Weiterfahrt zum Nemrut Dagi

Mittwoch, 29.Mai

Fr├╝hst├╝ck, Zelt abbauen, die ├╝bliche Prozedur. Der Start verl├Ąuft heute gar nicht gut. Ich fahre die kurze Sandpiste vom Zeltplatz zur Rezeption runter und sehe beim Passieren der Absperrpoller Heikos im Schatten geparktes Motorrad zu sp├Ąt. Das Ausweichen gelingt nicht mehr und ich ramme ihn mit meinem linken Koffer, beide Maschinen gehen zu Boden. Die BMW f├Ąllt auf meinen rechten Fuss und schon nach kurzer Zeit merke ich, dass das gar nicht gut war. Wir k├╝hlen es mit Eis, aber Laufen bleibt sehr schwierig. Ok, erstmal losfahren. Die Strecke ist traumhaft (siehe auch L├Ąnder Log), so dass ich den Fuss erstmal fast vergessen kann. Wir fahren in kleine Strasse ├╝ber Develi, Saraycik nach G├Âksun. Ein Teil der Strecke ist Baustelle und es wird ein wenig staubig. In G├Âksun fahren wir in den Ort und kaufen f├╝rs Abendessen ein. Heute wollen wir mal wieder unser Quartier irgendwo in der Pampa aufschlagen und etwas kochen. Bevor wir zum Einkaufen kommen, werden wir in ein Cafe zum obligatorischen chai eingeladen (Foto links). Nat├╝rlich spricht auch wieder jemand deutsch hier. Anschliessend kaufen wir Auberginen, Tomaten, Zwiebeln, Brot und etwas ├ľl lassen wir in eine Filmdose abf├╝llen. Reis habe ich noch in meiner Komb├╝se. In der Apotheke kaufe ich ein Gel zum K├╝hlen. Mit Google Translator finden wir schliesslich was Passendes, eine Tube FASTJEL, sehr lustig.

Unser Nachtlager schlagen wir in der N├Ąhe von G├Âksun an einem sch├Ânen See auf. Zelt brauchen wir nicht, es ist nicht so kalt. Der kurze, unebene Weg vom Motorrad zum Lager macht mir aber erhebliche Probleme. Hoffentlich ist es morgen besser.

Donnerstag, 30.Mai

Die Nacht war angenehm und nicht zu kalt. Nur mein Fuss macht weiterhin Probleme. Als ich erstmal in den Stiefeln bin, ist Fahren aber kein Problem. Zun├Ąchst haben wir wieder eine traumhafte Strecke mit vielen Kurven und spannender Landschaft. Die Bergwelt wird hier wesentlich weitl├Ąufiger, breite T├Ąler und nicht mehr ganz so gr├╝n wie bisher. Wir werden wieder mal beim Tanken auf einen Chai eingeladen. Der Tee ist schon da, bevor die Zapfpistole nur in die Hand genommen ist… In Kahramanmaras fahren wir kurz in einer Klinik vorbei. Hier geht alles ganz fix, anders als in Istanbul. Ruckzuck stehe ich mit einem R├Ântgenbild da und habe die Gewissheit, dass nichts gebrochen ist. Kosten: keine. Ich soll aber noch bei einem Orthop├Ądiespezialisten vorbeifahren. Gut. Da wir die Adressse nicht sofort finden, stattdessen aber bei einer anderen Klinik landen, bleibe ich einfach dort. Angeblich will man sich hier gerne meines Fusses annehmen und hat auch alle erforderlichen Spezialisten. Schliesslich will man mir f├╝r 10 Tage einen Gips verpassen, was ich aber nicht so toll finde. Also lieber Salbe, Pillen, k├╝hlen und hochlegen, das l├Ąsst sich schon irgendwie einrichten. Kosten: nur in der Apotheke.

Der Rest des Tages wird nicht mehr so toll. Die Strecke wird zunehmend langweilig, die Strassen breiter und die Temperatur steigt unaufh├Ârlich. Neuer Rekord, auf freier Strecke zeigt das Thermometer 33 Grad an. Hinzu kommt, dass nicht nur der Fuss bei der Hitze schmerzt (zur Erinnerung: eigentlich war K├╝hlen angesagt), sondern mir wird auch noch ├╝bel. Bei einem Stop am Highway kotze ich mich erstmal richtig aus, w├Ąhrend Heiko von einer Bauernfamilie eingeladen wird. Ewig sp├Ąter kommt er zur├╝ck, fast mit der Tochter des Hauses verheiratet und schon in die Familie integriert. Er macht auch Fotos, evtl. folgen die noch hier. W├Ąhrend ich am Strassenrand liege, h├Ąlt Theo aus Madrid an, den wir schon in G├Âreme im Camp getroffen haben. Er dachte, wir hatten einen Unfall….Zusammen fahren wir alle noch bis Kahta weiter, wo wir im Kommagene Hotel absteigen. Hier kann ich mal einen Tag Pause machen und f├╝r Heiko ist es bis zum Nemrut Dagi nicht mehr weit.

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Kappadokiens Wunderwelten

Wir sind in G├Âreme in Kappadokien. Wir werden hier drei N├Ąchte bleiben. Ich bin nun schon zum zweiten Mal hier, es ist immer wieder fantastisch. Morgen werden noch Fotos und Text folgen. Der Tag hat leider auch hier nur 24 Stunden, wir haben einfach volles Programm. Morgen gehts zum Sonnenaufgang ins Rose Valley, daher heute keine Nachtschicht am PC (trotz Wifi im Zelt).

So jetzt kommen endlich noch ein paar Fotos. Lassen wir einfach Bilder sprechen. Die Aufnahmen sind gr├Âsstenteils in Zelve, Rose Valley, Red Valley, Love Valley entstanden. Abends fahren wir zweimal in den n├Ąchsten Ort, Avanos, der sehr sch├Ân an einem Fluss gelegen ist. Unsere Basis ist der Campingplatz “Panorama” am Ortseingang von G├Âreme. Der Blick ├╝ber den Ort und die Landschaft drumherum ist wirklich einmalig. Ahmed f├╝hrt den gesamten Platz fast allein, er wird nur von seiner Mutter in der K├╝che unterst├╝tzt. Er ist ein extrem lustiger, aber auch hilfsbereiter Typ. Er rennt unerm├╝dlich ├╝ber den Platz und ist immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Das Camp hat Getr├Ąnke inkl. kaltes Efes mit Selbstbedienung und einen kleinen Pool, genau die richtige Kombination nach einem staubigen Tag in der Felsw├╝ste.

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Durch die Berge nach Konya

Der Abstecher ans Meer hat sich gelohnt. Wir verabschieden uns von unseren netten Gastgebern und auf gehts in die Berge des Toroslar (West-Taurus). Wir fahren eine kleine Strasse ├╝ber Bozkir und Ak├Âren, ein absoluter Geheimtip. Zwischendurch verpassen wir eine Abbiegung und nehmen eine gesperrte Baustellenstrasse, zum gr├Âssten Teil schon feinste Schotterpiste. Als wir am Nachmittag in Konya ankommen, beschliessen wir, dort zu bleiben. Konya ist eine quirlige Stadt mit vielen Gesch├Ąften und H├Ąndlern und ein wichtiges religi├Âses Zentrum. Wir finden ein relativ g├╝nstiges Hotel in der N├Ąhe des Museum und verbringen den restlichen Tag mit Stadtbummel, Esssen und Trinken, und Quatschen mit diversen Leuten in der Stadt. Bier gibt es hier nicht an jeder Ecke, aber im Hotel gegen├╝ber werden wir schliesslich f├╝ndig. Morgen evtl. noch kurz in das Museum reinschauen. Laut Lonely Planet absolut sehenswert.

Am n├Ąchsten Morgen besuchen wir um neun noch schnell das Mevlana Museum. Diese Moschee mit dem gr├╝n gekachelten Turm war einst das Domizil der Derwische. Es wird von einer grossen Zahl Pilger und sonstiger t├╝rkischer Leute besucht. Ausl├Ąndische Touristen sehen wir fast keine. Dann geht es weiter nach G├Âreme, heute ist die Strecke eher langweilig. Unterwegs halten wir kurz in Sultanhani, einer alten Karawanserei.

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Weiter zur K├╝ste

Im Hostel unterhalten wir uns beim Fr├╝hst├╝ck mit Anil und Kemal, die auch mit 2 dicken Motorr├Ądern eine kleine Tour in der T├╝rkei machen. Beide m├╝ssen leider am Montag wieder arbeiten, daher geht es heute nach Hause. Wir machen uns auf den Weg zur K├╝ste, wo wir einen kurzen Stop einlegen wollen, bevor es dann Richtung Kappadokien geht. Vorher besuchen wir den 65 km von Egirdir entfernten Yasili Canyon, eine Schlucht mit einem tosenden Fluss. Wir bleiben dort etwa eine Stunde, nachdem wir den Eingang zum Canyon ├╝ber kleine Strassen und Schotterpisten erreicht haben. N├Ąchster Stop in der Touriwelt, wir haben Side erreicht. Kurzer Imbiss, ein paar Fotos vom Tempel und dem alten Theater und weiter gehts zum Campingplatz. Ein echter Geheimtipp, wir sind zun├Ąchst die einzigen G├Ąste in einem kleinen Garten direkt am Meer. Nach dem Bad in der Brandung bekommen wir zum Sonnenuntergang ein leckeres Abendessen serviert, wie im Paradies. Der Platz heisst Mavi Cennet, das heisst ├╝bersetzt tats├Ąchlich “blaues Paradies”, wie ich soeben von Ismail, unserem netten Gastgeber erfahre. Hier die Koordinaten: N 36 Grad 42,406 Minuten, O 31 Grad 34,348 Minuten (mavicennetcampingpension@hotmail.com). Sp├Ąt am Abend beobachten wir am Strand zwei Riesenschildkr├Âten, die sich den Strand hochm├╝hen um ihre Eier abzulegen und einzubuddeln. Die beiden Monster sind mindestens einen halben Meter gross und haben schwer zu arbeiten. Ich will sie nicht mit dem Blitz st├Âren, daher gibts kein Foto davon.

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Egirdir – Ruhetag am See

Ruhetag bedeutet nat├╝rlich nur, das die Motorr├Ąder heute stehenbleiben. Wir dagegen machen 800 H├Âhenmeter zu Fuss auf den tollen Aussichtsberg direkt bei Egirdir. Es ist nicht zu heiss heute und es weht ein st├╝rmischer Wind. Unterwegs begegnen wir nur ein paar Ziegen und sonst keiner Menschenseele. Oben am Gipfel kann man fast mit 45 Grad Schr├Ąglage stehen. Vorher waren wir noch kurz auf dem Markt, der unten im Dorf jeden Donnerstag stattfindet.

Seit heute gibt es einen neuen Men├╝punkt: unsere gefahrene Route (aktuell bis Istanbul) auf einer Google Karte zum zoomen und verschieben. Weitere Karten folgen sp├Ąter.

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Raus aus der Metropole

Ich bin mal wieder in Egirdir im Lale Hostel, ein sch├Ânes Wiedersehen. Aber der Reihe nach.

Dienstag, 21. Mai

Die Zeit in Istanbul war toll, aber nun kann es endlich weitergehen. Samane vom Hostel wird sich um die verfluchte Referenznummer in Teheran k├╝mmern, sie ist gestern nach Hause geflogen. Das Visum k├Ânnen wir dann – inshallah – in Trabzon abholen. Wir verabschieden uns vom hilfsbereiten Hostel-Team ( Mehmed und seine Mannschaft). Vielen Dank, wir hatten eine tolle Zeit bei euch. F├╝r mich geht es ein letztes Mal ├╝ber die Mega-Br├╝cke, nat├╝rlich auch heute wieder mit Sirenengeheul. Es dauert eine gef├╝hlte Ewigkeit, bis wir aus der riesigen Stadt raus sind. Aber dann haben wir eine sehr sch├Âne Strecke durch die H├╝gel nach Izmit. Am See bei Arifye machen wir eine kleine Pause auf einem riesigen Picknick-Gel├Ąnde direkt am See. Und weiter gehts ├╝ber Akyazi durch die Berge und ├╝ber kleine Strassen bis Nallihan. Der kleine sympathische Ort wird nach einem leckeren Abendessen mit vielen lustigen Bekanntschaften auch unser Nachtquartier. Heute ist wieder Biwak an einem kleinen Fluss angesagt. Nachts ist es recht windig und die Temperatur geht bis auf 13 Grad runter.

Mittwoch, 22.Mai

Im Ort kaufen wir eigentlich nur schnell ein Brot, werden aber sofort wieder mehrfach zu Chai und Geb├Ąck eingeladen. Prima, dann haben wir ja noch etwas f├╝rs zweite Fr├╝hst├╝ck ├╝brig. Selbst f├╝r unseren Einkauf im kleinen Laden in H├Âhe von umgerechnet etwa 1 Euro wird kein Geld verlangt. Die kleine Strasse von Nallihan ├╝ber Lacin nach Eskisehir entpuppt sich als das Highlight des Tages. Etwa 100 km feinste Kurven durch eine gigantische Landschaft, die uns irgendwie an die Weiten der USA erinnert. Links und rechts dominieren die Farben braun und gr├╝n, unterbrochen von leuchtend roten Mohnfeldern. Die Berge heissen in der Karte “S├╝ndiken Daglari”. Die Landschaft ├Ąndert sich st├Ąndig. Beim Tanken werden wir von der lokalen Polizeitruppe und dem Tankstellenbesitzer zum Chai eingeladen. Die haben ihren Tisch mitten zwischen den Zapfs├Ąulen aufgestellt und wir kommen gearde zur rechten Zeit :) Als wir unser Tagesziel, den Egirdir-See erreichen, f├╝hlt es sich an wie in der Schweiz mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund. Heute lief es richtig gut, hat voll Spass gemacht und wir haben wieder 400 km mehr auf der Uhr. Wir checken in einem Nebenhaus des Lale-Hostel ein. Hier gibts einen gigantischen Blick ├╝ber den See, leckeres Essen, WLAN und das ein oder andere Efes. Wir werden bestimmt zwei N├Ąchte bleiben.

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Impressionen am Bosporus

Wir sind weiterhin in Istanbul, ein Ende ist noch nicht absehbar. Wir sind immer noch an dem Visathema dran. Es gibt deutlich schlechtere Pl├Ątze zum Verweilen als hier, und nun ist auch endlich richtig Sommer. Neben einigen Erledigungen schauen wir uns die eine oder andere Sehensw├╝rdigkeit an und lassen uns durch das pulsierende Grossstadtleben treiben. Im Hostel f├╝hlen wir uns schon wie zu Hause. Weitere Fotos werden in diesem Artikel sp├Ąter noch erg├Ąnzt.

Ein Besuch beim Grand Basar (siehe grosses Foto) geh├Ârt auch zum Pflichtprogramm und lohnt sich. Hier muss allerdings hart verhandelt werden, das geh├Ârt dazu und macht auch richtig Spass.

Am Bosporusufer gibt es in mehreren Stadtteilen tolle Restaurants, Bars und Bierg├Ąrten, wo wir nat├╝rlich auch ├Âfters gerne mal abh├Ąngen.

In Ortak├Ây nahe der ersten Bosporusbr├╝cke gibt es einige gute Fischrestaurants. In diesem Viertel ist heute am Sonntag richtig viel Betrieb. Mit dem Nahverkehrssystem sind wir nun auch schon fast vertraut. Mit der Istanbul Card kann man U-Bahn, Tram, Stadtbusse und die F├Ąhren ├╝ber den Bosporus bargeldlos bezahlen. Der passende Betrag wir einfach abgebucht, nachde man die Karte vorher an einem Terminal aufgeladen hat. Beim Umsteigen wird nur noch ein geringer Betrag abgebucht, das macht es echt einfach.

ReifenwechselHeute war mal wieder viel zu tun. Ich steh tats├Ąchlich schon um sieben auf, packe die Reifen aufs Bike und mache mich auf den Weg zu Touratech. Gegen halb neun bin ich auf der Bosporusbr├╝cke, der Verkehr fliesst. Wow, das ist ein erhebendes Gef├╝hl in dieser H├Âhe mit dem Motorrad von Europa nach Asien zu schweben und dabei dieses grandiose Panorama zu geniessen. Am Ende der Br├╝cke gibt es ein Mautsystem mit einer elektronischen Erfassung von Bezahlkarten und Kameras. Als ich durchfahre, ert├Ânt sofort ein lautes Sirenensignal. Nichts wie weg hier… Die Werkstatt von Touratech ist dann auch schnell gefunden. Als ich komme, wird gerade aufgemacht und ein paar BMWs vor die T├╝r gerollt. Wir besprechen kurz, was gemacht werden soll, es gibt einen Tee, ich kann meine Jacke in den Schrank h├Ąngen.

home cookingDas ABS ist schnell wieder fit, es war wohl doch nur Dreck, der am Sensor festhing. Seltsam, nach meiner ersten Reinigung tat ers nicht. Als n├Ąchstes werden die Reifen bei einer kleinen Reifenwerkstatt um die Ecke gewechselt. F├╝r den verbogenen Handbremshebel schickt mich Onur zu einer kleinen Werkstatt ca. 20 km weiter. Das war ein guter Tip, dort bekomme ich einen gebrauchten Hebel und lasse ihn gleich einbauen. Wo ich schon mal dort bin, lasse ich gleich noch ein St├╝ck Rohr als Verl├Ąngerung unter den Seitenst├Ąnder schweissen. Endlich keine nervigen Balanceakte mehr. Dann gehts wieder 30 km durch das Grossstadtgewusel nach Hause. Es ist noch keine rush hour, daher l├Ąufts einigermassen fl├╝ssig.

Ein Tip f├╝rs Abendessen in Beyoglu: Acik Mutfak in der galipdede caddesi, wo wir leckeres homecooking geniessen. Nicht ganz billig, aber unbedingt einen Besuch wert. Zumal Alexandra aus San Francisco uns in dem ganz kleinen Restaurant sehr liebenswert bedient. Anschliessend st├╝rzen wir uns ins Nachtleben in einer kleinen Gasse in der Nachbarschaft. Hier ist am Samstag abend echt die H├Âlle los.

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Istanbul Sightseeing

Zun├Ąchst mal ist noch keine Zeit f├╝r die sch├Ânen Dinge der Stadt. Nach dem leckeren Fr├╝hst├╝ck im Hostel gehts mit dem Taxi zur Polizeistation in Zeytimboglu. Hier geht es ├╝berraschend fix und wir schaffen es grade noch bis 11 Uhr zur iranischen Botschaft. Hier allerdings Ern├╝chterung: Ohne die verfluchte Referenznummer geht momentan gar nichts. Man empfiehlt uns jedoch eine pers├Ânliche Einladung zu nutzen, das w├Ąre einfacher. Leicht gesagt, aber woher nehmen? Da wir grade mal in der N├Ąhe sind, schaun wir noch bei der Hagia Sofia und der Sultanahmed Moschee (blaue Moschee) vorbei. Auf dem Weg kommen wir an einem alten t├╝rkischen Badehaus vorbei. Wegen riesiger Warteschlangen an der Hagia Sofia schenken wir uns das Museum. Heiko schont den Fuss in einem Cafe und ich mache eine Fotorunde. Von der Br├╝cke aus nehmen wir die Personenf├Ąhre ├╝ber den Bosporus in den Stadtteil Kadik├Ây. Ein paar von den alten H├Ąusern sehen wir noch, aber wir sind vielleicht auch in der falschen Ecke. Jedenfalls ist auch hier eine sehr quirlige und angenehme Stimmung. Die Strassen werden momentan fast alle neu gemacht.
Abendessen gegen├╝ber vom Hostel und noch ein wenig Office-Arbeit. Der Blog will ja auch geschrieben sein und einiges muss noch mit Hilfe des Internets geplant werden. Seit heute bin ich auch bei couchsurfing angemeldet.

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Merhaba Istanbul

Donnerstag, 16. Mai

So richtig nett ist die Begr├╝ssung heute allerdings nicht. Auf der Br├╝cke zum Stadtteil Beyoglu, also ganz kurz vor unserem Ziel, gibts hinter mir einen lauten Knall und ich h├Âre einen Schrei von Heiko durch den Verkehrsl├Ąrm. Als ich in den Spiegel schaue, sieht alles normal aus, aber ich halte auf der Br├╝cke links an. Heiko steht nun auch und und sofort ist hinter uns ein riesiger Stau. Ich sehe nun, was passiert ist. Der Taxifahrer hinter ihm hat Heiko von hinten voll gerammt, der Vollpfosten. Zum Gl├╝ck konnte er das Motorrad noch irgendwie unter Kontrolle bringen, sonst… Nummernschild und Kofferhalterung sind verbogen, am Taxi ist vorne ein heftiger Schaden, u.a. ist der Scheinwerfer kaputt. Der Taxifahrer spricht nat├╝rlich kein Englisch und zuckt auch sonst nur mit den Schultern. Wir rufen die Polizei, die dann auch relativ schnell kommt. Das Ganze wird aufgenommen und wir k├Ânnen morgen irgendwo das Protokoll abholen kommen. Schlimmer ist, das Heikos rechter Fuss was abbekommen hat. Wir fahren nach einiger Zeit Papierkram weiter zum World House Hostel und nehmen dann sp├Ąter ein Taxi zum Krankenhaus. Das ist eine Erfahrung f├╝r sich, aber am Ende hat es ein Arzt zweimal gesehen und es wurde ger├Ântgt. K├╝hlen und hochlegen heisst der Plan, laufen geht fast gar nicht mehr. Die Bikes m├╝ssen nun aus der engen Strasse vor dem Hostel weg und ich parke sie vor dem Galata Turm in der N├Ąhe vom Hostel. Auf Kr├╝cken geht es nun zum Abendessen, zum Gl├╝ck haben wir alles direkt ums Eck. Sp├Ąter ziehe ich nochmal allein los bis zum Taksim Platz. ├ťberall hier tobt das Leben, Istanbul ist einfach fantastisch.



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Entlang der griechischen K├╝ste

Dienstag, 14.Mai

Heute schaffen wir es rechtzeitig zum Fr├╝hst├╝ck, packen und auschecken aus unserem Luxushotel. Die Sonne lacht, das schlechte Wetter ist vergessen. Markus wird uns heute leider verlassen, er f├Ąhrt zur K├╝ste nach Igoumenitsa und nimmt von dort die F├Ąhre zur├╝ck. Ab jetzt werden Heiko und ich die Tour hoffentlich wie geplant fortsetzen.

├ťber eine sch├Âne Bergstrecke fahren wir langsam wieder n├Ąher an die K├╝ste nach Thessaloniki, wo wir einen ganz kurzen Stop an der Uferpromenade machen. Gleich fallen einige afrikanische H├Ąndler ├╝ber uns her, aber ohne Erfolg. Trotzdem eine kleine nette Unterhaltung mit dem Typ aus Nigeria. Weiter geht es ├╝ber zum Teil sehr monotone Strecken, aber es duftet herrlich nach Mittelmeer und die Temperatur steigt bis auf 27 Grad, sehr angenehm. Sp├Ąter folgt die Strecke wieder der K├╝ste, teilweise direkt am Meer. Ich biege bei einem Schild “Vrasna Beach” rechts ab und wir finden ein wirklich paradiesisches Pl├Ątzchen mit Strand und kleiner Taverne. Das nutzen wir f├╝r eine gr├Âssere Rast mit Nahrungsaufnahme. Souvlaki, Bauernsalat und ger├Âstetes Brot, mmmmmh. Wir fahren noch weiter bis Kavala, wo wir einen Campingplatz fast am Strand finden. Immerhin haben wir heute 380 km geschafft, das ist nach den letzten Tagen gar nicht so schlecht. Es ist noch warm, also verzichte ich heute aufs Zelt und schlafe nur auf der Plane. Sp├Ąter treffen wir nebenan noch Sven und seine Miturlauber aus Ludwigsburg, die mit 2 VW Bullis auf dem Weg in die T├╝rkei sind.

Mittwoch, 15.Mai

Das Schlafen open air war wunderbar bequem und nicht zu kalt. Um neun Uhr ist an der Rezeption noch niemand, obwohl das quasi so vereinbart war. Das ist Pech, dann m├╝ssen wir wohl leider so fahren. War eine preiswerte ├ťbernachtung. In Kavala City machen wir kurzen Fr├╝hst├╝cksstop, dann geht es meist entlang der K├╝ste weiter. N├Ąchster Stop am einer kleinen Kapelle auf einer Insel, zu der man ├╝ber einen langen Steg gelangt. Agios Nikolaos steht auf griechisch am Eingang. Weiter gehts auf einer schmalen Landzunge zwischen zwei riesigen Seen hindurch. In Alexandroupoli machen wir Mittagspause. Direkt am Meer gibt es an der Uferpromenade eine Taverne, perfekt. Von hier ist es nicht mehr weit zur t├╝rkischen Grenze. Wir verlassen wieder einmal die EU, diesmal f├╝r l├Ąnger. Es ist erstaunlich wenig los, und in etwa 20 Minuten sind wir durch. Kein besonderer Papierkram, aber Fahrzeugpapiere und gr├╝ne Versicherungskarte brauchen wir auch hier. Es gibt einen Stempel vom Zoll in den Pass. In Tekirdag halten wir kurz an und werden spontan von einigen Strassenh├Ąndlern auf einen Chai eingeladen. Nette Begr├╝ssung in der T├╝rkei. Wir fahren noch weiter bis hinter Tekirdag, wo wir laut Navi einen Campingplatz finden sollten. Der Platz ist geschlossen und sieht auch nicht sehr einladend aus. Aber in der Ferienhausanlage nebenan d├╝rfen wir auf dem Parkplatz campen, auch ok. Es gibt fliessendes Wasser aus der Hauswand und einen kleinen Laden ein paar Meter weiter. So waren es dann wieder knapp 400 km heute, es geht voran. Am Abend planen wir noch die Weiterfahrt nach Istanbul, bzw.suchen das Stadtviertel mit den meisten Hostels, Beyoglu.

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