Magisches Montenegro – 5 Tage Endurowandern


Nun ist es Zeit f├╝r die zweite gr├Â├čere Tour mit der Suzi in diesem Jahr. Nach der super Tour in die Pyren├Ąen habe ich Lust auf mehr und m├Âchte den Herbstbeginn nochmal f├╝r eine ├Ąhnliche Tour nutzen. Ich habe etwa 11 Tage Zeit daf├╝r. Ich erinnere mich an die letzte Tour vor zwei Jahren, die mich nach Montenegro und Albanien f├╝hrte. Dort gibt es noch viel zu entdecken und diesmal bin ich etwas besser vorbereitet.
Mit Auto und Anh├Ąnger ist das Ziel entspannt zu erreichen und ich kann mehr Klamotten und Werkzeug etc. mitnehmen. Mein Kombi bietet mir unterwegs auch eine bequeme und sehr flexible ├ťbernachtung bei der Anreise. Ich entschlie├če mich f├╝r die etwas l├Ąngere Strecke “hintenrum” ├╝ber Ungarn und Serbien, weil ich Serbien noch nicht kenne und mal wieder etwas Neues kennenlernen m├Âchte. Bis Wien finde ich auch leicht zwei nette Mitfahrer, so da├č die Zeit wie im Fluge vergeht. Meine Route folgt von Wien weiter der Donau nach Budapest und Novi Sad. Am ersten Tag der Anreise schaffe ich es bis etwa nach Belgrad, wo ich auf einem Rastplatz an der Autobahn ├╝bernachte. Hier gibt es ein Mac Donalds, wo ich mein Fr├╝hst├╝ck mit Kreditkarte zahlen kann und auch kostenloses Wifi habe. Kurz hinter Belgrad verlasse ich die Autobahn sowie die Donau und es geht weiter ├╝ber die gar nicht so schlechten Landstrassen. Ich fahre eine sehr sch├Âne Stecke durch die serbischen Berge ├╝ber Pozega und Uzice. Am sp├Ąten Nachmittag erreiche ich mein Basislager in Kolasin/Montenegro. In der Privatunterkunft war ich schon vor zwei Jahren. Ich kann Auto und Anh├Ąnger wieder im Garten parken und auch f├╝r die n├Ąchsten Tage dort stehen lassen, wenn ich unterwegs bin.

Tag 1

Von Kolasin aus will ich in die von mir geplante Mountainbikerunde einsteigen. Was mit dem Mountainbike geht, sollte auch mit der kleinen Enduro machbar sein, sofern es keine Tragestrecken dabei gibt. Mal sehen… Nach dem Packen der Klamotten aufs Motorrad und in den Rucksack komme ich gegen 10 Uhr endlich los. Zun├Ąchst geht es ├╝ber eine ziemlich verdreckte und schlechte Strasse Richtung S├╝den. Hier baut eine chinesische Baufirma eine neue Strasse samt Br├╝cken. Beim ersten Fotostop nach ca 30 km f├Ąllt mir auf, das hinten am Motorrad irgendwas anders aussieht. Hmm, war da nicht mal ein Kennzeichen dran? Die komplette selbstgebaute Halterung samt R├╝ckstrahler ist weg, shit. Das wird zuhause wieder viel Arbeit. Ich fahre nochmal zur├╝ck in der Hoffnung, das Teil irgendwo zu finden. Fehlanzeige. Bei der Polizei in Kolasin bekomme ich ein sch├Ânes Schreiben, dass ich es offiziell verloren habe und wohl so weiterfahren darf. Also gut, zweiter Versuch, zum kleinen Bergsee direkt an der albanischen Grenze zu gelangen.

Nochmal durch die dreckige Baustelle, aber dann wird es echt sch├Ân, als es durch einen Wald rauf in die Berge des Komovi Gebirges geht. Vorbei am Katun Mokra ├╝ber eine steinige Piste einen Pas rauf und steil wieder runter. Dann sieht man schon den See, wow. Ich verbringe hier ein wenig Zeit und geniesse aus mehreren Perspektiven. Absolute Ruhe hier oben, ich f├╝hle mich wie am Ende der Welt. Oberhalb vom See sind ein paar H├╝tten, die im Sommer bewohnt sind. Jetzt sind nur wenige Menschen hier oben. Beim Weiterfahren winkt mir ein kleiner Junge zu, sonst treffe ich auf der ganzen Strecke niemand. ├ťber die hohen Berge gibt es keinen fahrbaren Weg nach Albanien r├╝ber. Dahinter liegt direkt das Vermosh Tal. Ich hatte den See schon vor zwei Jahren auf der Karte entdeckt und es war klar, dass ich jetzt hier hin muss.

Weiter geht es Richtung Westen, ich habe noch einige Kilometer heute zu machen bis Podgorica. Es folgt eine sehr steinige und kurvige Auffahrt mit vielen tollen Ausblicken. Die Landschaft ├Ąndert sich wieder und nach einiger Zeit gibt es wieder die ersten B├Ąume.

Einige Kilometer vor Podgorica wird das kleine Str├Ąschen etwas breiter und es bietet sich ein guter Ausblick ├╝ber die Ebene mit der Stadt und dem Shkodra Lake. Hier ist es schon wieder richtig warm, aber jetzt geht es ├╝ber eine gut asphaltierte Strasse nochmal ein paar hindert Meter runter bis auf 50 m NN. Ich fahre zu dem mir schon bekannten Hostel in der Altstadt, wo ich das letzte Bett bekomme. Schnell raus aus den Klamotten, es ist wirklich hei├č hier. Ohne den Umweg f├╝r die Nummernschildsuche waren es 100 km heute, davon aber auch einiges ├╝ber Asphalt. Abends kann man noch im T-Shirt drau├čen sitzen und alle scheinen das auch zu tun, in der Stadt ist richtig was los. Am Uhrturm gibt es ein Restaurant (Pod Volat) mit gro├čem Garten, wo ich sehr gut und preiswert esse. Auf der anderen Seite des kleinen Fl├╝sschens Ribnica ist die Neustadt, wo ich in der Kneipenstrasse noch was trinken gehe.

 

 

 

 

 

 

Tag 2

Von Podgorica breche ich fr├╝h auf. F├╝r heute habe ich kein Etappenziel, mal sehen, wie es l├Ąuft. Bis Danilovgrad ist die Strecke flach, von dort f├╝hrt ein kleines Str├Ąschen weit in die Berge rauf. Hier m├Âchte ich wirklich nicht mit dem Mountainbike rauf m├╝ssen. Nach einigen Kilometern h├Ârt der Asphalt auf und es geht durch einen sch├Ânen Wald. Ich komme an einem weiteren Katun und an einem Bergsee vorbei. Die Piste wechselt immer zwischen Stein, Schotter und Gras, alles ganz gut fahrbar.
Weiter f├╝hrt meine Route ├╝ber ein Hochplateau mit sch├Ânen Wiesen. Der Weg geht ├╝ber sanfte H├╝gel auf und ab, hier kann man es richtig gut laufen lassen. Enduro und Fahrer f├╝hlen sich sauwohl hier. Aber irgendwann bekomme ich doch etwas Hunger. Der Blick auf den Tacho sagt mir, dass ich mal ├╝ber Tanken nachdenken sollte. F├╝r den Notfall hab ich noch die 1,5 Liter extra im Gep├Ąck. Der Himmel wird etwas dunkler und ich bekomme ein paar Regentropfen ab. Auf dem Navi sehe ich einen kleinen Ort, das w├Ąre eigentlich ein gutes Etappenziel f├╝r heute. 180 km gr├Â├čtenteils offroad sind dann auch genug. Der Ort heisst Savnik und hat sogar ein Hotel. Eine andere Alternative sehe ich auch nicht, auch mein Abendessen gibts dort, ├╝brigens sehr lecker.
Das Doppelzimmer ist okay und am n├Ąchsten Morgen gibt es noch ein leckeres Fr├╝hst├╝ck. F├╝r 22,00 ÔéČ ist das absolut in Ordnung. Direkt nebenan ist eine kleine Tankstelle, so dass die dritte Etappe nun beginnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 3

Frisch aufgetankt geht es wieder die Strasse hoch, wo ich gestern die Route verlassen habe. Eine interessante Schotterpiste f├╝hrt oberhalb des sehr tiefen Nevidio Canyons entlang. Dieser kann nur mit Canyoning bezwungen werden. Sp├Ąter sehe ich den Komarnica-Stausee unten im Tal. Ich durchquere das Krnovo Plateau, das ausgedehnteste Grasland Montenegros.

Nach einer weiteren Talquerung mit steinigem Aufstieg gelange ich zum Durmitor Nationalpark. Weiter geht’s auf der S├╝dseite dr Durmitor Rundstrecke durch den Park. Dieser Rundkurs ist mittlerweile komplett asphaltiert und ich treffe hier auf andere Motorradfahrer und Autos. Leider beginnt es hier oben auf knapp 2000 m etwas zu regnen und die Sicht auf die umliegenden Berge ist etwas eingeschr├Ąnkt.

Aber das hat zugleich auch etwas Magisches, wenn pl├Âtzlich ein neuer Felsriese im Nebel auftaucht. Ich lasse mir Zeit, da es zu meinem Etappenziel bis Zabljak nicht mehr so weit ist. Ein etwas erholsamer Tag ist auch mal nicht schlecht. Auf der Ostseite des Parks erreiche ich dann auch schon bald Zabljak, wo ich mir diesmal ein Privatzimmer f├╝r 15 ÔéČ nehme. Den verbleibenden Nachmittag nutze ich f├╝r einen Spaziergang in die Umgebung. Mein Abendessen gibt’s heute wieder in der Krcma Nostalgija, einer Holzh├╝tte, wo ich auch vor 2 Jahren schon lecker gegessen habe.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4

F├╝r den letzten Tag meiner Runde gibt es heute noch ein besonderes Highlight: die Fahrt ├╝ber die Sinjavina Hochebene, umgeben von verschiedenen H├Âhenz├╝gen. Die Route f├╝hrt durch weitgehend menschenleeres Gebiet ohne Mobilfunkempfang. Die mond├Ąhnliche Landschaft wird durch den bew├Âlkten, aber interessanten Himmel noch st├Ąrker betont.

Mehrere Stunden bin ich hier unterwegs und treffe niemanden. Fast niemanden, denn hinter einer Kuppe kommen mir pl├Âtzlich zwei Jungs aus Tschechien auf ihren Quads entgegen. Es sind Vater und Sohn auf einer l├Ąngeren Reise durch den Balkan. Wir tauschen ein paar Travelstories aus und weiter geht’s. Ich komme an einigen verlassenen Katuns vorbei. Hier und da steht ein verfallenes Haus, immer ein gutes Fotomotiv in dieser monotonen, aber doch so faszinierenden Landschaft. Blo├č keine Panne hier, das wird ein weiter Fu├čmarsch!

Nach vielen weiteren Steinpisten, H├Âhenz├╝gen und Schotterabfahrten erreiche ich so eine Art Felsentor. Dahinter ├Ąndert sich die Landschaft schlagartig und es geht in Serpentinen in ein langes Tal runter. Es gibt pl├Âtzlich wieder gro├če B├Ąume und einige Zeit sp├Ąter tauchen erste H├Ąuser auf. Die Strecke wird besser und irgendwann erreiche ich kurz vor Kolasin die Hauptstrasse. Kurze Zeit sp├Ąter ist Suzi wieder aufgetankt und ich sitze im Heck meines Kombis und ziehe mich um. Das ist schon etwas irreal. Gerade noch auf dem Mond gewesen und jetzt gibt es wieder Bier, Benzin, Handyempfang und Wifi. Die n├Ąchste Nacht ist Gartencamping angesagt, ich schlafe komfortabel im Auto.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 5

Es gibt nach der erfolgreichen Vollendung meines Loops noch einen Bonustag. Das Wetter soll noch gut bleiben und ich habe eigentlich auch noch Zeit. Ich beschliesse, eine andere Route von Kolasin aus zu nehmen, die durch den Biogradska Gora Nationalpark f├╝hrt. Daraus k├Ânnte man eine sch├Âne Tour f├╝r 2 Tage basteln. Auto und Anh├Ąnger d├╝rfen noch im Garten bleiben. Nach dem Fr├╝hst├╝ck aus meiner Stammb├Ąckerei Pekara Bambi 5 geht es dann auch gleich los. Von Kolasin f├╝hrt der Weg nach Osten in Richtung Skigebiet Bjelasica. Auch hier wird gebaut. Nur mit etwas M├╝he kann ich einen Bagger passieren, der um sich herum riesige Erdhaufen vermischt mit gro├čen Steinen angeh├Ąuft hat. Das h├Ątte ich mit der BMW nicht geschafft, soviel ist sicher.


Das Schotterstr├Ąschen windet sich hinauf in die Berge, vorbei am Katun Vranjak. Hier bin ich wieder in der hochalpinen Zone mit genialen Ausblicken. Ich biege nicht ab zum Biogradska jezero sondern fahre runter zum Sisko jezero, dort war ich vor zwei Jahren auch schon.

Diesmal geht es weiter Richtung Norden, wieder viele Schotterkurven, W├Ąlder und Grasland. ├ťber Tomasevo geht es in ein Gebiet namens Sokolac. Auf einem Berg mache ich wegen der tollen Aussicht eine Pause und geniesse die Sonne. Die dunklen Wolken sind noch weit weg und werden von mir weitgehend ignoriert. Aber schon bald zieht es weiter zu und ich finde mich unter einem Baum wieder, den heftigen Regen abwartend. Danach hat sich der Schotterweg im Tal in einen Bach mit riesigen Pf├╝tzen verwandelt. Aber aufgrund des steinigen Untergrunds f├Ąhrt es sich hier immer noch ganz gut. Nach Barice gelange ich auf das Kosanica Plateau, von wo es auf der Strasse zur gro├čen Tara Br├╝cke weitergeht. Hier mache ich eine kurze Fotopause und ├╝berlege, wie es weitergehen soll. Bis Zabljak w├Ąre es jetzt nur noch Strasse. Ich entscheide mich aufgrund des wechselhaften Wetters f├╝r die R├╝ckfahrt entlang der Tara nach Kolasin. Mein Sprit m├╝sste gerade noch soweit reichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise Infos

KOLASIN
Privatunterkunft Lidija Rakocevic www.apartments-rakocevic.me, Tel. +382 67 401 416

PODGORICA
Hostel Montenegro Tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Restaurant Pod Volat 1 Trg Vojvode Be─çira Osmanagi─ça (am Uhrturm), Tel. +382 69 618 633

SAVNIK
Hotel Dokovic Doppelzimmer 22,00 ÔéČ inkl. Fr├╝hst├╝ck

ANREISE
Vignette ├ľsterreich 10 Tage 9,00 ÔéČ, Vignette Ungarn 10 Tage 9,00 ÔéČ, Maut Serbien bis Belgrad ca. 7,00 ÔéČ, Strecke bis Kolasin 1.675 km

In Kolasin nehme ich mir f├╝r die letzte Nacht dort ein Zimmer in einem anderen G├Ąstehaus. F├╝r 22,00 ÔéČ bekomme ich ein Top Zimmer inklusive Super Fr├╝hst├╝ck. Mein Auto kann hier auch im Hof parken, perfekt. Hier treffe ich Christopher und Christian, zwei Biker aus ├ľsterreich. Wir gehen am Abend zusammen essen und erkunden noch die Kneipenwelt von Kolasin. In einem Cafe gibt es Livemusik vom Feinsten, also trinken wir noch das ein oder andere Bier hier.

Am n├Ąchsten Tag geht es ├╝ber Landstrassen durch Serbien zur├╝ck. Fr├╝h morgens ├╝berquere ich die Grenze nach Ungarn an einem kleinen ├ťbergang (ca. 30 Minuten Wartezeit). Nach meinem Fr├╝hst├╝ck in Szeged fahre ich weiter nach Budapest, wo ich noch 2 N├Ąchte bleibe und ins normale Touristenleben eintauche, bevor es wieder zur├╝ck geht. Eine sehr vielseitige Tour mit vielen tollen Erlebnissen!


Endurowandern in den Pyren├Ąen

So, endlich geht es nun los! Mit Auto und Anh├Ąnger mit zwei Enduros drauf geht es durch Frankreich, erstmal bis Toulouse. Hier treffen wir Andreas und Rapha, die schon vorgefahren sind. Wir schaffen es gerade rechtzeitig zum Fussballspiel.
In der N├Ąhe des Campingplatzes gibt es ein zur Fl├╝chtlingsunterkunft umfunktioniertes Hotel, wo wir uns das Spiel anschauen k├Ânnen. Zu der Zeit ist die Fussballwelt noch in Ordnung, Deutschland gewinnt das zweite Vorrundenspiel. Am n├Ąchsten Tag machen wir eine Wanderung in Spanien kurz hinter der Grenze. Es geht zu verschiedenen imposanten Wasserf├Ąllen in einer sehr sch├Ânen Bergwelt. Unser erster Eindruck von den Pyren├Ąen.

Am Sonntag nachmittag erreichen wir dann unser Basislager in Isabena. Genaugenommen hei├čt der Ort La Puebla de Roda, wo wir unsere kleine Holzh├╝tte f├╝r die n├Ąchsten knapp 2 Wochen beziehen. Hier gibt es ein Restaurant, einen gro├čen Swimmingpool und jede Menge andere Motorradfahrer, darunter auch einige Endurofahrer. Rapha leiht sich hier eine 250er Yamaha aus, Andreas und ich nehmen die eigenen Maschinen.

Nach dem Fr├╝hst├╝cksbuffet packen wir unser Zeug f├╝r einige Tage Endurowandern. Wir wollen von Isabena nach Westen in Richtung Atlantik, aber das ist ein weiter Weg. Die von mir geplante Route ist bereits im Navi. Mal sehen, ob wir da auch ├╝berall fahren d├╝rfen. Nach Verabschiedung von den M├Ądels und Besuch bei der Dorftankstelle geht es dann endlich los, es ist schon fast 11 Uhr!

Kurz vor Roda d’Isabena gehts es rechts einen Feldweg rein. Da geht es dann mit einigen Steigungen, Wasser und vielen dicken Steinen gleich richtig zur Sache. Das perfekte Aufw├Ąrmtraining f├╝r den heutigen Tag! Es geht durch ein weites Tal vorbei an vielen verfallenen H├Ąusern. Bis nach Campo brauchen wir l├Ąnger, als gedacht. Dann fahren wir eine tolle Strecke ├╝ber Viu bis Laspuna. Die Highlights der Strecke sind ein Singletrail durch den Bergwald und eine Almwiese, die wir uns w├Ąhrend unserer Pause mit den K├╝hen teilen. Immer wieder gibt es faszinierende Ausblicke in die uns umgebende Bergwelt.

Es folgt eine Badepause im Rio Cinca. Da die Strecke durch die Anisclo Schlucht gesperrt ist, bleiben wir auf dem Campingplatz bei Puyarruego und beenden den heutigen Endurotag mit gut 100 km. Auf dem Campingplatz gibt es ein hervorragendes Men├╝ mit verschiedenen Auswahloptionen und einer Flasche Wein. Spanien spielt heute in der Vorrunde und gewinnt. Volles Haus und beste Stimmung sind garantiert. Mein neues kleines Zelt stellt sich als ganz tauglich heraus, allerdings brauche ich aufgrund der Temperatur in der Nacht nur das Innenzelt. Au├čer mir passt praktisch nichts rein, also braucht man bei schlechtem Wetter eine wasserdichte Verpackung f├╝r die Bikeklamotten.

N├Ąchster Tag, wieder geniales Wetter. Eine Tankstelle gibt es hier im Ort nicht, aber egal, wir haben alle noch etwas im Tank und ich habe noch meine 1,5 Liter Notfallflasche mit Sprit.

Zun├Ąchst f├╝hrt eine kleine kurvige Strasse nach Buerba in die Berge rauf. Nach dem Ort biegen wir ab in den Wald und fahren ├╝ber eine Mountainbikestrecke zum (wahrscheinlich) verlassenen Dorf Yeba. Dies ist mein Plan B f├╝r die gesperrte Anisclo-Schlucht, der sich als super offroad Strecke herausstellt. Die H├Ąuser hier sehen noch ganz gut in Schuss aus, aber wir sehen hier keine Menschenseele. Von Yeba geht es ├╝ber ein kleines, befestigtes Str├Ąschen weiter bis ins Tal bei Lacort. ├ťber die Hauptstrasse N-260 fahren wir noch weiter bis Fiscal und machen dort in einem sch├Ânen Restaurant mit Garten unsere Mittagspause. Jetzt noch schnell bis Broto zum Tanken, eine kleine Schwimmpause im Rio Ara und auf zur zweiten Etappe des heutigen Tages. Diese f├╝hrt zun├Ąchst rauf nach Bergua und dann weiter ├╝ber Waldwege.

Wir queren mehrere T├Ąler und unz├Ąhlige B├Ąche, kommen ├╝ber sch├Âne Hochplateaus und Wiesen. Ohne Open Street Maps h├Ątten wir diese Route nie gefunden bzw. und st├Ąndig verfahren. Aber so hat die Navigation bis auf einen kleinen Fehler prima geklappt. Kurz bevor wir Olivan erreichen, hat Andreas eine etwas unruhige Gashand und landet neben der Piste in einem Abhang. Zum Gl├╝ck passiert nichts weiter und die Reise kann bald weitergehen. Es folgt noch eine sch├Âne Abfahrt ├╝ber Waldwege von den Bergwiesen runter ins Tal bei Olivan. Unseren heutigen Campingplatz finden wir nach 145 km in Biescas. Davon waren es heute gesch├Ątzt sicher 90-100 offroad km. Der Campingplatz ist eigentlich recht gut, nur der Service im Restaurant ist echt ├╝bel chaotisch. Aber am Ende bekommen wir doch noch was zu essen und alles ist gut.

Mittwoch. Schnelles Fr├╝hst├╝ck im Camp, anschliessend Einkaufen im Ort. Rapha macht sich auf den R├╝ckweg nach Isabena, er hat die Yamaha nur f├╝r drei Tage gemietet. Andreas und ich h├Ąngen noch einen Tag dran, Wir fahren ├╝ber die N-260 s├╝dlich bis Senugue, tanken dort und schlagen uns dann Richtung Westen in die B├╝sche. Nach einer Piste mit grobem, lockerem Schotter stehen wir pl├Âtzlich vor einer doppelten Flussdurchfahrt. Das gemeine daran ist der breite Kiesstreifen mit riesigen, runden Steinen zwischen den beiden Flussarmen. Der erste ist einfach zu fahren, wenn man von den steilen Ufern mal absieht. Andreas ist hier etwas schnell und springt mit einem riesigen Satz aus dem Fluss raus…aber geschafft. Das tiefe St├╝ck darf ich dann mit beiden Motorr├Ądern machen :) Gut, dass wir relativ leichte Enduros haben, die sind f├╝r sowas gemacht. Wir folgen der Transpirinaica, eine MTB Strecke, die bis zum Atlantik f├╝hrt. Leider sind nicht alle Strecken f├╝r Motorr├Ąder erlaubt, obwohl hier kein richtiger Naturpark ist.

Die Strecke f├╝hrt durch eine sch├Âne Waldlandschaft ├╝ber einen Pass. Am Nachmittag beenden wir den offroad Teil in Castiello de Jaca und fahren noch weiter bis Jaca, eine alte K├Ânigsstadt mit einer riesigen Festung. Heute spielt Deutschland, daher die Eile. Besser w├Ąren wir weiter Enduro gefahren, das wars dann wohl mit der WM. Trotzdem ein sch├Âner Abend in Jaca. Das Wetter wird immer schw├╝ler und abends ziehen ein paar Gewitter vorbei, aber es bleibt trocken.

Donnerstag. Heute ist R├╝ckfahrt nach Isabena angesagt, gr├Â├čtenteils ├╝ber Asphalt. Wir machen noch einen Abstecher in das Skigebiet bei Panticosa, bevor es dann ├╝ber Broto, Fanlo, Nerin, Buerba, Laspuna wieder zur├╝ck geht.

Unterwegs erwischen mich einige heftige Regenschauer, aber das ist bei den Temperaturen gar nicht so schlecht. Zu erw├Ąhnen ist noch eine tolle, kleine Strasse von Laspuna ├╝ber Torrelisa nach Arro, wo man wieder auf die N-260 trifft. Rechtzeitig vor dem richtig heftigen Gewitter erreichen wir wieder den Campingplatz. Kurz danach kommt die Sturzflut. Jetzt ist so eine H├╝tte richtig gem├╝tlich. Wow, was f├╝r eine Tour!


 

ISABENA CAMPING
Ctra. Graus-Viella km 27, 22482 La Puebla de Roda, Spanien www.isabena.eu Tel. +43 974 544530, Camping und Bungalows, Restaurant, Pool, Motorradverleih, BMW Test Ride Center, Werkstatt, viele weitere sportliche Aktivit├Ąten.

Planung Sommerurlaub

Ende Juni geht es los, eine Tour mit Bergen, Beach und Bikes in den Pyren├Ąen. Der Campingplatz ist gebucht, nun arbeite ich noch an den Details der Tour. Vom Camping Isabena plane ich eine mehrt├Ągige Strecke bis zum Atlantik. Die Route soll zum gr├Â├čten Teil ├╝ber Schotter gehen und immer auf der S├╝dseite der Berge verlaufen. Erst am Ende wird die Grenze nach Frankreich ├╝berquert. Als Vorlage f├╝r die Routenplanung nehme ich die Transpirinaica, eine Mountainbikestrecke vom Mittelmeer zum Atlantik. Ich hoffe, dass wir unterwegs nicht auf allzu viele Verbotsschilder treffen, so dass Umwege ├╝ber die Strasse erforderlich werden. Verschiedene vorliegende Tracks werden in Routen umgewandelt und dann noch ein wenig im Editor bearbeitet, so dass mein Garmin damit auch zurechtkommt. Die OSM Karten sind routingf├Ąhig und routen auch ├╝ber den kleinsten Feldweg, perfekt! Ich werde vom Erfolg (hoffentlich!) berichten.

Jetzt bekommt die Suzi noch neue Reifen, diesmal hinten und vorne Michelin AC10. CHECK.
Der Luftfilter muss auch noch gereinigt werden. CHECK.
Heute Kette gereinigt, gepr├╝ft, ge├Âlt. CHECK.
Verschlei├č Ritzel gepr├╝ft. CHECK.
Schalthebel etwas gebogen und h├Âhergestellt. CHECK.

Zeit f├╝r eine Probefahrt mit den neuen Reifen. Hoppla, bei Geschwindigkeiten oberhalb 90 km/h schaukelt sie sich ganz sch├Ân auf. Ob das nur am Profil des Vorderreifens liegt oder auch an dem schweren 4 mm Schlauch vorne? Ich muss das nochmal mit anderem Reifendruck probieren.

UPDATE: Mit 1,25 bar vorne ist es etwas besser. Gewichtsverlagerung nach hinten hilft auf jeden Fall, also kann das erstmal so bleiben. Zum Schluss gibt es noch eine neue Batterie. Die alte hat genau eine Saison gehalten. Ich habe meinen freundlichen Suzuki H├Ąndler davon ├╝berzeugt, dass das nicht normal ist und eine neue auf Kulanz bekommen. Die Messung der Ladespannung zeigt keine Auff├Ąlligkeiten: 14,2-14,3 Volt im Leerlauf, bei h├Âheren Drehzahlen abnehmend bis 14,1 Volt. Morgen wird der Anh├Ąnger geholt und dann geht es loooooos!


Istrien Enduro 2017

Die diesj├Ąhrige Enduro Herbsttour f├╝hrt nach Istrien (Kroatien). Nach einigem hin und her wegen des Motorradtransports klappt es schlie├člich doch. Da ich aktuell kein Fahrzeug mit Anh├Ąngerkupplung habe, bin ich auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen.

Nachdem Teilnehmer und Fahrzeuge feststehen, k├Ânnen wir die Unterkunft buchen. Es soll noch einmal nach Draguc gehen, wo einige bereits im Juni (bei einer Bullenhitze) waren und noch weiteres Enduropotential ausgemacht haben.

Draguc ist ein kleines, auf einem Bergr├╝cken gelegenes Dorf in Istrien in der N├Ąhe des Jezero Butoniga. Von hier aus kann man Touren aller Schwierigkeitsgrade in alle Himmelsrichtungen unternehmen.

Wir sind diesmal zu sechst, alle aus dem Endurowander Forum. Unter Endurowandern versteht ja bekanntlich jeder etwas anderes. Alter, Fahrk├Ânnen und Erwartungen an den Urlaub sind nicht unbedingt bei allen gleich.

Ob das gutgehen kann? Um es vorwegzunehmen: Ja, es hat ganz gut gepasst und wir waren oft alle zusammen unterwegs und hatten sehr viel Spass dabei. Nat├╝rlich hat auch mal jemand ausgesetzt oder es haben sich zwei Teams gebildet, weil verschiedene Ziele angesteuert werden sollten.

Bereits vor unserer Ankunft war das Wetter recht nass, so da├č wir mit rutschigen Verh├Ąltnissen rechnen m├╝ssen. Unsere erste Tour am Sonntag f├╝hrt dann auch voll in den Matsch. Vorbei an einem Weinberg geht es auf einem schr├Ągen Weg durch kn├Âcheltiefem Matsch nach unten. Dort legen viele erstmal das Moped hin. Selbst bergab schieben ist nicht m├Âglich, da der Schlamm die R├Ąder blockiert und auch an den Stiefeln sofort festklebt.

Auch die Auffahrt auf der anderen Seite war nicht ohne. Wir rutschen und schlingern den Berg rauf. Hier zeigt sich, wer es wirklich kann und wer noch genug Stollen auf den Reifen hat. Am Nachmittag wird es dann fahrbarer, als wir durch ein Tal mit mehreren tiefen Flussquerungen nach Buzet fahren. Die Hauptstrasse zur├╝ck nach Draguc ist wegen eines Bergrennens gesperrt, also fahren wir ├╝ber kleine Nebenstr├Ąschen ├╝ber Vrc zur├╝ck. Abends ist Grillen am Pool angesagt.

Montag. Ich beschliesse, mein am Vortag etwas l├Ądiertes Bein zu schonen und unternehme allein einen Ausflug nach Motovun. Das alte St├Ądtchen liegt sehr malerisch auf einem Berg. Ich fahre vorbei am Parkplatz rauf auf den Berg und unternehme einen kleinen Rundgang zu Fu├č.

Tolle Restaurants mit Fernblick, viele Touristen. Hier ist Tr├╝ffel-Land, fast alle Gerichte werden mit Tr├╝ffeln angeboten. Am Fu├č des Berges beginnt eine Schotterstrecke, die ich bereits vorher aufs Navi kopiert habe. Die alte Bahnstrecke verl├Ąuft zun├Ąchst einfach und flach. Ich komme durch einen alten Bahnhof und ├╝ber ein Steinviadukt in sch├Âner Landschaft. Sp├Ąter verlasse ich die Bahnstrecke und die Route verl├Ąuft ├╝ber Felder und durch den Wald. Jetzt wird es fahrerisch interessanter mit engen Kurven, Anstiegen und vielen Steinen. Das letzte St├╝ck ist nicht mehr fahrbar, es f├╝hrt wieder durch tiefen Schlamm zwischen Weinbergen, deja vu.

Zur├╝ck in Motovun treffe ich ich den Rest der Truppe und wir trinken ein Pausenbier. Zur├╝ck nach Draguc geht es heute wieder ├╝ber meine Lieblingsstrecke bei Vrh. Bereits am Abend beginnt es wieder zu regnen.

Der Dienstag wird zum Pausentag deklariert. Bei dem Dauerregen will niemand fahren. Also bleiben wir mal einen Tag zuhause, sortieren Fotos, schreiben Emails, kochen was Leckeres, schauen Videos…

Am Mittwoch sieht es schon wieder besser aus, allerdings noch sehr grau ohne Sonne. Erstmal fahren wir alle zu einer Crossstrecke, die wir am Vortag entdeckt haben. Ein paar Runden dort sind ideal zum Aufw├Ąrmen am Morgen. Weiter geht es eine Schotterpiste ins Tal runter und ├╝ber Wiesenwege zur├╝ck nach Hause. Am Nachmittag sind wir zu dritt unterwegs und nehmen eine sehr enge Piste durch den Wald zur Autobahn runter. Von dort geht es ├╝ber Wiesen und Feldwege in ein gro├čes Waldgebiet. Rechtzeitig steige ich aus und fahre eine andere Route, bevor es dann wirklich f├╝r die beiden zu einer neuen Schlammschlacht wird.

Ich finde eine andere Strecke durch den Wald. Auch diese ist noch sehr nass und einmal saufe ich in einer riesigen Pf├╝tze ab. Trotz viel Wasser und Dreck wird es ein sehr sch├Âner Fahrtag.

Der Donnerstag verspricht endlich wieder Sonne und w├Ąrmeres Wetter. Zu viert wollen wir wir heute an die K├╝ste nach Porec fahren. Wir versuchen, auf m├Âglichst kleinen Wegen durch den Wald und ├╝ber die Felder ans Ziel zu gelangen. Das gelingt auch ganz gut bis einige Kilometer bevor wir die K├╝ste erreichen. Im Vergleich zum fast ausgestorbenen Draguc ist das hier schon eine andere Welt. Wir trinken in einem Cafe erstmal ein Bier und laufen dann zum Hafen runter. Dort gibts leckere Cevapcici zum Mittagessen.

Die anderen wollen schon zur├╝ck, ich bleibe noch ein wenig in Porec und schau mir die Altstadt an. Hier ist abends bestimmt viel los. Es gibt eine Menge gem├╝tlicher Kneipen und Cafes. Nach etwa einer Stunde wird es mir zu l├Ąstig, in den Endurostiefeln mit den Klamotten und Helm im Arm durch die Stadt zu laufen, und ich mache mich auf den R├╝ckweg. ├ťber Motovun geht es ├╝ber die Strasse zur├╝ck nach Draguc.

Auch am Freitag spielt das Wetter wieder perfekt mit und gleich nach dem Fr├╝hst├╝ck geht es los. ├ťber Schotter- und Wiesenwege fahren wir Richtung Hum und dann durch ein Waldst├╝ck weiter nach Buzet. Viele Steine und ein querliegender Baumstamm machen diesen Abschnitt interessant. In Buzet machen wir Pause in der Eisdiele. Am sp├Ąten Nachmittag werden die Bikes auf den H├Ąnger geladen, da es am Samstag leider schon wieder nach Hause geht. Zum Abschluss fahren wir am Abend ein paar Orte weiter und gehen alle zusammen in der Konoba Volte essen.


Fazit: Eine Woche Endurofahren mit Basislager ist keine schlechte Sache. Man muss sich nicht st├Ąndig um eine Unterkunft k├╝mmern und ist bei der Planung der Tagestouren relativ flexibel. Es gibt die verschiedensten Strecken in der n├Ąheren Umgebung, so da├č f├╝r jeden etwas dabei ist. Besonders f├╝r eine relativ gro├če Gruppe ist das sinnvoll. Allerdings kommt dabei das Gef├╝hl einer richtigen Motorradreise nicht auf. Dabei liegt der Reiz eben darin, da├č man morgens oft noch nicht wei├č, wo man abends schlafen wird und die Strecke spontan geplant wird. F├╝r die n├Ąchste Tour werde ich mir vielleicht noch ein kleineres Zelt kaufen um damit noch unabh├Ąngiger zu sein.

Einige Fotos stammen von Peter und Harry.


Alpentour GS

Die diesj├Ąhrige Sommertour mit Andreas und Rapha wir erstmals eine richtige GS-Tour. Wir sind alle drei mit einer GS unterwegs (2x F800 und meine R1100) und wir fahren Strasse und auch einige l├Ąngere Gel├Ąndestrecken. Dazu sp├Ąter. Los gehts am Sonntag fr├╝h ├╝ber die Autobahn A5 bis kurz vor Basel, dann beginnt eine sch├Âne ├ťberlandstrecke durch den Schweizer Jura. Eine liebliche Landschaft mit sanften H├╝geln und vielen Seen und kleinen Ortschaften. Am Anfang spielt das Wetter noch prima mit, aber auf den letzten Kilometern der sch├Ânen Nebenstrecke, ungef├Ąhr auf der H├Âhe von Genf, geraten wir in ein heftiges Unwetter. Gut, wenn man Regensachen dabei hat und diese auch rechtzeitig anzieht. Bei Andreas und Rapha endete der Tag ziemlich nass und kalt. Immerhin haben wir das geplante Ziel Annecy erreicht und dort ein billiges Zimmer in so einem “Premiere Class” Hotel gefunden, naja. Das Highlight war aber der Buffalo Grill direkt nebenan, das gute Abendessen war gesichert.

Am Montag Morgen zun├Ąchst Stadtbesichtigung Annecy bei sch├Ânstem Sonnenschein. Weiter gehts durch den parc naturel regional du massif des Bauges zum Col du Galibier. Diese Strecke sind wir schon vor zwei Jahren gefahren, sie ist Teil der Route des Grandes Alpes. Am Ende der langen Abfahrt erreichen wir Briancon, wo wir uns schon einen Campingplatz ausgesucht haben. Die abendliche Wanderung in die Stadt ist ganz nett, aber Briancon hat irgendwie Montag abends nicht viel zu bieten.

Der Dienstag soll uns nun endlich abseits der geteerten Strassen bringen. Dazu fahren wir ├╝ber den col du Montgenevre nach Italien r├╝ber und weiter bis Meana di Susa. Von hier geht die Tour ├╝ber den Finestre los. Eine kleine, asphaltierte Strasse schl├Ąngelt sich in engen Kehren den Berg hoch. Weiter oben geht es dann auf einer Schotterpiste weiter, bevor man auf der Assietta Kammstrasse weiterfahren kann, was wir trotz einsetzendem Regen tun. Die Piste ist hier relativ steinig, daher geht es auch bei dem Regen noch ganz gut zu fahren. Wir machen Mittagsrast im Rifugio Casa Assietta, wo wir ein einfaches Men├╝ mit K├Ąse, Fleisch und Polenta bekommen. Siehe da, nach dem Essen ist der Himmel wieder blau und die Wege trocknen ganz langsam wieder ab. Es gibt noch einige kleinere Matschl├Âcher, die stellen aber keine wirklichen Probleme dar. Nach einiger Zeit erreichen wir das Nordende von Sestriere, von wo es dann wieder auf der Strasse weitergeht. Vor Turin halten wir uns n├Ârdlich und fahren heute noch bis Lanzo Torinese, wo wir mit Hilfe des Navi und einigen Fehlversuchen einen gut versteckten Campingplatz finden.

Fazit: Die Assietta geh├Ârt eher zu den einfacheren Strecken, die man auch gut mit einer schweren Reiseenduro befahren kann. Selbst bei Regen war das heute gut machbar und hat viel Spa├č gemacht. Zu den Einschr├Ąnkungen siehe Text in der Box. Die S├╝dseite des Finestre muss dann eben nochmal bei besserem Wetter gefahren werden, dann lohnen sich auch die unten beschriebenen Besichtigungen der Festungsanlagen.

├ťber den Colle delle Finestre f├╝hrt eine Verbindung zwischen Susa (N) und dem Ort Depot bei Fenestrelle (S) bzw. Pourri├Ęres (SW). S├╝dlich des Scheitels, an der Pian dellÔÇÖ Alpe, liegt der Osteinstieg der Assietta-Kammstra├če (AKS). Als Befahrungsrichtung empfiehlt sich der Weg von N nach S: W├Ąhrend die S├╝drampe zwar schmal, aber komplett asphaltiert ist, erwarten den Motorradfahrer auf der Nordrampe nicht nur unz├Ąhligen Kehren, sondern auch Schotter. Mit ein wenig ├ťbung ist diese Strecke aber auch mit Tourern problemlos zu fahren. Bei feuchtem Wetter sollte man allerdings vorsichtig sein: Der Untergrund wird bei N├Ąsse streckenweise sehr rutschig.

Auf der S├╝dseite passiert man einige interessante Befestigungsanlagen, deren Zugang allerdings meist versperrt ist. Aber auch von der Stra├če her bieten sich interessante Einblicke in die milit├Ąrische Geschichte und die Baukunst vergangener Jahrhunderte. Das weitaus interessanteste Bauwerk ist die gewaltige Anlage des Forte di Fenestrelle, die sich vom Talboden aus ├╝ber ca. 3 km am S├╝dhang des Valle del Chisone hinaufzieht und dabei knapp 600 m H├Âhenunterschied ├╝berwindet. Die gewaltige Anlage, die zu den gr├Â├čten Festungsbauwerken in den Alpen z├Ąhlt, besteht eigentlich aus drei baulich miteinander verbundenen Festungen (San Carlo, Tre Denti und Delle Valli) und umfasst eine bebaute Fl├Ąche von 1,3 km┬▓. Die in 122 Jahren Bauzeit (1728 – 1850) errichtete und heute zum Teil restaurierte Anlage ist vom Tal aus zug├Ąnglich. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, aber man sollte daf├╝r einige Stunden einplanen ÔÇô und sich auf die insgesamt 3996 Stufen der ┬╗Scala Coperta┬ź einstellen, die die Teile der Anlage miteinander verbindet.

Der Colle dellÔÇÖAssietta liegt an der Assietta-Kammstra├če (AKS). Die Via dell Assietta (SP.173), die, von Pian dellÔÇÖAlpe an der S├╝drampe des Colle delle Finestre kommend, best├Ąndig an H├Âhe gewinnt, erreicht hier das Niveau des Kamms und setzt sich nach SW mit nur geringen H├Âhenunterschieden bis zum Colle Basset fort. In ihrem Verlauf bietet die AKS herrliche Aussichten auf das Pelvoux-Massiv, den Mont Chaberton sowie hinunter ins Chisone-Tal.
Am Scheitel zweigt nach Osten die gesperrte Strada del Gran Serin zum Gipfelfort auf dem Gran Serin (ca. 2 km) ab.

Aktuell sind f├╝r Finestre und AKS w├Ąhrend der Ferienmonate Juli und August Fahrverbote am Mittwoch und Samstag zwischen 9 und 17 Uhr in Kraft. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie ├ťberholverbot und Halteverbot au├čerhalb der Parkfl├Ąchen.

Quelle: alpenrouten.de

Der heutige Mittwoch geh├Ârt steckentechnisch nicht zu den Highlights. Wir fahren ├╝ber viele Nebenstecken weiter Richtung Lago Maggiore. Dabei gibte es auch einige tolle Abschnitte, aber leider auch sehr viel Tempo 30 in Ortschaften. Ab Meina geht es am Seeufer des Lago Maggiore entlang bis zum Campingplatz Conca d’Oro in Feriolo. Hier gibt es erstmal ein erfrischendes Bad im See. Unser Zeltplatz liegt direkt am Strand. Da die beiden nicht so recht wissen, ob sie abends essen gehen wollen und schon wieder jede Menge Zeug eingekauft haben, gehe ich alleine los in den Ort und genehmige mir eine riesige Pizza und zwei gro├če Bier in einem netten Restaurant am See. Perfekt nach einem sehr warmen Sommertag.

Donnerstag. Nach kurzer Lagebesprechung beim Fr├╝hst├╝ck steht fest: Ich werde alleine weiterfahren. Andreas und Rapha sind nach den letzten Tagen etwas erholungsbed├╝rftig und irgendwie nicht mehr sehr motiviert, die geplante Strecke noch ganz zu fahren. Und die manchmal etwas tr├Âdelige Fahrweise der beiden tr├Ągt auch zu meiner Entscheidung bei. Mir sind das Stilfserjoch und die sch├Âne Strecke am Arlberg wichtig und ich m├Âchte auf keinen Fall ├╝ber die Schweiz und Autobahn nach Hause fahren, was wohl jeder versteht. Gegen zehn Uhr bin ich wieder on the road und nehme als erstes die F├Ąhre nach Laveno-Mombello r├╝ber, das spart richtig Zeit. Von dort gehts ├╝ber Ponte Tresa ein St├╝ck durch die Schweiz. Der Verkehr in Lugano ist etwas nervig und es ist mittlerweile richtig hei├č. Ein sehr sch├Ânes St├╝ck am Nordufer des Luganer Sees f├╝hrt bis Porlezza, wo ich (wieder in Italien) Mittagspause mache. Sp├Ąter noch ein paar Fotostops am Lago di Como und weiter in das extrem hei├če Tal von Sondrio. Mein Bordthermometer zeigt bis zu 37 Grad im Schatten an, nicht schlecht. Weiter oben wird es dann besser. Ich beschliesse, heute nur bis Bormio zu fahren, nachdem ich mal die Wetterlage im Internet gecheckt habe. Das Wetter soll bis morgen Mittag mindestens halten, das reicht f├╝r den Pass. Ich fahre eine Runde durch den Ort eine kleine Bergstrasse rauf f├╝r ein paar Fotos und dann wieder zur├╝ck zu einem Hostel (Ostelo Alpino), das ich bei der Einfahrt nach Bormio schon gesehen habe. Sehr gute Entscheidung, siehe die Fotos. Die ├ťbernachtung mit Top-Fr├╝hst├╝ck und Garage f├╝r die Q kostet mich 30,00 Euro. Nach dem extrem hei├čen Tag erstmal duschen und dann mit der Kamera bewaffnet in die Stadt zum erkunden und Abendessen. Bormio gef├Ąllt mir sehr gut. Die Lage am Talende zwischen hohen Bergen macht die Stadt ideal als Ausgangspunkt f├╝r Wanderungen, Mountainbiketouren und nat├╝rlich f├╝r Wintersport. Entsprechend gro├č ist das Angebot an Unterk├╝nften und Restaurants hier.


Das Wetter am Freitag morgen ist tats├Ąchlich perfekt. Nach einem ausgezeichneten Fr├╝hst├╝ck im Hostel sitze ich gegen neun Uhr wieder auf der Q und rolle durch den Ort Richtung Stelvio. Die ersten Kurven des Stilfser Jochs fahre ich hinter ein paar belgischen Harleys. Sp├Ąter noch ein paar Fotos und schon bald stehe ich auf der Passh├Âhe bei erfrischenden 9 Grad. Die Abfahrt auf der Nordostseite ins Vinschgau ist ein veritables Kurventraining. Die Spitzkehren reihen sich in kurzer Folge aneinander und schon bald bin ich im Flow… Es ist noch nicht viel los hier, das sieht dann am Wochenende bestimmt ganz anders aus. Da die Wetteraussichten nicht perfekt sind, entscheide ich mich f├╝r eine kleine Abk├╝rzung und nehme den Weg “linksrum” ├╝ber den Reschenpa├č nach ├ľsterreich. Kurz nach dem Reschensee beginnt es dann leicht zu regnen. Mehrere kleine Schauer begleiten mich nun durch die Berge ├ľsterreichs. Nach der sch├Ânen Arlbergstrecke f├Ąngt es dann auf der Strecke Lech-Warth richtig an zu regnen und ich mache erstmal Mittagspause am Ortseingang von Warth. Fr├╝her war ich hier oft zum Skifahren, aber auch im Sommer ist hier viel los. Weiter geht es ├╝ber den Hochtannbergpa├č und runter bis Bregenz. Ein St├╝ck entlang des Bodensees und ├╝ber kleine Nebenstrecken vorbei an Ravensburg. ├ťber Sonnenb├╝hl und Reutlingen erreiche ich am Abend wieder Ludwigsburg.

Vom Col du Galibier, der Assietta und vom Stilfser Joch gibt es auch Videoaufnahmen. Das Schneiden dauert aber noch ein wenig, das wird sp├Ąter mal hier hochgeladen.

Einen weiteren sch├Ânen Blog vom Piemont gibt es hier bei Rossi


Endurotour in Wolfach

Am vergangenen Wochenende habe ich eine Endurotour beim Biker Weekend in Wolfach im Schwarzwald mitgemacht. Gar nicht so einfach, dort einen Platz zu bekommen, aber es hat dann schlie├člich doch geklappt. Die wilde Endurotruppe f├Ąllt hier etwas aus dem Rahmen, ansonsten geht es bei dem Event etwas gem├Ąchlicher zu. Etwa 200 Motorradfahrer waren dieses Jahr angemeldet, davon fahren die meisten aber nur auf der Strasse. Donnerstag abend gabs ein heftiges Gewitter mit Wolkenbruch, also am Freitag beste Wegverh├Ąltnisse f├╝r unsere Tour :) Wenigstens war es nicht mehr so heiss, das braucht man beim Endurofahren nicht.

P├╝nktlich um halb neun gings los. F├╝r das Briefing sind wir erstmal auf einen Berg oberhalb von Wolfach gebrettert, wo die Tour dann startete. Dann ging es den ganzen Tag durch Wolfachs W├Ąlder rauf und runter, oft ├╝ber enge und steile Schleifwege. Dazu war es im Gras oft sehr rutschig, also musste man schon dosiert am Kabel ziehen. Unsere Gruppe war recht homogen und so konnten wir ohne viel Warterei z├╝gig durch den Wald donnern. Ein Traum, leider geht das nur mit viel Vorbereitung und diversen Sondergenehmigungen. Daf├╝r nochmal ein Dankesch├Ân an die Veranstalter. Abends haben wir den Tag dann bei Bier und Grillen im Schlosshof in Wolfach ausklingen lassen.

Fazit: Einer meiner bisher besten Endurotage mit viel Fun und neuen Erfahrungen. Die DR-Z hat sich tapfer geschlagen. Auch ohne richtige Stollen am Vorderrad bin ich ganz gut klargekommen.

 

 

 

 

 

 
Und jetzt kommt das Highlight: Von dieser Tour gibt es mein erstes Video. Hier nur eine Kurzfassung (11 Minuten) mit urheberrechtsfreier Musik. Aufl├Âsung: 1280 x 720.



Septembertour – Montenegro (2)

Irgendwann l├Ąsst der Regen schliesslich nach und wir verlassen das Cafe bei der Tankstelle. Wir fahren die Hauptstrasse nach Shkoder rein und machen dort noch einen kleinen Stop in der Stadt. In der N├Ąhe der Moschee gibt es sogar eine schicke Fussg├Ąngerzone mit vielen L├Ąden und Cafes. Meine Suzi ist wieder bockig und will nicht anspringen. Also wieder mal anschieben und weiter gehts. Wir fahren die sch├Âne kleine Strasse Richtung K├╝ste zur Grenze nach Montenegro. Hier war ich vor drei Jahren schon mit der BMW auf dem Weg in den Iran langgefahren. An viele Stellen erinnere ich mich noch gut. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Stadt Bar und fahren in den Sonnenuntergang zur K├╝ste runter. Wir finden ein Gebiet mit vielen Appartements und werden uns nach kurzer Verhandlung mit einem Eigent├╝mer einig. Unsere einfache Unterkunft mit Parkplatz im Hof kostet 8,50 ÔéČ je Person, das ist g├╝nstig f├╝r eine Stadt dieser Gr├Â├če. Wir essen direkt in der Nachbarschaft in einem Biergarten mit guter lokaler K├╝che. Danach folgt ein kleiner Spaziergang in die City, wo es erstaunlich gute Kneipen und Cafes gibt.

Direkt neben unserer Unterkunft gibt es eine B├Ąckerei, wo wir uns das Fr├╝hst├╝ck besorgen. Ein letztes gemeinsames Fr├╝hst├╝ck im Hof, dann verabschiede ich mich von den beiden und fahre allein weiter Richtung Dubrovnik. Ich finde eine sehr kleine Strasse von Bar direkt in die Berge rauf und beschliesse, heute mal nur solche “Backroads” durch die Berge zu fahren. Da ich noch genug Zeit habe, steuere ich f├╝r heute mal die Hauptstadt Podgorica an. Dabei komme ich bei Vippazar noch einmal ganz nah an den Shkoder Lake dran. Weiter geht es ├╝ber kleinste Strassen ganz um die Bucht herum, bis ich sp├Ąter auf die M23 sto├če. Mitten in den Bergen sehe ich ein kleines Schild “Honey Trails and Tales”.

Ich folge dem kleinen Weg f├╝r etwa 2 km und lande auf einem gro├čen Anwesen. Ich werde von einem netten Mann begr├╝├čt, der mir dann stolz seinen Weinbau und die Obstg├Ąrten zeigt. Ich probiere sehr viele von seinen 42 verschiedenen Traubensorten und nat├╝rlich auch verschiedene Schn├Ąpse, die er selber brennt. Wirklich gut! Am Ende kaufe ich noch ein Glas Honig und fahre sehr entspannt zu meiner Route zur├╝ck. Schon bald taucht Podgorica vor mir auf und ich beschliesse, trotz der noch fr├╝hen Uhrzeit mir ein Quartier zu suchen und die Stadt zu erkunden. Leichter gesagt als getan. Keine POI im Navi und ich finde auch keinerlei Schilder f├╝r Privatzimmer. In einem Wohngebiet auf einem kleinen H├╝gel halte ich an. So bekomm ich Suzi auch ohne fremde Hilfe auch wieder zum laufen. Als ich am Handy nach einer Unterkunft suchen will, bietet mir jemand an, doch sein privates WLAN zu nutzen. Perfekt.

Er arbeitet in der Kirche gegen├╝ber und schl├Ągt mir vor, im Garten der Kirche auf dem perfekten Rasen mein Zelt aufzuschlagen. Einen solchen Campingplatz hatte ich auch noch nicht. Aber ich schaue zum Himmel und lehne das nette Angebot lieber an. Der n├Ąchste Regen ist nicht mehr weit. Ich notiere mir die Adressen von 2 Hostels und fahre per Navi dorthin, finde aber nichts. Niemand kennt das Hostel, dabei ist es nicht weit weg. Die Strassennamen wurden wohl mal ge├Ąndert. Ich gebe aber nicht auf und finde es schliesslich doch. Das hat sich gelohnt, das Hostel in der Altstadt ist wirklich prima. Zu Fu├č kann ich von hier ├╝ber eine alte Steinbr├╝cke in die Neustadt gehen, die auf der anderen Seite eines kleinen Flusses liegt. Ich habe vorher auf meiner Motorradrunde durch die Stadt schon das Kneipenviertel entdeckt und verbringe dort nun einen netten Abend mit Pizza und einigen Bier.

Am n├Ąchsten Morgen gehe ich nochmal in die City, um meine Crosshose mal wieder reparieren zu lassen. Diesmal ist an der kritischen Stelle rechts ein langer Ri├č und ein paar kleine L├Âcher. Um 12 Uhr kann ich die Hose abholen, diesmal kostet es f├╝nf Euro. Perfekt. Die heutige Etappe ist nicht sehr lang. Es geht ├╝ber Cetinje um den Nationalpark Lovcen herum. Die Strasse P1 ist wieder ganz nach meinem Geschmack, aber leider beginnt es schon wieder zu regnen. Also Regenjacke an und durch. Auf die Bergstrecke bei Cekanje kann ich mich gerade noch durchmogeln, eigentlich ist die Strecke schon gesperrt. Ich vermute, es soll etwas gesprengt werden. Am anderen Ende der langen Baustelle (endlich wieder Schotter und Steine) versperren grosse Felsen den Autos den Weg. Kurz vor der Abfahrt ins Tal werde ich dann richtig nass und fl├╝chte mich sp├Ąter in Njegusi in ein Gasthaus. Dort ist Stromausfall und ich esse bei Kerzenschein im fast dunklen Raum.

Zum Abschied darf mich der Kellner anschieben und es folgt die Serpentinenstrecke runter nach Kotor. Dort ist mir zuviel Trubel und ich suche mir ein g├╝nstiges Nachtquartier in Risan. Zum Fr├╝hst├╝ck fahre ich nochmal zur├╝ck nach Pergast, wo es morgens noch sehr friedlich und ruhig ist. Von dort fahre ich meine letzte Etappe zur├╝ck zum Campingplatz in Mlini, wo ich Michal gerade noch beim Zeltabbau treffe. Die beiden waren gestern schon hier und fahren heute weiter nach Mostar. Meine Tour geht jetzt mit dem Auto weiter, entlang der wundersch├Ânen kroatischen K├╝ste zur├╝ck nach Hause.

Reise Infos

BAR
Pod Lozom Restaurant http://en.podlozom-bar.com Tel. +382 30 350 007, Ilino 6, 85000 Bar

PODGORICA
Hostel Montenegro tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Bar “Berlin” Njegoseva, 24, https://de-de.facebook.com/Cafe-Berlin-639643132804683/

RISAN
Apartmani Vikovic nette Eigent├╝mer, +382 69 233 270

MLINI (Kroatien)
Camping Kate Tupina 1, 20207 Mlini, Hrvatska, +385 20 487 006, http://www.campingkate.com, g├╝nstiger als in Dubrovnik


Septembertour – Albanien

An der n├Ârdlichen Grenze zu Albanien bei Gusinje bin ich der einzige, willkommene Gast. Der nette Grenzer kritzelt zun├Ąchst eine kleine Karte auf einen winzigen Zettel, wo ich in der N├Ąhe eine prima Unterkunft finden kann. Dann werden meine Daten aufgenommen und er w├╝nscht mir eine gute Reise. So m├╝sste es immer sein… Direkt hinter der Grenze h├Ârt der Asphalt auf und es folgt ein St├╝ck Schotterpiste.

Ich entscheide mich, trotz des drohenden Regens einen Abstecher ins Vermosh-Tal zu machen. Bis vor Kurzem gab es hier hoch noch keine richtige Strasse und die Welt ist hier quasi zu Ende. Hinter den hohen Bergen liegt die Grenze zu Montenegro, hier ist f├╝r die Enduro Schlu├č. Im gesamten Tal kommt mir nur ein Auto entgegen und ich treffe einen kleinen Jungen, der fragt, ob ich ein Hotel suche. Hinter dem kleinen, fast verlassenen Ortskern von Vermosh geht der Weg nach einigen Flu├čdurchfahrten praktisch im Flussbett weiter, bevor ich sp├Ąter einen feuchten Kieselweg durch den Wald erreiche. Als der Weg immer schmaler wird, kehre ich um und fahre zur├╝ck auf die Hauptstrecke Richtung Shkodra.

Als ich an einer Baustelle nach einem Erdrutsch warte, kommen von hinten Michal und David aus Tschechien dazu (BMW 1200 GS und KTM 990 Adv). Der Tag geht langsam zu Ende und wir suchen uns gemeinsam eine Unterkunft in Lepushe. Zuf├Ąllig ist es das Guesthouse, das auf meiner kleinen Spezialkarte gekritzelt ist. Dort bekommen wir auch ein Abendessen, aber vorher geht’s noch bei den letzten Sonnenstrahlen auf ein Bier in die Dorfkneipe.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck erreichen wir bald das Ende der Schotterstrecke und es geht auf einer nigelnagelneuen Strasse mit tollen Kurven und Kehren runter ins Tal und weiter Richtung Shkodra.

Der Plan ist, heute noch die s├╝dliche offroad Strecke bis nach Theth zu schaffen, da heute nach dem Regen in der Nacht wirklich mal gutes Wetter ist. Unterwegs mag die KTM nicht mehr anspringen und meine kleine Suzi mit der schwachen Batterie muss Starthilfe geben! Der Stecker und das kleine Kabel sind schon praktisch. Wir vertr├Âdeln dann einige Zeit damit, einen Aluminium-Schweisser f├╝r den Heckrahmen der KTM zu finden, aber das klappt nicht. Schliesslich lassen wir das gro├če Topcase an einer Tankstelle, um es morgen nach der Tour wieder abzuholen. Die S├╝drunde beginnt in Shkodra und vor dem Beginn der offroad Strecke halten wir noch an einer kleinen Bar zum Mittagessen.

Jetzt warten 55 km Schotter und Steine auf uns, unterbrochen von einigen sch├Ânen Aussichtspunkten ├╝ber die Bergwelt der albanischen Alpen. Ich beneide die beiden Jungs mit ihren schweren Reiseenduros nicht, zum Teil ist es wirklich Arbeit. Heute freue mich wirklich ├╝ber meine luftige Crosshose, die nun aber auf der rechten Seite schon wieder leichte Materialschw├Ąchen zeigt. Die Motorr├Ąder und wir halten tapfer durch und nach einer Flussdurchfahrt erreichen wir punkt 18 Uhr Theth und finden auch schnell ein sch├Ânes Quartier. Wenn man auf diesem Weg hierher kommt, hat man wirklich das Gef├╝hl, an einem der abgelegensten und unzug├Ąnglichsten Orte Europas zu sein. Daher sind wir ├╝ber die Anzahl von Gasth├Ąusern und Touristen doch etwas erstaunt. Wir treffen einige Wanderer und Overlander mit gr├Âsseren Trucks und Unimogs. ├ťber die Nordroute kann man Theth jetzt ├╝ber eine sehr gute Strasse erreichen, nur die letzten 16 km sind noch Schotter. Auch heute bekommen wir wieder ein Abendessen in unserer Unterkunft im Garten serviert, toll.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck in der w├Ąrmenden Morgensonne machen wir eine kleine Erkundungsrunde zu Fu├č und nehmen einen kalten Drink in einer kleinen Berg-Bar. Hier treffen wir die Studentin Carlotta, die am Vortag mit ihrem Rucksack die Bergroute von Valbona genommen hat und jetzt in Theth ankommt, Respekt! Wir fahren weiter zur├╝ck Richtung Shkodra, wo wir noch ein ├╝ppiges Mittagsmahl haben und David sein Topcase wieder montiert. Uns bleibt allen noch etwas Zeit f├╝r Albanien, so beschliessen wir, heute noch bis ans Meer zu fahren und dann weitere Pl├Ąne zu machen. Im Strandort Velpodje gibt es sogar einen Campingplatz, wo wir f├╝r 2 ÔéČ je Person ├╝bernachten k├Ânnen. Es ist noch warm und trocken, daher verzichten wir aufs Zelt.

Das war ein Fehler, gegen f├╝nf Uhr fr├╝h f├Ąngt es an zu regnen und es folgt ein heftiges Gewitter. Also schnell alles unter ein Vordach getragen und dort den Sonnenaufgang abgewartet. Wir trinken dann einen Kaffee im Strandcafe und weiter gehts. Wir wollen in den n├Ąchsten Ort Shengjin. Die k├╝rzeste Strecke dorthin f├╝hrt direkt ├╝ber den Strand, also los. Es geht 8 km ├╝ber teilweise festen, oft aber auch sehr lockeren und tiefen Sand. Jetzt ist Profil und Motorleistung alles! Mit dem Gewicht weit hinten heizen wir ├╝ber den fast menschenleeren Strand, der an einer Stelle nur etwa einen halben Meter breit ist. Die Suzi hat manchmal ein paar l├Ąngere Aussetzer, und ich sehe mich schon 4 km am Strand entlang schieben.

Aber sie h├Ąlt durch und sp├Ąter tritt das Ph├Ąnomen auch nicht mehr auf. In Shengjin fahren wir noch ein paar Kreise in den Sand und dann fahren wir wieder zur├╝ck Richtung Shkodra. Auf dem Weg gibts das n├Ąchste Gewitter und wir verbringen eine Stunde in einer Tankstelle im Cafe. Es klart irgendwann wieder auf und wir wollen heute noch die K├╝stenstadt Bar in Montenegro erreichen. Ob das klappt und was uns in Bar erwartet erfahrt ihr dann im n├Ąchsten Blogeintrag.

 



Reise Infos

VERMOSH / LEPUSHE
Bujtina Lepusha (Guesthouse) www.kelmend-shkrel.org Tel. +382 69 27 79 72, 15,00 ÔéČ inkl. Abendessen + Fr├╝hst├╝ck, auch Camping m├Âglich

THETH
Bujtina Harusha sch├Âner Garten, 20,00 ÔéČ inkl. Abendessen + Fr├╝hst├╝ck

VELPODJE
Campingplatz am Ortsende direkt an dem kleinen Fluss in einem kleinen W├Ąldchen, sehr g├╝nstig

GELD
Wechselkurs 1 ÔéČ = 135 LEK, ATM in Shkoder, oft Zahlung in Euro m├Âglich, z.B. Tanken, Unterkunft


Septembertour – Montenegro (1)

Schnell noch zwei Wochen Urlaub zusammengekratzt, Anh├Ąnger gemietet und ab in den wilden Balkan. Samstag abend geht es schon los. Nach einer Nacht im Auto erreiche ich am Sonntag abend meinen Campingplatz in Mlini, das ist kurz hinter Dubrovnik. Dort bleiben Auto und H├Ąnger nun stehen und es geht mit der Suzi weiter. F├╝rs Gep├Ąck habe ich mir eine Fahrradtasche besorgt, die ich einfach ├╝bers Heck werfe und ein wenig verzurre. Mal sehen, ob sich das bew├Ąhrt. Nach der Grenze zu Montenegro lasse ich die Bucht von Kotor schnell hinter mir und fahre ab Risan eine kleine Strasse in die Berge rauf.
Der Regen hat sich noch nicht ganz aus der Region verzogen und einmal werde ich gut nass. ├ťber Niksic erreiche ich ├╝ber meist gute Strassen den Durmitor Nationalpark. Auf einem der vielen Katuns (Wiesen mit Sch├Ąferh├╝tten, siehe Titelfoto) h├Ątte ich gerne ├╝bernachtet, aber das n├Ąchste Gewitter zieht schon wieder auf. Stattdessen fahre ich weiter nach Zabljak, dem Ausgangsort f├╝r den Nationalpark. Hier gibt es unerwartet viele Hotels und Gasth├Ąuser. Ich finde ein Zimmer in einem Hostel (Hikers Den). Ein leckeres und g├╝nstiges Abendessen in der Nachbarschaft rundet den Tag ab. In der Nacht regnet es weiter, aber morgens ist es trocken. Ich mache eine kleine Morgenwanderung zum Black Lake, den ich um halb acht noch ganz f├╝r mich allein habe. Nach dem Regen der Nacht ist alles noch neblig und feucht und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den Wald.

W├Ąhrend sp├Ąter eine alte Dame f├╝r 2 ÔéČ meine Crosshose repariert, mache ich eine kleine Endurotour runter in die Tara-Schlucht. Das sind etwa 1000 H├Âhenmeter ├╝ber einen kurvigen Waldweg. Endlich offroad! Hier ist wirklich der Weg das Ziel, unten gibt es au├čer herrlich blau-gr├╝nem Wasser nichts zu sehen. Knapp zwei Stunden sp├Ąter ist die Hose fertig und meine Reise geht weiter. Ich mache einen Stop an der Br├╝cke ├╝ber die Tara-Schlucht und fahre dann entlang der Tara weiter nach S├╝dosten. Es ist ├╝brigens der zweitgr├Â├čte Flu├čcanyon nach dem Grand Canyon in den USA, wer h├Ątte das gedacht… Heute geht es noch bis Kolasin, wo ich f├╝r 15 ÔéČ ein prima Privatzimmer finde. Nach einem netten Abendessen mit einem Biker-P├Ąrchen aus Polen geht es nun am Mittwoch wieder etwas mehr offroad weiter.

Nach einigem ├ťberlegen entscheide ich mich f├╝r einen Biketrail durch den Biogradska Naturpark. Die Idee dazu hatte ich von Google maps, wo dieser mit TT3 eingezeichnet ist. An einem Kassenh├Ąuschen zahle ich 3 ÔéČ und frage, ob ich da wirklich mit dem Motorrad rein darf. “Ja klar, wenn du Enduro fahren kannst, kein Problem”. Nun gut. Anfangs sind noch einige Wanderer unterwegs, als ich mich einen steilen Waldweg mit Steinen und vielen engen Kehren hochk├Ąmpfe. Oben gibt es dann eine Wiese mit einer Art Almh├╝tte, wo ich zu Brotzeit und kaltem Drink sehr nett von Dajana empfangen werde. Weiter geht es ├╝ber Wiesen und Feldwege den Grat hinauf und auf der anderen Seite runter Richtung Lubnica / Berane. Ich mache noch einen Abstecher zu einem sch├Ânen See und halte dort Mittagsrast.

Zur├╝ck zum Hauptweg geht es ├╝ber wirklich kleine Pfade quer durch den Wald, aber mit der Suzi alles kein Problem. Zur├╝ck auf der Strasse, geht es ├╝ber Plav und Gusinje zur Grenze nach Albanien. Das wirklich dicke Gewitter droht schon wieder hinter den Bergen, aber irgendwie kann ich hoffentlich entkommen. Weiter geht die Geschichte im n├Ąchsten Blogeintrag “Albanien”.

 

 

 

Reise Infos

ZABLJAK
Hostel Hikers Den www.hostelzabljak.com DZ 28,00 ÔéČ (relativ teuer), bieten auch Canyoning und Rafting Touren an.
Krcma Nostalgija (Restaurant in Blockh├╝tte), Vuka Karad┼żi─ça, g├╝nstige und gute regionale K├╝che.

KOLASIN
Gorica Privatzimmer +382 67 345538, sch├Âner Garten, DZ 15,00 ÔéČ
Imanje Janketica (Almh├╝tte) Nationalpark Biogradska Gora, www.facebook.com/Imanje-Janketica-196917563998653/ Tel. +382 679167


├ťber die LGKS ans Mittelmeer

Juli 2016 | Offroadfahren in den Westalpen Nach den ersten Touren von Cuneo aus (siehe voriger Artikel) wollen wir nun die LGKS (Ligurische Grenzkammstrasse) unter die R├Ąder nehmen. Auto, H├Ąnger und mein Zelt bleiben auf dem Campingplatz. Andreas wird das grosse Zelt mitnehmen und ├╝ber die Strasse zum Mittelmeer fahren, da er offroad noch nicht so sicher ist. Rapha und ich fahren also mit einigermassen leichtem Gep├Ąck los. Au├čer ein paar Klamotten haben wir Wasser und Werkzeug dabei, man wei├č ja nie. ├ťber die Serpentinen fahren wir auf der Nordseite zum Tende rauf. Diese Stecke zweigt etwa 1 km vor dem Tende-Tunnel rechts ab. Am Ende der Serpentinen ist eine H├╝tte und der Asphalt h├Ârt auf. ├ťber einen Schotterweg geht es weiter rauf zum Fort Central, wo wir eine kleine Pause einlegen und das Panorama geniessen. Einige Kurven weiter ist am Skilift ein kleiner Checkpoint, wo wir die 10,00 ÔéČ Maut abdr├╝cken. Die Strecke ist limitiert auf 80 Autos und 140 Motorr├Ąder pro Tag, heute waren schon ca. 25 Motorr├Ąder vor uns da. Auf der Strecke verliert sich das, nur ab und zu kommt uns mal jemand entgegen. Von den Zust├Ąnden wie manchmal im August sind wir also sehr weit entfernt. Es geht ├╝ber einen Pass und wir passieren einen grandiosen Fels├╝berhang. Neben der nat├╝rlich nicht gesicherten Piste geht es steil runter, nichts f├╝r schwache Nerven. Schon bald erreichen wir eins der Highlights der Strecke, die gemauerte Haarnadelkehre am Col de la Boaire. Die Strecke ist relativ einfach zu befahren, aber man ist ja auch genug mit den Ausblicken besch├Ąftigt. Teilweise geht es durch schattigen Wald, immer wieder vorbei an Aussichtspunkten. Am Ende der LGKS Nord haben wir ca 35 km Schotter gefahren. Wir machen eine kleine Pause unterhalb des Monte Saccarello und ich programmiere die Route f├╝r die LGKS S├╝d. Von hier kann man nach Monesi di Triora abfahren.

Der S├╝dteil der LGKS ist ├Ąhnlich lang, aber schwieriger zu fahren. Es gibt einige “teilbefestigte” St├╝cke, was sich gut anh├Ârt, aber in der Praxis gar nicht so toll ist. Zwischen den intakten Stellen klaffen gro├če Schlagl├Âcher und teilweise ist alles mit grobem Ger├Âll bedeckt, so dass man sich die Spur gut aussuchen muss. Nach einem Abstecher auf den Monte Saccarello folgen wir wieder der Route rauf zum Pas du Tanarel. Der S├╝dteil geht tiefer durch die Berge, teilweise auch durch Wald und es gibt weniger tolle Ausblicke. Die Schotterstrecke endet kurz vor dem Colla di Langan, von wo wir auf direktem Weg nach Ventimiglia weiterfahren. Unterwegs gibts in einem kleinen Strassenrestaurant noch ein gro├čes Bier, was wir uns jetzt verdient haben.

Das Zelt wartet schon aufgebaut auf dem Camping in Latte auf uns. Vor uns liegt ein Pausentag am Mittelmeer. Am Abend des 14.Juli fahren wir ├╝ber die Grenze r├╝ber nach Frankreich, wo wir in Menton eine gute Zeit mit anschliessendem Feuerwerk haben. Nur wenige Kilometer entfernt in Nizza geschieht der schreckliche Terroranschlag mit dem LkW, bei dem 84 Menschen sterben m├╝ssen. Die grausame Nachricht erfahren wir erst sp├Ąter auf dem Campingplatz.

Der R├╝ckweg nach Cuneo f├╝hrt mich ├╝ber Breil-sur-Roya, die D91 und weiter ├╝ber die Baisse Peyrefique zum Fort Central rauf. Dies ist eine alternative Schotterpiste ab Casterino durch die Berge zur├╝ck zum Ausgangspunkt der Tour, wo ich die anderen wiedertreffe. Gemeinsam fahren wir nach Cuneo runter, wo unsere 3-Tages Tour zum Mittelmeer zu End geht.


LGKS Infos

Der Nordabschnitt der LGKS startet am Fort Central unweit des Colle di Tenda, wo es von der Anh├Âhe, auf der das Fort liegt, zun├Ąchst den Hang hinunter geht, wo man auf die Piste der Ligurischen Grenzkammstra├če trifft. Der “offizielle Einstieg” zweigt allerdings vom Fort aus gesehen hinter dem H├╝gel, vor dem die Kasernen liegen, von der Nordrampe des Colle di Tenda ab.
Am km 0.8 passiert man den (gesperrten) Abzweig zum Fort Tabourde, danach geht es durch ein Skigebiet aufw├Ąrts zu einer namenlosen Scharte. Die Strecken verl├Ąuft entlang des Kamms, der sich an der italienisch-franz├Âsischen Grenze hinzieht, nach Osten.
Die wohl meistfotografierteste Passage an der LGKS, die Kehre am Col de la Boaire erreicht man etwa am km 8.0. Der stark ausgesetzte Bogen ist ein herausragendes Beispiel f├╝r die k├╝hne Trassierung des alten Milit├Ąrstr├Ą├čchens. Der Pass selbst markiert auch den ├ťbertritt der Strecke auf franz├Âsisches Territorium.
Hinter dem Col de la Boaire wird der Zustand des Untergrundes schlechter: Auf der auch als ┬╗Route Marguareis┬ź bezeichneten Strecke ├╝ber den Colle Malaberghe bis etwa zum km 14.5, wo sich die Piste in s├╝dliche Richtung wendet, herrscht teilweise sehr grober Schotter vor, es gibt viele ausgewaschene Stellen und auch ein paar kleinere Felstreppen.
Etwa bei km 16,0 passiert man den Col des Seigneurs, wo die Stra├če wieder auf die italienische Seite der Grenze f├╝hrt . Etwas unterhalb der Scheitelh├Âhe liegt hier das 2005 neu aufgebaute Rifugio Barbera. Der daran anschlie├čende Streckenabschnitt, der teilweise aus dem Felsen herausgeschlagen wurde und unter dem ├ťberhang verl├Ąuft, umgeht in einer weiten Kehre die Cima di P├Ęrtega. Nachdem man den Colle delle Vecchie (km 20,3) tangiert hat, ver├Ąndert sich die bis dahin baumlosen Hochgebirgslandschaft. Der nun grob in Richtung S├╝dosten verlaufende Weg verl├Ąuft durch lichte L├Ąrchenw├Ąlder, bis man nach knapp 34 km auf den Abzweig nach Monesi trifft.
Hier kann man sich entscheiden, entweder der LGKS weiter ├╝ber den Passo di Tanarello zu folgen (S├╝dabschnitt) oder ins Tal abzufahren und z.B. die leichtere Alternativroute ├╝ber den Colle del Garezzo zu nehmen. Nur einen Katzensprung vom Endpunkt des Tracks entfernt liegen das Erl├Âserdenkmal und die Kuppe des Monte Saccarello.

Der S├╝dabschnitt der LGKS, der sich zwischen dem Passo di Tanarello und der Colla di Langan erstreckt, unterscheidet sich landschaftlich deutlich vom Nordabschnitt. Im Gegensatz zu den kahlen oder nur grasbewachsenen felsigen H├Ąngen zwischen dem Colle di Tenda und dem Monte Saccarello verl├Ąuft das ehemalige Milit├Ąrstr├Ą├čchen hier zum gro├čen Teil durch bewaldetes Gel├Ąnde.
Der Beginn dieses Tracks liegt an der Kreuzung, an der die von Monesi kommende geschotterte Stra├če auf die eigentliche Ligurische Grenzkammstra├če trifft. Hier befindet zweigt auch der Stich zum Monte Saccarello ab. Man h├Ąlt sich zun├Ąchst s├╝dlich auf dem bergan f├╝hrenden Weg und erreicht nach 11 Kehren und etwa 2,5 km den Passo die Tanarello, der mit 2045 m auch der h├Âchste Punkt des S├╝dteils ist. Es folgt der schwierigste Abschnitt, das reichlich 5 km lange Teilst├╝ck zwischen dem Passo di Tanarello und dem Passo di Collardente, das in der Vergangenheit auch hin und wieder wegen gr├Â├čerer Rutschungen gesperrt war und an einigen Stellen Felstreppen und groben Schotter aufweist. Am km 7,7 hat man den Passo di Collardente erreicht. Von hier aus kann man ├╝ber eine nach Osten abzweigend, ca. 5 km lange Verbindungstrecke zum Passo della Guardia auf der italienischen Seite abfahren.
Die Colla di Sanson passiert man bei km 11,5 und hat auch hier wieder die M├Âglichkeit, entweder ├╝ber den Col Linaire nach La Brigue in Frankreich oder ostw├Ąrts zur italienischen Seite hin nach Verd├ęggia abzubiegen.
Die LGKS folgt weiter dem Kammverlauf in grob s├╝ds├╝dwestlicher Richtung. Etwa bei km 15 passiert man einen nach Westen abzweigenden (gesperrten) Stich zu den ├ťberresten der Forts auf den Gipfeln Cime de Marte und Balcon de Marte, bevor man am km 16,4 den Col Bertrand erreicht. Kurz danach folgen einigen Kehren und der Track verl├Ą├čt den Grenzkamm. Am Colle Melosa (km 21,8) trifft man wieder auf die Spuren der Zivilisation: Der Schotter endet hier und etwa bei km 28,1 trifft man an der Colla di Langan auf die nach Pigna bzw. Triora f├╝hrende SP 65.

Achtung: Die LGKS Nord soll montags /und dienstags f├╝r Motorfahrzeuge gesperrt sein!

Quelle: alpenrouten.de