Über Alpenpässe zum Gardasee

Nach der genialen Endurotour nach Montenegro wird es im Oktober nochmal Zeit für eine relaxte Herbst-Strassentour mit der besten Sozia der Welt und zwei weiteren Freunden. Der erste Tag geht über die Autobahn ins Allgäu und weiter über den Fernpass ins Inntal rüber. Wir fahren weiter ins Ötztal rauf und nehmen mal wieder das Timmelsjoch in Angriff.

Nach der Mautstation geht es noch ein gutes Stück weiter rauf bis zur Passhöhe auf 2509 Meter. Hier oben ist es schon ein wenig frischer, auch an diesem herrlichen, sonnigen Herbsttag. Wir nehmen uns ein wenig Zeit, um all die Ausblicke und auch die kleinen und großen Kunstwerke hier oben zu bestaunen. Danach geht es wieder in wärmere Gefilde, runter ins Passeier Tal. Jetzt ist es gar nicht mehr weit bis Meran-Völlan, wo wir in einer Pension zwei Zimmer reserviert haben. Nach einer Runde schwimmen im hauseigenen Pool geht es dann zu Fuß in ein wirklich gutes Restaurant gegenüber, wo wir den Tag bei Pizza und Bier ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen starten wir mit einem guten Frühstück und fahren zur nächsten Tanke in Meran. Die Strecke durchs Vinschgau ist heute am Sonntag ziemlich verstopft und wir haben einen heftigen Überhol-Marathon, bis wir endlich die Abzweigung zum Stilfser Joch erreichen. Erst noch nen Kaffee, dann geht es die endlosen Serpentinen rauf (siehe Titelfoto). Hier ist es zum Glück weniger voll und wir könnnen ohne viele Hindernisse den Paß raufdonnern. Oben dann wieder eine Pause mit Panorama, bevor wir uns von den beiden Mitfahrern verabschieden und alleine weiterfahren.

Viktoria und ich wollen heute noch möglichst weit Richtung Gardasee fahren. Auf der anderen Seite vom Stelvio geht es nun (nicht ganz so spektakulär) wieder runter bis Bormio. Im Ort biegen wir links ab zum Gavia-Pass. Hier beginnt für mich Neuland. Das kleine Sträschen geht durch sehr schöne Waldstücke und bietet auch tolle Kurven und immer wieder gute Ausblicke. Kurz vor der Passhöhe fahren wir durch eine baumlose, mondähnliche Landschaft. An dem Kriegsdenkmal halten wir für einen kurzen Fotostop.

Auch nach der Passhöhe bleibt die Strecke spektakulär. Viele Kurven, tolles Panorama, wenig Verkehr. In Ponte di Legno wechseln wir auf die SS42 und fahren über den Passo del Tonale. In Fucine sehen wir ein Schild “Camping” und bleiben spontan für die Nacht dort. Noch ein kleiner Spaziergang durch den Ort und dann ab zum Abendessen.


In der Nacht regnet es ein wenig, aber im Zelt ist es gemütlich warm und trocken. Morgens hat es dann aufgehört und wir beschliessen, weiterzufahren. Später geht es dann wieder los mit dem Regen und wir werfen die Regenklamotten drüber. Vorbei am Lago di Legro geht es schliesslich bergab durch den Tunnel zum Gardasee. Vorher haben wir schnell noch ein Hotelzimmer zum Schnäppchenpreis gebucht. In Torbole am Gardasee wartet in der Villa Emma ein Doppelzimmer für 35,00 € inkl. Frühstück auf uns. Wir sind schon früh am Nachmittag dort und schauen uns den restlichen Regen-Nachmittag von innen an.

Am Dienstag ist das Wetter planmäßig wieder absolut top. Wir machen heute einen Tag Motorradpause und unternehmen eine schöne Wanderung von Riva in die Berge. Über Pregasina geht es über die Berge nach Biacesa und dann einen anderen Weg wieder zurück. Ein Traum! Der nächste Tag ist für die Rückfahrt über Meran, Jaufenpass und Brenner bis nach Innsbruck angesagt. Hier stellen wir nochmal unser Zelt auf, bevor es dann wieder zurück nach Hause geht.


Magisches Montenegro – 5 Tage Endurowandern


Nun ist es Zeit für die zweite größere Tour mit der Suzi in diesem Jahr. Nach der super Tour in die Pyrenäen habe ich Lust auf mehr und möchte den Herbstbeginn nochmal für eine ähnliche Tour nutzen. Ich habe etwa 11 Tage Zeit dafür. Ich erinnere mich an die letzte Tour vor zwei Jahren, die mich nach Montenegro und Albanien führte. Dort gibt es noch viel zu entdecken und diesmal bin ich etwas besser vorbereitet.
Mit Auto und Anhänger ist das Ziel entspannt zu erreichen und ich kann mehr Klamotten und Werkzeug etc. mitnehmen. Mein Kombi bietet mir unterwegs auch eine bequeme und sehr flexible Übernachtung bei der Anreise. Ich entschließe mich für die etwas längere Strecke “hintenrum” über Ungarn und Serbien, weil ich Serbien noch nicht kenne und mal wieder etwas Neues kennenlernen möchte. Bis Wien finde ich auch leicht zwei nette Mitfahrer, so daß die Zeit wie im Fluge vergeht. Meine Route folgt von Wien weiter der Donau nach Budapest und Novi Sad. Am ersten Tag der Anreise schaffe ich es bis etwa nach Belgrad, wo ich auf einem Rastplatz an der Autobahn übernachte. Hier gibt es ein Mac Donalds, wo ich mein Frühstück mit Kreditkarte zahlen kann und auch kostenloses Wifi habe. Kurz hinter Belgrad verlasse ich die Autobahn sowie die Donau und es geht weiter über die gar nicht so schlechten Landstrassen. Ich fahre eine sehr schöne Stecke durch die serbischen Berge über Pozega und Uzice. Am späten Nachmittag erreiche ich mein Basislager in Kolasin/Montenegro. In der Privatunterkunft war ich schon vor zwei Jahren. Ich kann Auto und Anhänger wieder im Garten parken und auch für die nächsten Tage dort stehen lassen, wenn ich unterwegs bin.

Tag 1

Von Kolasin aus will ich in die von mir geplante Mountainbikerunde einsteigen. Was mit dem Mountainbike geht, sollte auch mit der kleinen Enduro machbar sein, sofern es keine Tragestrecken dabei gibt. Mal sehen… Nach dem Packen der Klamotten aufs Motorrad und in den Rucksack komme ich gegen 10 Uhr endlich los. Zunächst geht es über eine ziemlich verdreckte und schlechte Strasse Richtung Süden. Hier baut eine chinesische Baufirma eine neue Strasse samt Brücken. Beim ersten Fotostop nach ca 30 km fällt mir auf, das hinten am Motorrad irgendwas anders aussieht. Hmm, war da nicht mal ein Kennzeichen dran? Die komplette selbstgebaute Halterung samt Rückstrahler ist weg, shit. Das wird zuhause wieder viel Arbeit. Ich fahre nochmal zurück in der Hoffnung, das Teil irgendwo zu finden. Fehlanzeige. Bei der Polizei in Kolasin bekomme ich ein schönes Schreiben, dass ich es offiziell verloren habe und wohl so weiterfahren darf. Also gut, zweiter Versuch, zum kleinen Bergsee direkt an der albanischen Grenze zu gelangen.

Nochmal durch die dreckige Baustelle, aber dann wird es echt schön, als es durch einen Wald rauf in die Berge des Komovi Gebirges geht. Vorbei am Katun Mokra über eine steinige Piste einen Pas rauf und steil wieder runter. Dann sieht man schon den See, wow. Ich verbringe hier ein wenig Zeit und geniesse aus mehreren Perspektiven. Absolute Ruhe hier oben, ich fühle mich wie am Ende der Welt. Oberhalb vom See sind ein paar Hütten, die im Sommer bewohnt sind. Jetzt sind nur wenige Menschen hier oben. Beim Weiterfahren winkt mir ein kleiner Junge zu, sonst treffe ich auf der ganzen Strecke niemand. Über die hohen Berge gibt es keinen fahrbaren Weg nach Albanien rüber. Dahinter liegt direkt das Vermosh Tal. Ich hatte den See schon vor zwei Jahren auf der Karte entdeckt und es war klar, dass ich jetzt hier hin muss.

Weiter geht es Richtung Westen, ich habe noch einige Kilometer heute zu machen bis Podgorica. Es folgt eine sehr steinige und kurvige Auffahrt mit vielen tollen Ausblicken. Die Landschaft ändert sich wieder und nach einiger Zeit gibt es wieder die ersten Bäume.

Einige Kilometer vor Podgorica wird das kleine Sträschen etwas breiter und es bietet sich ein guter Ausblick über die Ebene mit der Stadt und dem Shkodra Lake. Hier ist es schon wieder richtig warm, aber jetzt geht es über eine gut asphaltierte Strasse nochmal ein paar hindert Meter runter bis auf 50 m NN. Ich fahre zu dem mir schon bekannten Hostel in der Altstadt, wo ich das letzte Bett bekomme. Schnell raus aus den Klamotten, es ist wirklich heiß hier. Ohne den Umweg für die Nummernschildsuche waren es 100 km heute, davon aber auch einiges über Asphalt. Abends kann man noch im T-Shirt draußen sitzen und alle scheinen das auch zu tun, in der Stadt ist richtig was los. Am Uhrturm gibt es ein Restaurant (Pod Volat) mit großem Garten, wo ich sehr gut und preiswert esse. Auf der anderen Seite des kleinen Flüsschens Ribnica ist die Neustadt, wo ich in der Kneipenstrasse noch was trinken gehe.

 

 

 

 

 

 

Tag 2

Von Podgorica breche ich früh auf. Für heute habe ich kein Etappenziel, mal sehen, wie es läuft. Bis Danilovgrad ist die Strecke flach, von dort führt ein kleines Sträschen weit in die Berge rauf. Hier möchte ich wirklich nicht mit dem Mountainbike rauf müssen. Nach einigen Kilometern hört der Asphalt auf und es geht durch einen schönen Wald. Ich komme an einem weiteren Katun und an einem Bergsee vorbei. Die Piste wechselt immer zwischen Stein, Schotter und Gras, alles ganz gut fahrbar.
Weiter führt meine Route über ein Hochplateau mit schönen Wiesen. Der Weg geht über sanfte Hügel auf und ab, hier kann man es richtig gut laufen lassen. Enduro und Fahrer fühlen sich sauwohl hier. Aber irgendwann bekomme ich doch etwas Hunger. Der Blick auf den Tacho sagt mir, dass ich mal über Tanken nachdenken sollte. Für den Notfall hab ich noch die 1,5 Liter extra im Gepäck. Der Himmel wird etwas dunkler und ich bekomme ein paar Regentropfen ab. Auf dem Navi sehe ich einen kleinen Ort, das wäre eigentlich ein gutes Etappenziel für heute. 180 km größtenteils offroad sind dann auch genug. Der Ort heisst Savnik und hat sogar ein Hotel. Eine andere Alternative sehe ich auch nicht, auch mein Abendessen gibts dort, übrigens sehr lecker.
Das Doppelzimmer ist okay und am nächsten Morgen gibt es noch ein leckeres Frühstück. Für 22,00 € ist das absolut in Ordnung. Direkt nebenan ist eine kleine Tankstelle, so dass die dritte Etappe nun beginnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 3

Frisch aufgetankt geht es wieder die Strasse hoch, wo ich gestern die Route verlassen habe. Eine interessante Schotterpiste führt oberhalb des sehr tiefen Nevidio Canyons entlang. Dieser kann nur mit Canyoning bezwungen werden. Später sehe ich den Komarnica-Stausee unten im Tal. Ich durchquere das Krnovo Plateau, das ausgedehnteste Grasland Montenegros.

Nach einer weiteren Talquerung mit steinigem Aufstieg gelange ich zum Durmitor Nationalpark. Weiter geht’s auf der Südseite dr Durmitor Rundstrecke durch den Park. Dieser Rundkurs ist mittlerweile komplett asphaltiert und ich treffe hier auf andere Motorradfahrer und Autos. Leider beginnt es hier oben auf knapp 2000 m etwas zu regnen und die Sicht auf die umliegenden Berge ist etwas eingeschränkt.

Aber das hat zugleich auch etwas Magisches, wenn plötzlich ein neuer Felsriese im Nebel auftaucht. Ich lasse mir Zeit, da es zu meinem Etappenziel bis Zabljak nicht mehr so weit ist. Ein etwas erholsamer Tag ist auch mal nicht schlecht. Auf der Ostseite des Parks erreiche ich dann auch schon bald Zabljak, wo ich mir diesmal ein Privatzimmer für 15 € nehme. Den verbleibenden Nachmittag nutze ich für einen Spaziergang in die Umgebung. Mein Abendessen gibt’s heute wieder in der Krcma Nostalgija, einer Holzhütte, wo ich auch vor 2 Jahren schon lecker gegessen habe.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4

Für den letzten Tag meiner Runde gibt es heute noch ein besonderes Highlight: die Fahrt über die Sinjavina Hochebene, umgeben von verschiedenen Höhenzügen. Die Route führt durch weitgehend menschenleeres Gebiet ohne Mobilfunkempfang. Die mondähnliche Landschaft wird durch den bewölkten, aber interessanten Himmel noch stärker betont.

Mehrere Stunden bin ich hier unterwegs und treffe niemanden. Fast niemanden, denn hinter einer Kuppe kommen mir plötzlich zwei Jungs aus Tschechien auf ihren Quads entgegen. Es sind Vater und Sohn auf einer längeren Reise durch den Balkan. Wir tauschen ein paar Travelstories aus und weiter geht’s. Ich komme an einigen verlassenen Katuns vorbei. Hier und da steht ein verfallenes Haus, immer ein gutes Fotomotiv in dieser monotonen, aber doch so faszinierenden Landschaft. Bloß keine Panne hier, das wird ein weiter Fußmarsch!

Nach vielen weiteren Steinpisten, Höhenzügen und Schotterabfahrten erreiche ich so eine Art Felsentor. Dahinter ändert sich die Landschaft schlagartig und es geht in Serpentinen in ein langes Tal runter. Es gibt plötzlich wieder große Bäume und einige Zeit später tauchen erste Häuser auf. Die Strecke wird besser und irgendwann erreiche ich kurz vor Kolasin die Hauptstrasse. Kurze Zeit später ist Suzi wieder aufgetankt und ich sitze im Heck meines Kombis und ziehe mich um. Das ist schon etwas irreal. Gerade noch auf dem Mond gewesen und jetzt gibt es wieder Bier, Benzin, Handyempfang und Wifi. Die nächste Nacht ist Gartencamping angesagt, ich schlafe komfortabel im Auto.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 5

Es gibt nach der erfolgreichen Vollendung meines Loops noch einen Bonustag. Das Wetter soll noch gut bleiben und ich habe eigentlich auch noch Zeit. Ich beschliesse, eine andere Route von Kolasin aus zu nehmen, die durch den Biogradska Gora Nationalpark führt. Daraus könnte man eine schöne Tour für 2 Tage basteln. Auto und Anhänger dürfen noch im Garten bleiben. Nach dem Frühstück aus meiner Stammbäckerei Pekara Bambi 5 geht es dann auch gleich los. Von Kolasin führt der Weg nach Osten in Richtung Skigebiet Bjelasica. Auch hier wird gebaut. Nur mit etwas Mühe kann ich einen Bagger passieren, der um sich herum riesige Erdhaufen vermischt mit großen Steinen angehäuft hat. Das hätte ich mit der BMW nicht geschafft, soviel ist sicher.


Das Schottersträschen windet sich hinauf in die Berge, vorbei am Katun Vranjak. Hier bin ich wieder in der hochalpinen Zone mit genialen Ausblicken. Ich biege nicht ab zum Biogradska jezero sondern fahre runter zum Sisko jezero, dort war ich vor zwei Jahren auch schon.

Diesmal geht es weiter Richtung Norden, wieder viele Schotterkurven, Wälder und Grasland. Über Tomasevo geht es in ein Gebiet namens Sokolac. Auf einem Berg mache ich wegen der tollen Aussicht eine Pause und geniesse die Sonne. Die dunklen Wolken sind noch weit weg und werden von mir weitgehend ignoriert. Aber schon bald zieht es weiter zu und ich finde mich unter einem Baum wieder, den heftigen Regen abwartend. Danach hat sich der Schotterweg im Tal in einen Bach mit riesigen Pfützen verwandelt. Aber aufgrund des steinigen Untergrunds fährt es sich hier immer noch ganz gut. Nach Barice gelange ich auf das Kosanica Plateau, von wo es auf der Strasse zur großen Tara Brücke weitergeht. Hier mache ich eine kurze Fotopause und überlege, wie es weitergehen soll. Bis Zabljak wäre es jetzt nur noch Strasse. Ich entscheide mich aufgrund des wechselhaften Wetters für die Rückfahrt entlang der Tara nach Kolasin. Mein Sprit müsste gerade noch soweit reichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise Infos

KOLASIN
Privatunterkunft Lidija Rakocevic www.apartments-rakocevic.me, Tel. +382 67 401 416

PODGORICA
Hostel Montenegro Tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Restaurant Pod Volat 1 Trg Vojvode Bećira Osmanagića (am Uhrturm), Tel. +382 69 618 633

SAVNIK
Hotel Dokovic Doppelzimmer 22,00 € inkl. Frühstück

ANREISE
Vignette Österreich 10 Tage 9,00 €, Vignette Ungarn 10 Tage 9,00 €, Maut Serbien bis Belgrad ca. 7,00 €, Strecke bis Kolasin 1.675 km

In Kolasin nehme ich mir für die letzte Nacht dort ein Zimmer in einem anderen Gästehaus. Für 22,00 € bekomme ich ein Top Zimmer inklusive Super Frühstück. Mein Auto kann hier auch im Hof parken, perfekt. Hier treffe ich Christopher und Christian, zwei Biker aus Österreich. Wir gehen am Abend zusammen essen und erkunden noch die Kneipenwelt von Kolasin. In einem Cafe gibt es Livemusik vom Feinsten, also trinken wir noch das ein oder andere Bier hier.

Am nächsten Tag geht es über Landstrassen durch Serbien zurück. Früh morgens überquere ich die Grenze nach Ungarn an einem kleinen Übergang (ca. 30 Minuten Wartezeit). Nach meinem Frühstück in Szeged fahre ich weiter nach Budapest, wo ich noch 2 Nächte bleibe und ins normale Touristenleben eintauche, bevor es wieder zurück geht. Eine sehr vielseitige Tour mit vielen tollen Erlebnissen!


Besuch aus Russland

Diese Woche sind zwei russische Biker bei mir zu Besuch. Kirill und Helen sind auf der Rückreise nach Ischewsk nach ihrer Europatour. Sie machen so eine Art Memorial-Tour für den russischen Ingenieur Petr Mozharov, der in diesem Jahr 130 Jahre alt geworden wäre. Er hat die ersten Motorräder der Marke Izh konstruiert, die ab 1929 in der Stahlfabrik in Izhevsk gebaut wurden. Die Tour mit der 1969 gebauten Izh Jupiter-2 mit Seitenwagen führte die beiden bis in die Pyrenäen. Weitere technische Daten: 350 ccm, ca. 18 PS. Mehr Infos (auf russisch) gibt es hier: vk.com/mozharovmoto

Für ein Fotoshooting im mittelalterlichen Kostüm unternehmen wir einen kleinen Ausflug zur Burg Stettenfels. Dabei muss ich mit der GS meine Gashand sehr zügeln, da die Jupiter maximal 65 km/h macht, und das auch nur auf gerader Strecke. Beschleunigung ist damit wirklich ein Fremdwort.

Am Abend besuchen wir noch unseren Motorradreise Stammtisch. Diesmal treffen wir uns im Uferstüble in Ludwigsburg. Bei so vielen Reisenden gibt es natürlich immer reichlich Gesprächsstoff. Am nächsten Tag geht die Reise weiter. Es sind von hier noch ca. 3600 km, das sollte in etwa 14 Tagen machbar sein. Nächste Station ist irgendwo in Tschechien. Die genauen Übernachtungsorte entscheidet meist das Motorrad… I wish you a good trip and return home safely!


Endurowandern in den Pyrenäen

So, endlich geht es nun los! Mit Auto und Anhänger mit zwei Enduros drauf geht es durch Frankreich, erstmal bis Toulouse. Hier treffen wir Andreas und Rapha, die schon vorgefahren sind. Wir schaffen es gerade rechtzeitig zum Fussballspiel.
In der Nähe des Campingplatzes gibt es ein zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniertes Hotel, wo wir uns das Spiel anschauen können. Zu der Zeit ist die Fussballwelt noch in Ordnung, Deutschland gewinnt das zweite Vorrundenspiel. Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung in Spanien kurz hinter der Grenze. Es geht zu verschiedenen imposanten Wasserfällen in einer sehr schönen Bergwelt. Unser erster Eindruck von den Pyrenäen.

Am Sonntag nachmittag erreichen wir dann unser Basislager in Isabena. Genaugenommen heißt der Ort La Puebla de Roda, wo wir unsere kleine Holzhütte für die nächsten knapp 2 Wochen beziehen. Hier gibt es ein Restaurant, einen großen Swimmingpool und jede Menge andere Motorradfahrer, darunter auch einige Endurofahrer. Rapha leiht sich hier eine 250er Yamaha aus, Andreas und ich nehmen die eigenen Maschinen.

Nach dem Frühstücksbuffet packen wir unser Zeug für einige Tage Endurowandern. Wir wollen von Isabena nach Westen in Richtung Atlantik, aber das ist ein weiter Weg. Die von mir geplante Route ist bereits im Navi. Mal sehen, ob wir da auch überall fahren dürfen. Nach Verabschiedung von den Mädels und Besuch bei der Dorftankstelle geht es dann endlich los, es ist schon fast 11 Uhr!

Kurz vor Roda d’Isabena gehts es rechts einen Feldweg rein. Da geht es dann mit einigen Steigungen, Wasser und vielen dicken Steinen gleich richtig zur Sache. Das perfekte Aufwärmtraining für den heutigen Tag! Es geht durch ein weites Tal vorbei an vielen verfallenen Häusern. Bis nach Campo brauchen wir länger, als gedacht. Dann fahren wir eine tolle Strecke über Viu bis Laspuna. Die Highlights der Strecke sind ein Singletrail durch den Bergwald und eine Almwiese, die wir uns während unserer Pause mit den Kühen teilen. Immer wieder gibt es faszinierende Ausblicke in die uns umgebende Bergwelt.

Es folgt eine Badepause im Rio Cinca. Da die Strecke durch die Anisclo Schlucht gesperrt ist, bleiben wir auf dem Campingplatz bei Puyarruego und beenden den heutigen Endurotag mit gut 100 km. Auf dem Campingplatz gibt es ein hervorragendes Menü mit verschiedenen Auswahloptionen und einer Flasche Wein. Spanien spielt heute in der Vorrunde und gewinnt. Volles Haus und beste Stimmung sind garantiert. Mein neues kleines Zelt stellt sich als ganz tauglich heraus, allerdings brauche ich aufgrund der Temperatur in der Nacht nur das Innenzelt. Außer mir passt praktisch nichts rein, also braucht man bei schlechtem Wetter eine wasserdichte Verpackung für die Bikeklamotten.

Nächster Tag, wieder geniales Wetter. Eine Tankstelle gibt es hier im Ort nicht, aber egal, wir haben alle noch etwas im Tank und ich habe noch meine 1,5 Liter Notfallflasche mit Sprit.

Zunächst führt eine kleine kurvige Strasse nach Buerba in die Berge rauf. Nach dem Ort biegen wir ab in den Wald und fahren über eine Mountainbikestrecke zum (wahrscheinlich) verlassenen Dorf Yeba. Dies ist mein Plan B für die gesperrte Anisclo-Schlucht, der sich als super offroad Strecke herausstellt. Die Häuser hier sehen noch ganz gut in Schuss aus, aber wir sehen hier keine Menschenseele. Von Yeba geht es über ein kleines, befestigtes Sträschen weiter bis ins Tal bei Lacort. Über die Hauptstrasse N-260 fahren wir noch weiter bis Fiscal und machen dort in einem schönen Restaurant mit Garten unsere Mittagspause. Jetzt noch schnell bis Broto zum Tanken, eine kleine Schwimmpause im Rio Ara und auf zur zweiten Etappe des heutigen Tages. Diese führt zunächst rauf nach Bergua und dann weiter über Waldwege.

Wir queren mehrere Täler und unzählige Bäche, kommen über schöne Hochplateaus und Wiesen. Ohne Open Street Maps hätten wir diese Route nie gefunden bzw. und ständig verfahren. Aber so hat die Navigation bis auf einen kleinen Fehler prima geklappt. Kurz bevor wir Olivan erreichen, hat Andreas eine etwas unruhige Gashand und landet neben der Piste in einem Abhang. Zum Glück passiert nichts weiter und die Reise kann bald weitergehen. Es folgt noch eine schöne Abfahrt über Waldwege von den Bergwiesen runter ins Tal bei Olivan. Unseren heutigen Campingplatz finden wir nach 145 km in Biescas. Davon waren es heute geschätzt sicher 90-100 offroad km. Der Campingplatz ist eigentlich recht gut, nur der Service im Restaurant ist echt übel chaotisch. Aber am Ende bekommen wir doch noch was zu essen und alles ist gut.

Mittwoch. Schnelles Frühstück im Camp, anschliessend Einkaufen im Ort. Rapha macht sich auf den Rückweg nach Isabena, er hat die Yamaha nur für drei Tage gemietet. Andreas und ich hängen noch einen Tag dran, Wir fahren über die N-260 südlich bis Senugue, tanken dort und schlagen uns dann Richtung Westen in die Büsche. Nach einer Piste mit grobem, lockerem Schotter stehen wir plötzlich vor einer doppelten Flussdurchfahrt. Das gemeine daran ist der breite Kiesstreifen mit riesigen, runden Steinen zwischen den beiden Flussarmen. Der erste ist einfach zu fahren, wenn man von den steilen Ufern mal absieht. Andreas ist hier etwas schnell und springt mit einem riesigen Satz aus dem Fluss raus…aber geschafft. Das tiefe Stück darf ich dann mit beiden Motorrädern machen :) Gut, dass wir relativ leichte Enduros haben, die sind für sowas gemacht. Wir folgen der Transpirinaica, eine MTB Strecke, die bis zum Atlantik führt. Leider sind nicht alle Strecken für Motorräder erlaubt, obwohl hier kein richtiger Naturpark ist.

Die Strecke führt durch eine schöne Waldlandschaft über einen Pass. Am Nachmittag beenden wir den offroad Teil in Castiello de Jaca und fahren noch weiter bis Jaca, eine alte Königsstadt mit einer riesigen Festung. Heute spielt Deutschland, daher die Eile. Besser wären wir weiter Enduro gefahren, das wars dann wohl mit der WM. Trotzdem ein schöner Abend in Jaca. Das Wetter wird immer schwüler und abends ziehen ein paar Gewitter vorbei, aber es bleibt trocken.

Donnerstag. Heute ist Rückfahrt nach Isabena angesagt, größtenteils über Asphalt. Wir machen noch einen Abstecher in das Skigebiet bei Panticosa, bevor es dann über Broto, Fanlo, Nerin, Buerba, Laspuna wieder zurück geht.

Unterwegs erwischen mich einige heftige Regenschauer, aber das ist bei den Temperaturen gar nicht so schlecht. Zu erwähnen ist noch eine tolle, kleine Strasse von Laspuna über Torrelisa nach Arro, wo man wieder auf die N-260 trifft. Rechtzeitig vor dem richtig heftigen Gewitter erreichen wir wieder den Campingplatz. Kurz danach kommt die Sturzflut. Jetzt ist so eine Hütte richtig gemütlich. Wow, was für eine Tour!


 

ISABENA CAMPING
Ctra. Graus-Viella km 27, 22482 La Puebla de Roda, Spanien www.isabena.eu Tel. +43 974 544530, Camping und Bungalows, Restaurant, Pool, Motorradverleih, BMW Test Ride Center, Werkstatt, viele weitere sportliche Aktivitäten.

Wochenendausflug in die Ardennen


Aus dem langen Wochenende im Mai wird leider nur ein kurzer Trip von 2 Tagen. Das Wetter ist einfach zu nass und unbeständig. Aber die 2 Tage sind dann super! Von Stuttgart geht es quer durch den Nordschwarzwald in die Nordvogesen und dann immer an der Grenze Frankreich/Belgien entlang. Vorbei an Thionville fahre ich am ersten Tag bis Charleville-Mezieres, wo ich auf dem Campingplatz übernachte. Nach den 500 km bleibt noch genug Zeit für eine Stadtbesichtigung und ein leckeres Essen im “EFES”, einem kleinen, aber feinen türkischen Restaurant.

Am nächsten Morgen fahre ich erstmal eine Tour durch den parc naturel regional des Ardennes und noch ein kleines Stück nach Belgien rein. Hier fliessen die beiden Flüsse Maas und Semoy, die mich fast den ganzen Tag begleiten. Der Rückweg führt mich über Verdun und durch den parc naturel regional de Lorraine. Das Navi führt mich über herrlich kleine Strassen durch malerische Dörfer. Hier gibt es fast keinen Verkehr. Vorbei geht es an Nancy weiter nach Hagenau im Elsass. Kurz vor der Rheinüberquerung gerate ich in die Ausläufer eines Gewitters und muss doch noch die Regenpelle drüberziehen. Ab Baden-Baden geht es über die Autobahn zurück, gegen 23 Uhr bin ich wieder zuhause. Heute waren es 700 km, das reicht dann auch…


Planung Sommerurlaub

Ende Juni geht es los, eine Tour mit Bergen, Beach und Bikes in den Pyrenäen. Der Campingplatz ist gebucht, nun arbeite ich noch an den Details der Tour. Vom Camping Isabena plane ich eine mehrtägige Strecke bis zum Atlantik. Die Route soll zum größten Teil über Schotter gehen und immer auf der Südseite der Berge verlaufen. Erst am Ende wird die Grenze nach Frankreich überquert. Als Vorlage für die Routenplanung nehme ich die Transpirinaica, eine Mountainbikestrecke vom Mittelmeer zum Atlantik. Ich hoffe, dass wir unterwegs nicht auf allzu viele Verbotsschilder treffen, so dass Umwege über die Strasse erforderlich werden. Verschiedene vorliegende Tracks werden in Routen umgewandelt und dann noch ein wenig im Editor bearbeitet, so dass mein Garmin damit auch zurechtkommt. Die OSM Karten sind routingfähig und routen auch über den kleinsten Feldweg, perfekt! Ich werde vom Erfolg (hoffentlich!) berichten.

Jetzt bekommt die Suzi noch neue Reifen, diesmal hinten und vorne Michelin AC10. CHECK.
Der Luftfilter muss auch noch gereinigt werden. CHECK.
Heute Kette gereinigt, geprüft, geölt. CHECK.
Verschleiß Ritzel geprüft. CHECK.
Schalthebel etwas gebogen und höhergestellt. CHECK.

Zeit für eine Probefahrt mit den neuen Reifen. Hoppla, bei Geschwindigkeiten oberhalb 90 km/h schaukelt sie sich ganz schön auf. Ob das nur am Profil des Vorderreifens liegt oder auch an dem schweren 4 mm Schlauch vorne? Ich muss das nochmal mit anderem Reifendruck probieren.

UPDATE: Mit 1,25 bar vorne ist es etwas besser. Gewichtsverlagerung nach hinten hilft auf jeden Fall, also kann das erstmal so bleiben. Zum Schluss gibt es noch eine neue Batterie. Die alte hat genau eine Saison gehalten. Ich habe meinen freundlichen Suzuki Händler davon überzeugt, dass das nicht normal ist und eine neue auf Kulanz bekommen. Die Messung der Ladespannung zeigt keine Auffälligkeiten: 14,2-14,3 Volt im Leerlauf, bei höheren Drehzahlen abnehmend bis 14,1 Volt. Morgen wird der Anhänger geholt und dann geht es loooooos!


Istrien Enduro 2017

Die diesjährige Enduro Herbsttour führt nach Istrien (Kroatien). Nach einigem hin und her wegen des Motorradtransports klappt es schließlich doch. Da ich aktuell kein Fahrzeug mit Anhängerkupplung habe, bin ich auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen.

Nachdem Teilnehmer und Fahrzeuge feststehen, können wir die Unterkunft buchen. Es soll noch einmal nach Draguc gehen, wo einige bereits im Juni (bei einer Bullenhitze) waren und noch weiteres Enduropotential ausgemacht haben.

Draguc ist ein kleines, auf einem Bergrücken gelegenes Dorf in Istrien in der Nähe des Jezero Butoniga. Von hier aus kann man Touren aller Schwierigkeitsgrade in alle Himmelsrichtungen unternehmen.

Wir sind diesmal zu sechst, alle aus dem Endurowander Forum. Unter Endurowandern versteht ja bekanntlich jeder etwas anderes. Alter, Fahrkönnen und Erwartungen an den Urlaub sind nicht unbedingt bei allen gleich.

Ob das gutgehen kann? Um es vorwegzunehmen: Ja, es hat ganz gut gepasst und wir waren oft alle zusammen unterwegs und hatten sehr viel Spass dabei. Natürlich hat auch mal jemand ausgesetzt oder es haben sich zwei Teams gebildet, weil verschiedene Ziele angesteuert werden sollten.

Bereits vor unserer Ankunft war das Wetter recht nass, so daß wir mit rutschigen Verhältnissen rechnen müssen. Unsere erste Tour am Sonntag führt dann auch voll in den Matsch. Vorbei an einem Weinberg geht es auf einem schrägen Weg durch knöcheltiefem Matsch nach unten. Dort legen viele erstmal das Moped hin. Selbst bergab schieben ist nicht möglich, da der Schlamm die Räder blockiert und auch an den Stiefeln sofort festklebt.

Auch die Auffahrt auf der anderen Seite war nicht ohne. Wir rutschen und schlingern den Berg rauf. Hier zeigt sich, wer es wirklich kann und wer noch genug Stollen auf den Reifen hat. Am Nachmittag wird es dann fahrbarer, als wir durch ein Tal mit mehreren tiefen Flussquerungen nach Buzet fahren. Die Hauptstrasse zurück nach Draguc ist wegen eines Bergrennens gesperrt, also fahren wir über kleine Nebensträschen über Vrc zurück. Abends ist Grillen am Pool angesagt.

Montag. Ich beschliesse, mein am Vortag etwas lädiertes Bein zu schonen und unternehme allein einen Ausflug nach Motovun. Das alte Städtchen liegt sehr malerisch auf einem Berg. Ich fahre vorbei am Parkplatz rauf auf den Berg und unternehme einen kleinen Rundgang zu Fuß.

Tolle Restaurants mit Fernblick, viele Touristen. Hier ist Trüffel-Land, fast alle Gerichte werden mit Trüffeln angeboten. Am Fuß des Berges beginnt eine Schotterstrecke, die ich bereits vorher aufs Navi kopiert habe. Die alte Bahnstrecke verläuft zunächst einfach und flach. Ich komme durch einen alten Bahnhof und über ein Steinviadukt in schöner Landschaft. Später verlasse ich die Bahnstrecke und die Route verläuft über Felder und durch den Wald. Jetzt wird es fahrerisch interessanter mit engen Kurven, Anstiegen und vielen Steinen. Das letzte Stück ist nicht mehr fahrbar, es führt wieder durch tiefen Schlamm zwischen Weinbergen, deja vu.

Zurück in Motovun treffe ich ich den Rest der Truppe und wir trinken ein Pausenbier. Zurück nach Draguc geht es heute wieder über meine Lieblingsstrecke bei Vrh. Bereits am Abend beginnt es wieder zu regnen.

Der Dienstag wird zum Pausentag deklariert. Bei dem Dauerregen will niemand fahren. Also bleiben wir mal einen Tag zuhause, sortieren Fotos, schreiben Emails, kochen was Leckeres, schauen Videos…

Am Mittwoch sieht es schon wieder besser aus, allerdings noch sehr grau ohne Sonne. Erstmal fahren wir alle zu einer Crossstrecke, die wir am Vortag entdeckt haben. Ein paar Runden dort sind ideal zum Aufwärmen am Morgen. Weiter geht es eine Schotterpiste ins Tal runter und über Wiesenwege zurück nach Hause. Am Nachmittag sind wir zu dritt unterwegs und nehmen eine sehr enge Piste durch den Wald zur Autobahn runter. Von dort geht es über Wiesen und Feldwege in ein großes Waldgebiet. Rechtzeitig steige ich aus und fahre eine andere Route, bevor es dann wirklich für die beiden zu einer neuen Schlammschlacht wird.

Ich finde eine andere Strecke durch den Wald. Auch diese ist noch sehr nass und einmal saufe ich in einer riesigen Pfütze ab. Trotz viel Wasser und Dreck wird es ein sehr schöner Fahrtag.

Der Donnerstag verspricht endlich wieder Sonne und wärmeres Wetter. Zu viert wollen wir wir heute an die Küste nach Porec fahren. Wir versuchen, auf möglichst kleinen Wegen durch den Wald und über die Felder ans Ziel zu gelangen. Das gelingt auch ganz gut bis einige Kilometer bevor wir die Küste erreichen. Im Vergleich zum fast ausgestorbenen Draguc ist das hier schon eine andere Welt. Wir trinken in einem Cafe erstmal ein Bier und laufen dann zum Hafen runter. Dort gibts leckere Cevapcici zum Mittagessen.

Die anderen wollen schon zurück, ich bleibe noch ein wenig in Porec und schau mir die Altstadt an. Hier ist abends bestimmt viel los. Es gibt eine Menge gemütlicher Kneipen und Cafes. Nach etwa einer Stunde wird es mir zu lästig, in den Endurostiefeln mit den Klamotten und Helm im Arm durch die Stadt zu laufen, und ich mache mich auf den Rückweg. Über Motovun geht es über die Strasse zurück nach Draguc.

Auch am Freitag spielt das Wetter wieder perfekt mit und gleich nach dem Frühstück geht es los. Über Schotter- und Wiesenwege fahren wir Richtung Hum und dann durch ein Waldstück weiter nach Buzet. Viele Steine und ein querliegender Baumstamm machen diesen Abschnitt interessant. In Buzet machen wir Pause in der Eisdiele. Am späten Nachmittag werden die Bikes auf den Hänger geladen, da es am Samstag leider schon wieder nach Hause geht. Zum Abschluss fahren wir am Abend ein paar Orte weiter und gehen alle zusammen in der Konoba Volte essen.


Fazit: Eine Woche Endurofahren mit Basislager ist keine schlechte Sache. Man muss sich nicht ständig um eine Unterkunft kümmern und ist bei der Planung der Tagestouren relativ flexibel. Es gibt die verschiedensten Strecken in der näheren Umgebung, so daß für jeden etwas dabei ist. Besonders für eine relativ große Gruppe ist das sinnvoll. Allerdings kommt dabei das Gefühl einer richtigen Motorradreise nicht auf. Dabei liegt der Reiz eben darin, daß man morgens oft noch nicht weiß, wo man abends schlafen wird und die Strecke spontan geplant wird. Für die nächste Tour werde ich mir vielleicht noch ein kleineres Zelt kaufen um damit noch unabhängiger zu sein.

Einige Fotos stammen von Peter und Harry.


Alpentour GS

Die diesjährige Sommertour mit Andreas und Rapha wir erstmals eine richtige GS-Tour. Wir sind alle drei mit einer GS unterwegs (2x F800 und meine R1100) und wir fahren Strasse und auch einige längere Geländestrecken. Dazu später. Los gehts am Sonntag früh über die Autobahn A5 bis kurz vor Basel, dann beginnt eine schöne Überlandstrecke durch den Schweizer Jura. Eine liebliche Landschaft mit sanften Hügeln und vielen Seen und kleinen Ortschaften. Am Anfang spielt das Wetter noch prima mit, aber auf den letzten Kilometern der schönen Nebenstrecke, ungefähr auf der Höhe von Genf, geraten wir in ein heftiges Unwetter. Gut, wenn man Regensachen dabei hat und diese auch rechtzeitig anzieht. Bei Andreas und Rapha endete der Tag ziemlich nass und kalt. Immerhin haben wir das geplante Ziel Annecy erreicht und dort ein billiges Zimmer in so einem “Premiere Class” Hotel gefunden, naja. Das Highlight war aber der Buffalo Grill direkt nebenan, das gute Abendessen war gesichert.

Am Montag Morgen zunächst Stadtbesichtigung Annecy bei schönstem Sonnenschein. Weiter gehts durch den parc naturel regional du massif des Bauges zum Col du Galibier. Diese Strecke sind wir schon vor zwei Jahren gefahren, sie ist Teil der Route des Grandes Alpes. Am Ende der langen Abfahrt erreichen wir Briancon, wo wir uns schon einen Campingplatz ausgesucht haben. Die abendliche Wanderung in die Stadt ist ganz nett, aber Briancon hat irgendwie Montag abends nicht viel zu bieten.

Der Dienstag soll uns nun endlich abseits der geteerten Strassen bringen. Dazu fahren wir über den col du Montgenevre nach Italien rüber und weiter bis Meana di Susa. Von hier geht die Tour über den Finestre los. Eine kleine, asphaltierte Strasse schlängelt sich in engen Kehren den Berg hoch. Weiter oben geht es dann auf einer Schotterpiste weiter, bevor man auf der Assietta Kammstrasse weiterfahren kann, was wir trotz einsetzendem Regen tun. Die Piste ist hier relativ steinig, daher geht es auch bei dem Regen noch ganz gut zu fahren. Wir machen Mittagsrast im Rifugio Casa Assietta, wo wir ein einfaches Menü mit Käse, Fleisch und Polenta bekommen. Siehe da, nach dem Essen ist der Himmel wieder blau und die Wege trocknen ganz langsam wieder ab. Es gibt noch einige kleinere Matschlöcher, die stellen aber keine wirklichen Probleme dar. Nach einiger Zeit erreichen wir das Nordende von Sestriere, von wo es dann wieder auf der Strasse weitergeht. Vor Turin halten wir uns nördlich und fahren heute noch bis Lanzo Torinese, wo wir mit Hilfe des Navi und einigen Fehlversuchen einen gut versteckten Campingplatz finden.

Fazit: Die Assietta gehört eher zu den einfacheren Strecken, die man auch gut mit einer schweren Reiseenduro befahren kann. Selbst bei Regen war das heute gut machbar und hat viel Spaß gemacht. Zu den Einschränkungen siehe Text in der Box. Die Südseite des Finestre muss dann eben nochmal bei besserem Wetter gefahren werden, dann lohnen sich auch die unten beschriebenen Besichtigungen der Festungsanlagen.

Über den Colle delle Finestre führt eine Verbindung zwischen Susa (N) und dem Ort Depot bei Fenestrelle (S) bzw. Pourrières (SW). Südlich des Scheitels, an der Pian dell’ Alpe, liegt der Osteinstieg der Assietta-Kammstraße (AKS). Als Befahrungsrichtung empfiehlt sich der Weg von N nach S: Während die Südrampe zwar schmal, aber komplett asphaltiert ist, erwarten den Motorradfahrer auf der Nordrampe nicht nur unzähligen Kehren, sondern auch Schotter. Mit ein wenig Übung ist diese Strecke aber auch mit Tourern problemlos zu fahren. Bei feuchtem Wetter sollte man allerdings vorsichtig sein: Der Untergrund wird bei Nässe streckenweise sehr rutschig.

Auf der Südseite passiert man einige interessante Befestigungsanlagen, deren Zugang allerdings meist versperrt ist. Aber auch von der Straße her bieten sich interessante Einblicke in die militärische Geschichte und die Baukunst vergangener Jahrhunderte. Das weitaus interessanteste Bauwerk ist die gewaltige Anlage des Forte di Fenestrelle, die sich vom Talboden aus über ca. 3 km am Südhang des Valle del Chisone hinaufzieht und dabei knapp 600 m Höhenunterschied überwindet. Die gewaltige Anlage, die zu den größten Festungsbauwerken in den Alpen zählt, besteht eigentlich aus drei baulich miteinander verbundenen Festungen (San Carlo, Tre Denti und Delle Valli) und umfasst eine bebaute Fläche von 1,3 km². Die in 122 Jahren Bauzeit (1728 – 1850) errichtete und heute zum Teil restaurierte Anlage ist vom Tal aus zugänglich. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, aber man sollte dafür einige Stunden einplanen – und sich auf die insgesamt 3996 Stufen der »Scala Coperta« einstellen, die die Teile der Anlage miteinander verbindet.

Der Colle dell’Assietta liegt an der Assietta-Kammstraße (AKS). Die Via dell Assietta (SP.173), die, von Pian dell’Alpe an der Südrampe des Colle delle Finestre kommend, beständig an Höhe gewinnt, erreicht hier das Niveau des Kamms und setzt sich nach SW mit nur geringen Höhenunterschieden bis zum Colle Basset fort. In ihrem Verlauf bietet die AKS herrliche Aussichten auf das Pelvoux-Massiv, den Mont Chaberton sowie hinunter ins Chisone-Tal.
Am Scheitel zweigt nach Osten die gesperrte Strada del Gran Serin zum Gipfelfort auf dem Gran Serin (ca. 2 km) ab.

Aktuell sind für Finestre und AKS während der Ferienmonate Juli und August Fahrverbote am Mittwoch und Samstag zwischen 9 und 17 Uhr in Kraft. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie Überholverbot und Halteverbot außerhalb der Parkflächen.

Quelle: alpenrouten.de

Der heutige Mittwoch gehört steckentechnisch nicht zu den Highlights. Wir fahren über viele Nebenstecken weiter Richtung Lago Maggiore. Dabei gibte es auch einige tolle Abschnitte, aber leider auch sehr viel Tempo 30 in Ortschaften. Ab Meina geht es am Seeufer des Lago Maggiore entlang bis zum Campingplatz Conca d’Oro in Feriolo. Hier gibt es erstmal ein erfrischendes Bad im See. Unser Zeltplatz liegt direkt am Strand. Da die beiden nicht so recht wissen, ob sie abends essen gehen wollen und schon wieder jede Menge Zeug eingekauft haben, gehe ich alleine los in den Ort und genehmige mir eine riesige Pizza und zwei große Bier in einem netten Restaurant am See. Perfekt nach einem sehr warmen Sommertag.

Donnerstag. Nach kurzer Lagebesprechung beim Frühstück steht fest: Ich werde alleine weiterfahren. Andreas und Rapha sind nach den letzten Tagen etwas erholungsbedürftig und irgendwie nicht mehr sehr motiviert, die geplante Strecke noch ganz zu fahren. Und die manchmal etwas trödelige Fahrweise der beiden trägt auch zu meiner Entscheidung bei. Mir sind das Stilfserjoch und die schöne Strecke am Arlberg wichtig und ich möchte auf keinen Fall über die Schweiz und Autobahn nach Hause fahren, was wohl jeder versteht. Gegen zehn Uhr bin ich wieder on the road und nehme als erstes die Fähre nach Laveno-Mombello rüber, das spart richtig Zeit. Von dort gehts über Ponte Tresa ein Stück durch die Schweiz. Der Verkehr in Lugano ist etwas nervig und es ist mittlerweile richtig heiß. Ein sehr schönes Stück am Nordufer des Luganer Sees führt bis Porlezza, wo ich (wieder in Italien) Mittagspause mache. Später noch ein paar Fotostops am Lago di Como und weiter in das extrem heiße Tal von Sondrio. Mein Bordthermometer zeigt bis zu 37 Grad im Schatten an, nicht schlecht. Weiter oben wird es dann besser. Ich beschliesse, heute nur bis Bormio zu fahren, nachdem ich mal die Wetterlage im Internet gecheckt habe. Das Wetter soll bis morgen Mittag mindestens halten, das reicht für den Pass. Ich fahre eine Runde durch den Ort eine kleine Bergstrasse rauf für ein paar Fotos und dann wieder zurück zu einem Hostel (Ostelo Alpino), das ich bei der Einfahrt nach Bormio schon gesehen habe. Sehr gute Entscheidung, siehe die Fotos. Die Übernachtung mit Top-Frühstück und Garage für die Q kostet mich 30,00 Euro. Nach dem extrem heißen Tag erstmal duschen und dann mit der Kamera bewaffnet in die Stadt zum erkunden und Abendessen. Bormio gefällt mir sehr gut. Die Lage am Talende zwischen hohen Bergen macht die Stadt ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbiketouren und natürlich für Wintersport. Entsprechend groß ist das Angebot an Unterkünften und Restaurants hier.


Das Wetter am Freitag morgen ist tatsächlich perfekt. Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Hostel sitze ich gegen neun Uhr wieder auf der Q und rolle durch den Ort Richtung Stelvio. Die ersten Kurven des Stilfser Jochs fahre ich hinter ein paar belgischen Harleys. Später noch ein paar Fotos und schon bald stehe ich auf der Passhöhe bei erfrischenden 9 Grad. Die Abfahrt auf der Nordostseite ins Vinschgau ist ein veritables Kurventraining. Die Spitzkehren reihen sich in kurzer Folge aneinander und schon bald bin ich im Flow… Es ist noch nicht viel los hier, das sieht dann am Wochenende bestimmt ganz anders aus. Da die Wetteraussichten nicht perfekt sind, entscheide ich mich für eine kleine Abkürzung und nehme den Weg “linksrum” über den Reschenpaß nach Österreich. Kurz nach dem Reschensee beginnt es dann leicht zu regnen. Mehrere kleine Schauer begleiten mich nun durch die Berge Österreichs. Nach der schönen Arlbergstrecke fängt es dann auf der Strecke Lech-Warth richtig an zu regnen und ich mache erstmal Mittagspause am Ortseingang von Warth. Früher war ich hier oft zum Skifahren, aber auch im Sommer ist hier viel los. Weiter geht es über den Hochtannbergpaß und runter bis Bregenz. Ein Stück entlang des Bodensees und über kleine Nebenstrecken vorbei an Ravensburg. Über Sonnenbühl und Reutlingen erreiche ich am Abend wieder Ludwigsburg.

Vom Col du Galibier, der Assietta und vom Stilfser Joch gibt es auch Videoaufnahmen. Das Schneiden dauert aber noch ein wenig, das wird später mal hier hochgeladen.

Einen weiteren schönen Blog vom Piemont gibt es hier bei Rossi


Endurotour in Wolfach

Am vergangenen Wochenende habe ich eine Endurotour beim Biker Weekend in Wolfach im Schwarzwald mitgemacht. Gar nicht so einfach, dort einen Platz zu bekommen, aber es hat dann schließlich doch geklappt. Die wilde Endurotruppe fällt hier etwas aus dem Rahmen, ansonsten geht es bei dem Event etwas gemächlicher zu. Etwa 200 Motorradfahrer waren dieses Jahr angemeldet, davon fahren die meisten aber nur auf der Strasse. Donnerstag abend gabs ein heftiges Gewitter mit Wolkenbruch, also am Freitag beste Wegverhältnisse für unsere Tour :) Wenigstens war es nicht mehr so heiss, das braucht man beim Endurofahren nicht.

Pünktlich um halb neun gings los. Für das Briefing sind wir erstmal auf einen Berg oberhalb von Wolfach gebrettert, wo die Tour dann startete. Dann ging es den ganzen Tag durch Wolfachs Wälder rauf und runter, oft über enge und steile Schleifwege. Dazu war es im Gras oft sehr rutschig, also musste man schon dosiert am Kabel ziehen. Unsere Gruppe war recht homogen und so konnten wir ohne viel Warterei zügig durch den Wald donnern. Ein Traum, leider geht das nur mit viel Vorbereitung und diversen Sondergenehmigungen. Dafür nochmal ein Dankeschön an die Veranstalter. Abends haben wir den Tag dann bei Bier und Grillen im Schlosshof in Wolfach ausklingen lassen.

Fazit: Einer meiner bisher besten Endurotage mit viel Fun und neuen Erfahrungen. Die DR-Z hat sich tapfer geschlagen. Auch ohne richtige Stollen am Vorderrad bin ich ganz gut klargekommen.

 

 

 

 

 

 
Und jetzt kommt das Highlight: Von dieser Tour gibt es mein erstes Video. Hier nur eine Kurzfassung (11 Minuten) mit urheberrechtsfreier Musik. Auflösung: 1280 x 720.



Travel Event 2017


Hey, jetzt wird es aber mal wieder Zeit für ein paar neue Artikel im Blog. Die Saison hat längst begonnen und ich war auch schon viel unterwegs. Das diesjährige Travel Event bei Touratech war echt riesig. Die Strasse zwischen altem und neuem Standort war gesperrt und somit war noch mehr Platz für Aussteller und Besucher. Die Zeltwiese war wieder bis zum Horizont gefüllt mit Zelten und Bikes, viele alte und neue Bekannte waren vor Ort. Bis auf ein heftiges Gewitter am Freitag abend war das Wetter spitzenmässig mit Hitze und meist blauem Himmel. Neben den üblichen Ausfahrten durch den Schwarzwald, Probefahrten, Endurotraining, Benzingesprächen, tollen Diavorträgen und Filmen gab es dieses Jahr auch wieder die GS Challenge, die jetzt GS Trophy Qualifier heisst. Beim Finale am Samstag abend wurden von den besten 10 Teilnehmern die Teilnehmer der Trophy bestimmt. So war der Plan. Aufgrund eines Fehlers bei der Auswertung der 300 Teilnehmer muss das Finale allerdings wiederholt werden, um die ersten drei zu bestimmen, die dann in der Mongolei dabei sind.

Ich war dieses Jahr drei Tage dort und es war keine Minute langweilig. Die Tage beginnen mit einem guten und preiswerten Frühstücksbuffet vom Catering und enden in der Regel spät bei Gesprächen am Lagerfeuer. Die Tour mit unserem Guide “Bonsai” führte uns über kleine und kleinste Strassen steil bergauf und bergab durch den Schwarzwald.

Kleiner Ausblick auf das folgende Wochenende: Beim Biker Weekend in Wolfach wird eine ca. 120 km lange Offroad Endurotour angeboten.

Artikel dazu folgt.