse, heute mal nur solche “Backroads” durch die Berge zu fahren. Da ich noch genug Zeit habe, steuere ich f├╝r heute mal die Hauptstadt Podgorica an. Dabei komme ich bei Vippazar noch einmal ganz nah an den Shkoder Lake dran. Weiter geht es ├╝ber kleinste Strassen ganz um die Bucht herum, bis ich sp├Ąter auf die M23 sto├če. Mitten in den Bergen sehe ich ein kleines Schild “Honey Trails and Tales”.

Ich folge dem kleinen Weg f├╝r etwa 2 km und lande auf einem gro├čen Anwesen. Ich werde von einem netten Mann begr├╝├čt, der mir dann stolz seinen Weinbau und die Obstg├Ąrten zeigt. Ich probiere sehr viele von seinen 42 verschiedenen Traubensorten und nat├╝rlich auch verschiedene Schn├Ąpse, die er selber brennt. Wirklich gut! Am Ende kaufe ich noch ein Glas Honig und fahre sehr entspannt zu meiner Route zur├╝ck. Schon bald taucht Podgorica vor mir auf und ich beschliesse, trotz der noch fr├╝hen Uhrzeit mir ein Quartier zu suchen und die Stadt zu erkunden. Leichter gesagt als getan. Keine POI im Navi und ich finde auch keinerlei Schilder f├╝r Privatzimmer. In einem Wohngebiet auf einem kleinen H├╝gel halte ich an. So bekomm ich Suzi auch ohne fremde Hilfe auch wieder zum laufen. Als ich am Handy nach einer Unterkunft suchen will, bietet mir jemand an, doch sein privates WLAN zu nutzen. Perfekt.

Er arbeitet in der Kirche gegen├╝ber und schl├Ągt mir vor, im Garten der Kirche auf dem perfekten Rasen mein Zelt aufzuschlagen. Einen solchen Campingplatz hatte ich auch noch nicht. Aber ich schaue zum Himmel und lehne das nette Angebot lieber an. Der n├Ąchste Regen ist nicht mehr weit. Ich notiere mir die Adressen von 2 Hostels und fahre per Navi dorthin, finde aber nichts. Niemand kennt das Hostel, dabei ist es nicht weit weg. Die Strassennamen wurden wohl mal ge├Ąndert. Ich gebe aber nicht auf und finde es schliesslich doch. Das hat sich gelohnt, das Hostel in der Altstadt ist wirklich prima. Zu Fu├č kann ich von hier ├╝ber eine alte Steinbr├╝cke in die Neustadt gehen, die auf der anderen Seite eines kleinen Flusses liegt. Ich habe vorher auf meiner Motorradrunde durch die Stadt schon das Kneipenviertel entdeckt und verbringe dort nun einen netten Abend mit Pizza und einigen Bier.

Am n├Ąchsten Morgen gehe ich nochmal in die City, um meine Crosshose mal wieder reparieren zu lassen. Diesmal ist an der kritischen Stelle rechts ein langer Ri├č und ein paar kleine L├Âcher. Um 12 Uhr kann ich die Hose abholen, diesmal kostet es f├╝nf Euro. Perfekt. Die heutige Etappe ist nicht sehr lang. Es geht ├╝ber Cetinje um den Nationalpark Lovcen herum. Die Strasse P1 ist wieder ganz nach meinem Geschmack, aber leider beginnt es schon wieder zu regnen. Also Regenjacke an und durch. Auf die Bergstrecke bei Cekanje kann ich mich gerade noch durchmogeln, eigentlich ist die Strecke schon gesperrt. Ich vermute, es soll etwas gesprengt werden. Am anderen Ende der langen Baustelle (endlich wieder Schotter und Steine) versperren grosse Felsen den Autos den Weg. Kurz vor der Abfahrt ins Tal werde ich dann richtig nass und fl├╝chte mich sp├Ąter in Njegusi in ein Gasthaus. Dort ist Stromausfall und ich esse bei Kerzenschein im fast dunklen Raum.

Zum Abschied darf mich der Kellner anschieben und es folgt die Serpentinenstrecke runter nach Kotor. Dort ist mir zuviel Trubel und ich suche mir ein g├╝nstiges Nachtquartier in Risan. Zum Fr├╝hst├╝ck fahre ich nochmal zur├╝ck nach Pergast, wo es morgens noch sehr friedlich und ruhig ist. Von dort fahre ich meine letzte Etappe zur├╝ck zum Campingplatz in Mlini, wo ich Michal gerade noch beim Zeltabbau treffe. Die beiden waren gestern schon hier und fahren heute weiter nach Mostar. Meine Tour geht jetzt mit dem Auto weiter, entlang der wundersch├Ânen kroatischen K├╝ste zur├╝ck nach Hause.

Reise Infos

BAR
Pod Lozom Restaurant http://en.podlozom-bar.com Tel. +382 30 350 007, Ilino 6, 85000 Bar

PODGORICA
Hostel Montenegro tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Bar “Berlin” Njegoseva, 24, https://de-de.facebook.com/Cafe-Berlin-639643132804683/

RISAN
Apartmani Vikovic nette Eigent├╝mer, +382 69 233 270

MLINI (Kroatien)
Camping Kate Tupina 1, 20207 Mlini, Hrvatska, +385 20 487 006, http://www.campingkate.com, g├╝nstiger als in Dubrovnik


Septembertour – Albanien

An der n├Ârdlichen Grenze zu Albanien bei Gusinje bin ich der einzige, willkommene Gast. Der nette Grenzer kritzelt zun├Ąchst eine kleine Karte auf einen winzigen Zettel, wo ich in der N├Ąhe eine prima Unterkunft finden kann. Dann werden meine Daten aufgenommen und er w├╝nscht mir eine gute Reise. So m├╝sste es immer sein… Direkt hinter der Grenze h├Ârt der Asphalt auf und es folgt ein St├╝ck Schotterpiste.

Ich entscheide mich, trotz des drohenden Regens einen Abstecher ins Vermosh-Tal zu machen. Bis vor Kurzem gab es hier hoch noch keine richtige Strasse und die Welt ist hier quasi zu Ende. Hinter den hohen Bergen liegt die Grenze zu Montenegro, hier ist f├╝r die Enduro Schlu├č. Im gesamten Tal kommt mir nur ein Auto entgegen und ich treffe einen kleinen Jungen, der fragt, ob ich ein Hotel suche. Hinter dem kleinen, fast verlassenen Ortskern von Vermosh geht der Weg nach einigen Flu├čdurchfahrten praktisch im Flussbett weiter, bevor ich sp├Ąter einen feuchten Kieselweg durch den Wald erreiche. Als der Weg immer schmaler wird, kehre ich um und fahre zur├╝ck auf die Hauptstrecke Richtung Shkodra.

Als ich an einer Baustelle nach einem Erdrutsch warte, kommen von hinten Michal und David aus Tschechien dazu (BMW 1200 GS und KTM 990 Adv). Der Tag geht langsam zu Ende und wir suchen uns gemeinsam eine Unterkunft in Lepushe. Zuf├Ąllig ist es das Guesthouse, das auf meiner kleinen Spezialkarte gekritzelt ist. Dort bekommen wir auch ein Abendessen, aber vorher geht’s noch bei den letzten Sonnenstrahlen auf ein Bier in die Dorfkneipe.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck erreichen wir bald das Ende der Schotterstrecke und es geht auf einer nigelnagelneuen Strasse mit tollen Kurven und Kehren runter ins Tal und weiter Richtung Shkodra.

Der Plan ist, heute noch die s├╝dliche offroad Strecke bis nach Theth zu schaffen, da heute nach dem Regen in der Nacht wirklich mal gutes Wetter ist. Unterwegs mag die KTM nicht mehr anspringen und meine kleine Suzi mit der schwachen Batterie muss Starthilfe geben! Der Stecker und das kleine Kabel sind schon praktisch. Wir vertr├Âdeln dann einige Zeit damit, einen Aluminium-Schweisser f├╝r den Heckrahmen der KTM zu finden, aber das klappt nicht. Schliesslich lassen wir das gro├če Topcase an einer Tankstelle, um es morgen nach der Tour wieder abzuholen. Die S├╝drunde beginnt in Shkodra und vor dem Beginn der offroad Strecke halten wir noch an einer kleinen Bar zum Mittagessen.

Jetzt warten 55 km Schotter und Steine auf uns, unterbrochen von einigen sch├Ânen Aussichtspunkten ├╝ber die Bergwelt der albanischen Alpen. Ich beneide die beiden Jungs mit ihren schweren Reiseenduros nicht, zum Teil ist es wirklich Arbeit. Heute freue mich wirklich ├╝ber meine luftige Crosshose, die nun aber auf der rechten Seite schon wieder leichte Materialschw├Ąchen zeigt. Die Motorr├Ąder und wir halten tapfer durch und nach einer Flussdurchfahrt erreichen wir punkt 18 Uhr Theth und finden auch schnell ein sch├Ânes Quartier. Wenn man auf diesem Weg hierher kommt, hat man wirklich das Gef├╝hl, an einem der abgelegensten und unzug├Ąnglichsten Orte Europas zu sein. Daher sind wir ├╝ber die Anzahl von Gasth├Ąusern und Touristen doch etwas erstaunt. Wir treffen einige Wanderer und Overlander mit gr├Âsseren Trucks und Unimogs. ├ťber die Nordroute kann man Theth jetzt ├╝ber eine sehr gute Strasse erreichen, nur die letzten 16 km sind noch Schotter. Auch heute bekommen wir wieder ein Abendessen in unserer Unterkunft im Garten serviert, toll.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck in der w├Ąrmenden Morgensonne machen wir eine kleine Erkundungsrunde zu Fu├č und nehmen einen kalten Drink in einer kleinen Berg-Bar. Hier treffen wir die Studentin Carlotta, die am Vortag mit ihrem Rucksack die Bergroute von Valbona genommen hat und jetzt in Theth ankommt, Respekt! Wir fahren weiter zur├╝ck Richtung Shkodra, wo wir noch ein ├╝ppiges Mittagsmahl haben und David sein Topcase wieder montiert. Uns bleibt allen noch etwas Zeit f├╝r Albanien, so beschliessen wir, heute noch bis ans Meer zu fahren und dann weitere Pl├Ąne zu machen. Im Strandort Velpodje gibt es sogar einen Campingplatz, wo wir f├╝r 2 ÔéČ je Person ├╝bernachten k├Ânnen. Es ist noch warm und trocken, daher verzichten wir aufs Zelt.

Das war ein Fehler, gegen f├╝nf Uhr fr├╝h f├Ąngt es an zu regnen und es folgt ein heftiges Gewitter. Also schnell alles unter ein Vordach getragen und dort den Sonnenaufgang abgewartet. Wir trinken dann einen Kaffee im Strandcafe und weiter gehts. Wir wollen in den n├Ąchsten Ort Shengjin. Die k├╝rzeste Strecke dorthin f├╝hrt direkt ├╝ber den Strand, also los. Es geht 8 km ├╝ber teilweise festen, oft aber auch sehr lockeren und tiefen Sand. Jetzt ist Profil und Motorleistung alles! Mit dem Gewicht weit hinten heizen wir ├╝ber den fast menschenleeren Strand, der an einer Stelle nur etwa einen halben Meter breit ist. Die Suzi hat manchmal ein paar l├Ąngere Aussetzer, und ich sehe mich schon 4 km am Strand entlang schieben.

Aber sie h├Ąlt durch und sp├Ąter tritt das Ph├Ąnomen auch nicht mehr auf. In Shengjin fahren wir noch ein paar Kreise in den Sand und dann fahren wir wieder zur├╝ck Richtung Shkodra. Auf dem Weg gibts das n├Ąchste Gewitter und wir verbringen eine Stunde in einer Tankstelle im Cafe. Es klart irgendwann wieder auf und wir wollen heute noch die K├╝stenstadt Bar in Montenegro erreichen. Ob das klappt und was uns in Bar erwartet erfahrt ihr dann im n├Ąchsten Blogeintrag.

 



Reise Infos

VERMOSH / LEPUSHE
Bujtina Lepusha (Guesthouse) www.kelmend-shkrel.org Tel. +382 69 27 79 72, 15,00 ÔéČ inkl. Abendessen + Fr├╝hst├╝ck, auch Camping m├Âglich

THETH
Bujtina Harusha sch├Âner Garten, 20,00 ÔéČ inkl. Abendessen + Fr├╝hst├╝ck

VELPODJE
Campingplatz am Ortsende direkt an dem kleinen Fluss in einem kleinen W├Ąldchen, sehr g├╝nstig

GELD
Wechselkurs 1 ÔéČ = 135 LEK, ATM in Shkoder, oft Zahlung in Euro m├Âglich, z.B. Tanken, Unterkunft