Istrien Enduro 2017

Die diesjährige Enduro Herbsttour führt nach Istrien (Kroatien). Nach einigem hin und her wegen des Motorradtransports klappt es schließlich doch. Da ich aktuell kein Fahrzeug mit Anhängerkupplung habe, bin ich auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen.

Nachdem Teilnehmer und Fahrzeuge feststehen, können wir die Unterkunft buchen. Es soll noch einmal nach Draguc gehen, wo einige bereits im Juni (bei einer Bullenhitze) waren und noch weiteres Enduropotential ausgemacht haben.

Draguc ist ein kleines, auf einem Bergrücken gelegenes Dorf in Istrien in der Nähe des Jezero Butoniga. Von hier aus kann man Touren aller Schwierigkeitsgrade in alle Himmelsrichtungen unternehmen.

Wir sind diesmal zu sechst, alle aus dem Endurowander Forum. Unter Endurowandern versteht ja bekanntlich jeder etwas anderes. Alter, Fahrkönnen und Erwartungen an den Urlaub sind nicht unbedingt bei allen gleich.

Ob das gutgehen kann? Um es vorwegzunehmen: Ja, es hat ganz gut gepasst und wir waren oft alle zusammen unterwegs und hatten sehr viel Spass dabei. Natürlich hat auch mal jemand ausgesetzt oder es haben sich zwei Teams gebildet, weil verschiedene Ziele angesteuert werden sollten.

Bereits vor unserer Ankunft war das Wetter recht nass, so daß wir mit rutschigen Verhältnissen rechnen müssen. Unsere erste Tour am Sonntag führt dann auch voll in den Matsch. Vorbei an einem Weinberg geht es auf einem schrägen Weg durch knöcheltiefem Matsch nach unten. Dort legen viele erstmal das Moped hin. Selbst bergab schieben ist nicht möglich, da der Schlamm die Räder blockiert und auch an den Stiefeln sofort festklebt.

Auch die Auffahrt auf der anderen Seite war nicht ohne. Wir rutschen und schlingern den Berg rauf. Hier zeigt sich, wer es wirklich kann und wer noch genug Stollen auf den Reifen hat. Am Nachmittag wird es dann fahrbarer, als wir durch ein Tal mit mehreren tiefen Flussquerungen nach Buzet fahren. Die Hauptstrasse zurück nach Draguc ist wegen eines Bergrennens gesperrt, also fahren wir über kleine Nebensträschen über Vrc zurück. Abends ist Grillen am Pool angesagt.

Montag. Ich beschliesse, mein am Vortag etwas lädiertes Bein zu schonen und unternehme allein einen Ausflug nach Motovun. Das alte Städtchen liegt sehr malerisch auf einem Berg. Ich fahre vorbei am Parkplatz rauf auf den Berg und unternehme einen kleinen Rundgang zu Fuß.

Tolle Restaurants mit Fernblick, viele Touristen. Hier ist Trüffel-Land, fast alle Gerichte werden mit Trüffeln angeboten. Am Fuß des Berges beginnt eine Schotterstrecke, die ich bereits vorher aufs Navi kopiert habe. Die alte Bahnstrecke verläuft zunächst einfach und flach. Ich komme durch einen alten Bahnhof und über ein Steinviadukt in schöner Landschaft. Später verlasse ich die Bahnstrecke und die Route verläuft über Felder und durch den Wald. Jetzt wird es fahrerisch interessanter mit engen Kurven, Anstiegen und vielen Steinen. Das letzte Stück ist nicht mehr fahrbar, es führt wieder durch tiefen Schlamm zwischen Weinbergen, deja vu.

Zurück in Motovun treffe ich ich den Rest der Truppe und wir trinken ein Pausenbier. Zurück nach Draguc geht es heute wieder über meine Lieblingsstrecke bei Vrh. Bereits am Abend beginnt es wieder zu regnen.

Der Dienstag wird zum Pausentag deklariert. Bei dem Dauerregen will niemand fahren. Also bleiben wir mal einen Tag zuhause, sortieren Fotos, schreiben Emails, kochen was Leckeres, schauen Videos…

Am Mittwoch sieht es schon wieder besser aus, allerdings noch sehr grau ohne Sonne. Erstmal fahren wir alle zu einer Crossstrecke, die wir am Vortag entdeckt haben. Ein paar Runden dort sind ideal zum Aufwärmen am Morgen. Weiter geht es eine Schotterpiste ins Tal runter und über Wiesenwege zurück nach Hause. Am Nachmittag sind wir zu dritt unterwegs und nehmen eine sehr enge Piste durch den Wald zur Autobahn runter. Von dort geht es über Wiesen und Feldwege in ein großes Waldgebiet. Rechtzeitig steige ich aus und fahre eine andere Route, bevor es dann wirklich für die beiden zu einer neuen Schlammschlacht wird.

Ich finde eine andere Strecke durch den Wald. Auch diese ist noch sehr nass und einmal saufe ich in einer riesigen Pfütze ab. Trotz viel Wasser und Dreck wird es ein sehr schöner Fahrtag.

Der Donnerstag verspricht endlich wieder Sonne und wärmeres Wetter. Zu viert wollen wir wir heute an die Küste nach Porec fahren. Wir versuchen, auf möglichst kleinen Wegen durch den Wald und über die Felder ans Ziel zu gelangen. Das gelingt auch ganz gut bis einige Kilometer bevor wir die Küste erreichen. Im Vergleich zum fast ausgestorbenen Draguc ist das hier schon eine andere Welt. Wir trinken in einem Cafe erstmal ein Bier und laufen dann zum Hafen runter. Dort gibts leckere Cevapcici zum Mittagessen.

Die anderen wollen schon zurück, ich bleibe noch ein wenig in Porec und schau mir die Altstadt an. Hier ist abends bestimmt viel los. Es gibt eine Menge gemütlicher Kneipen und Cafes. Nach etwa einer Stunde wird es mir zu lästig, in den Endurostiefeln mit den Klamotten und Helm im Arm durch die Stadt zu laufen, und ich mache mich auf den Rückweg. Über Motovun geht es über die Strasse zurück nach Draguc.

Auch am Freitag spielt das Wetter wieder perfekt mit und gleich nach dem Frühstück geht es los. Über Schotter- und Wiesenwege fahren wir Richtung Hum und dann durch ein Waldstück weiter nach Buzet. Viele Steine und ein querliegender Baumstamm machen diesen Abschnitt interessant. In Buzet machen wir Pause in der Eisdiele. Am späten Nachmittag werden die Bikes auf den Hänger geladen, da es am Samstag leider schon wieder nach Hause geht. Zum Abschluss fahren wir am Abend ein paar Orte weiter und gehen alle zusammen in der Konoba Volte essen.


Fazit: Eine Woche Endurofahren mit Basislager ist keine schlechte Sache. Man muss sich nicht ständig um eine Unterkunft kümmern und ist bei der Planung der Tagestouren relativ flexibel. Es gibt die verschiedensten Strecken in der näheren Umgebung, so daß für jeden etwas dabei ist. Besonders für eine relativ große Gruppe ist das sinnvoll. Allerdings kommt dabei das Gefühl einer richtigen Motorradreise nicht auf. Dabei liegt der Reiz eben darin, daß man morgens oft noch nicht weiß, wo man abends schlafen wird und die Strecke spontan geplant wird. Für die nächste Tour werde ich mir vielleicht noch ein kleineres Zelt kaufen um damit noch unabhängiger zu sein.

Einige Fotos stammen von Peter und Harry.

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Alpentour GS

Die diesjährige Sommertour mit Andreas und Rapha wir erstmals eine richtige GS-Tour. Wir sind alle drei mit einer GS unterwegs (2x F800 und meine R1100) und wir fahren Strasse und auch einige längere Geländestrecken. Dazu später. Los gehts am Sonntag früh über die Autobahn A5 bis kurz vor Basel, dann beginnt eine schöne Überlandstrecke durch den Schweizer Jura. Eine liebliche Landschaft mit sanften Hügeln und vielen Seen und kleinen Ortschaften. Am Anfang spielt das Wetter noch prima mit, aber auf den letzten Kilometern der schönen Nebenstrecke, ungefähr auf der Höhe von Genf, geraten wir in ein heftiges Unwetter. Gut, wenn man Regensachen dabei hat und diese auch rechtzeitig anzieht. Bei Andreas und Rapha endete der Tag ziemlich nass und kalt. Immerhin haben wir das geplante Ziel Annecy erreicht und dort ein billiges Zimmer in so einem “Premiere Class” Hotel gefunden, naja. Das Highlight war aber der Buffalo Grill direkt nebenan, das gute Abendessen war gesichert.

Am Montag Morgen zunächst Stadtbesichtigung Annecy bei schönstem Sonnenschein. Weiter gehts durch den parc naturel regional du massif des Bauges zum Col du Galibier. Diese Strecke sind wir schon vor zwei Jahren gefahren, sie ist Teil der Route des Grandes Alpes. Am Ende der langen Abfahrt erreichen wir Briancon, wo wir uns schon einen Campingplatz ausgesucht haben. Die abendliche Wanderung in die Stadt ist ganz nett, aber Briancon hat irgendwie Montag abends nicht viel zu bieten.

Der Dienstag soll uns nun endlich abseits der geteerten Strassen bringen. Dazu fahren wir über den col du Montgenevre nach Italien rüber und weiter bis Meana di Susa. Von hier geht die Tour über den Finestre los. Eine kleine, asphaltierte Strasse schlängelt sich in engen Kehren den Berg hoch. Weiter oben geht es dann auf einer Schotterpiste weiter, bevor man auf der Assietta Kammstrasse weiterfahren kann, was wir trotz einsetzendem Regen tun. Die Piste ist hier relativ steinig, daher geht es auch bei dem Regen noch ganz gut zu fahren. Wir machen Mittagsrast im Rifugio Casa Assietta, wo wir ein einfaches Menü mit Käse, Fleisch und Polenta bekommen. Siehe da, nach dem Essen ist der Himmel wieder blau und die Wege trocknen ganz langsam wieder ab. Es gibt noch einige kleinere Matschlöcher, die stellen aber keine wirklichen Probleme dar. Nach einiger Zeit erreichen wir das Nordende von Sestriere, von wo es dann wieder auf der Strasse weitergeht. Vor Turin halten wir uns nördlich und fahren heute noch bis Lanzo Torinese, wo wir mit Hilfe des Navi und einigen Fehlversuchen einen gut versteckten Campingplatz finden.

Fazit: Die Assietta gehört eher zu den einfacheren Strecken, die man auch gut mit einer schweren Reiseenduro befahren kann. Selbst bei Regen war das heute gut machbar und hat viel Spaß gemacht. Zu den Einschränkungen siehe Text in der Box. Die Südseite des Finestre muss dann eben nochmal bei besserem Wetter gefahren werden, dann lohnen sich auch die unten beschriebenen Besichtigungen der Festungsanlagen.

Über den Colle delle Finestre führt eine Verbindung zwischen Susa (N) und dem Ort Depot bei Fenestrelle (S) bzw. Pourrières (SW). Südlich des Scheitels, an der Pian dell’ Alpe, liegt der Osteinstieg der Assietta-Kammstraße (AKS). Als Befahrungsrichtung empfiehlt sich der Weg von N nach S: Während die Südrampe zwar schmal, aber komplett asphaltiert ist, erwarten den Motorradfahrer auf der Nordrampe nicht nur unzähligen Kehren, sondern auch Schotter. Mit ein wenig Übung ist diese Strecke aber auch mit Tourern problemlos zu fahren. Bei feuchtem Wetter sollte man allerdings vorsichtig sein: Der Untergrund wird bei Nässe streckenweise sehr rutschig.

Auf der Südseite passiert man einige interessante Befestigungsanlagen, deren Zugang allerdings meist versperrt ist. Aber auch von der Straße her bieten sich interessante Einblicke in die militärische Geschichte und die Baukunst vergangener Jahrhunderte. Das weitaus interessanteste Bauwerk ist die gewaltige Anlage des Forte di Fenestrelle, die sich vom Talboden aus über ca. 3 km am Südhang des Valle del Chisone hinaufzieht und dabei knapp 600 m Höhenunterschied überwindet. Die gewaltige Anlage, die zu den größten Festungsbauwerken in den Alpen zählt, besteht eigentlich aus drei baulich miteinander verbundenen Festungen (San Carlo, Tre Denti und Delle Valli) und umfasst eine bebaute Fläche von 1,3 km². Die in 122 Jahren Bauzeit (1728 – 1850) errichtete und heute zum Teil restaurierte Anlage ist vom Tal aus zugänglich. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, aber man sollte dafür einige Stunden einplanen – und sich auf die insgesamt 3996 Stufen der »Scala Coperta« einstellen, die die Teile der Anlage miteinander verbindet.

Der Colle dell’Assietta liegt an der Assietta-Kammstraße (AKS). Die Via dell Assietta (SP.173), die, von Pian dell’Alpe an der Südrampe des Colle delle Finestre kommend, beständig an Höhe gewinnt, erreicht hier das Niveau des Kamms und setzt sich nach SW mit nur geringen Höhenunterschieden bis zum Colle Basset fort. In ihrem Verlauf bietet die AKS herrliche Aussichten auf das Pelvoux-Massiv, den Mont Chaberton sowie hinunter ins Chisone-Tal.
Am Scheitel zweigt nach Osten die gesperrte Strada del Gran Serin zum Gipfelfort auf dem Gran Serin (ca. 2 km) ab.

Aktuell sind für Finestre und AKS während der Ferienmonate Juli und August Fahrverbote am Mittwoch und Samstag zwischen 9 und 17 Uhr in Kraft. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie Überholverbot und Halteverbot außerhalb der Parkflächen.

Quelle: alpenrouten.de

Der heutige Mittwoch gehört steckentechnisch nicht zu den Highlights. Wir fahren über viele Nebenstecken weiter Richtung Lago Maggiore. Dabei gibte es auch einige tolle Abschnitte, aber leider auch sehr viel Tempo 30 in Ortschaften. Ab Meina geht es am Seeufer des Lago Maggiore entlang bis zum Campingplatz Conca d’Oro in Feriolo. Hier gibt es erstmal ein erfrischendes Bad im See. Unser Zeltplatz liegt direkt am Strand. Da die beiden nicht so recht wissen, ob sie abends essen gehen wollen und schon wieder jede Menge Zeug eingekauft haben, gehe ich alleine los in den Ort und genehmige mir eine riesige Pizza und zwei große Bier in einem netten Restaurant am See. Perfekt nach einem sehr warmen Sommertag.

Donnerstag. Nach kurzer Lagebesprechung beim Frühstück steht fest: Ich werde alleine weiterfahren. Andreas und Rapha sind nach den letzten Tagen etwas erholungsbedürftig und irgendwie nicht mehr sehr motiviert, die geplante Strecke noch ganz zu fahren. Und die manchmal etwas trödelige Fahrweise der beiden trägt auch zu meiner Entscheidung bei. Mir sind das Stilfserjoch und die schöne Strecke am Arlberg wichtig und ich möchte auf keinen Fall über die Schweiz und Autobahn nach Hause fahren, was wohl jeder versteht. Gegen zehn Uhr bin ich wieder on the road und nehme als erstes die Fähre nach Laveno-Mombello rüber, das spart richtig Zeit. Von dort gehts über Ponte Tresa ein Stück durch die Schweiz. Der Verkehr in Lugano ist etwas nervig und es ist mittlerweile richtig heiß. Ein sehr schönes Stück am Nordufer des Luganer Sees führt bis Porlezza, wo ich (wieder in Italien) Mittagspause mache. Später noch ein paar Fotostops am Lago di Como und weiter in das extrem heiße Tal von Sondrio. Mein Bordthermometer zeigt bis zu 37 Grad im Schatten an, nicht schlecht. Weiter oben wird es dann besser. Ich beschliesse, heute nur bis Bormio zu fahren, nachdem ich mal die Wetterlage im Internet gecheckt habe. Das Wetter soll bis morgen Mittag mindestens halten, das reicht für den Pass. Ich fahre eine Runde durch den Ort eine kleine Bergstrasse rauf für ein paar Fotos und dann wieder zurück zu einem Hostel (Ostelo Alpino), das ich bei der Einfahrt nach Bormio schon gesehen habe. Sehr gute Entscheidung, siehe die Fotos. Die Übernachtung mit Top-Frühstück und Garage für die Q kostet mich 30,00 Euro. Nach dem extrem heißen Tag erstmal duschen und dann mit der Kamera bewaffnet in die Stadt zum erkunden und Abendessen. Bormio gefällt mir sehr gut. Die Lage am Talende zwischen hohen Bergen macht die Stadt ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbiketouren und natürlich für Wintersport. Entsprechend groß ist das Angebot an Unterkünften und Restaurants hier.


Das Wetter am Freitag morgen ist tatsächlich perfekt. Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Hostel sitze ich gegen neun Uhr wieder auf der Q und rolle durch den Ort Richtung Stelvio. Die ersten Kurven des Stilfser Jochs fahre ich hinter ein paar belgischen Harleys. Später noch ein paar Fotos und schon bald stehe ich auf der Passhöhe bei erfrischenden 9 Grad. Die Abfahrt auf der Nordostseite ins Vinschgau ist ein veritables Kurventraining. Die Spitzkehren reihen sich in kurzer Folge aneinander und schon bald bin ich im Flow… Es ist noch nicht viel los hier, das sieht dann am Wochenende bestimmt ganz anders aus. Da die Wetteraussichten nicht perfekt sind, entscheide ich mich für eine kleine Abkürzung und nehme den Weg “linksrum” über den Reschenpaß nach Österreich. Kurz nach dem Reschensee beginnt es dann leicht zu regnen. Mehrere kleine Schauer begleiten mich nun durch die Berge Österreichs. Nach der schönen Arlbergstrecke fängt es dann auf der Strecke Lech-Warth richtig an zu regnen und ich mache erstmal Mittagspause am Ortseingang von Warth. Früher war ich hier oft zum Skifahren, aber auch im Sommer ist hier viel los. Weiter geht es über den Hochtannbergpaß und runter bis Bregenz. Ein Stück entlang des Bodensees und über kleine Nebenstrecken vorbei an Ravensburg. Über Sonnenbühl und Reutlingen erreiche ich am Abend wieder Ludwigsburg.

Vom Col du Galibier, der Assietta und vom Stilfser Joch gibt es auch Videoaufnahmen. Das Schneiden dauert aber noch ein wenig, das wird später mal hier hochgeladen.

Einen weiteren schönen Blog vom Piemont gibt es hier bei Rossi

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Endurotour in Wolfach

Am vergangenen Wochenende habe ich eine Endurotour beim Biker Weekend in Wolfach im Schwarzwald mitgemacht. Gar nicht so einfach, dort einen Platz zu bekommen, aber es hat dann schließlich doch geklappt. Die wilde Endurotruppe fällt hier etwas aus dem Rahmen, ansonsten geht es bei dem Event etwas gemächlicher zu. Etwa 200 Motorradfahrer waren dieses Jahr angemeldet, davon fahren die meisten aber nur auf der Strasse. Donnerstag abend gabs ein heftiges Gewitter mit Wolkenbruch, also am Freitag beste Wegverhältnisse für unsere Tour :) Wenigstens war es nicht mehr so heiss, das braucht man beim Endurofahren nicht.

Pünktlich um halb neun gings los. Für das Briefing sind wir erstmal auf einen Berg oberhalb von Wolfach gebrettert, wo die Tour dann startete. Dann ging es den ganzen Tag durch Wolfachs Wälder rauf und runter, oft über enge und steile Schleifwege. Dazu war es im Gras oft sehr rutschig, also musste man schon dosiert am Kabel ziehen. Unsere Gruppe war recht homogen und so konnten wir ohne viel Warterei zügig durch den Wald donnern. Ein Traum, leider geht das nur mit viel Vorbereitung und diversen Sondergenehmigungen. Dafür nochmal ein Dankeschön an die Veranstalter. Abends haben wir den Tag dann bei Bier und Grillen im Schlosshof in Wolfach ausklingen lassen.

Fazit: Einer meiner bisher besten Endurotage mit viel Fun und neuen Erfahrungen. Die DR-Z hat sich tapfer geschlagen. Auch ohne richtige Stollen am Vorderrad bin ich ganz gut klargekommen.

 

 

 

 

 

 
Und jetzt kommt das Highlight: Von dieser Tour gibt es mein erstes Video. Hier nur eine Kurzfassung (11 Minuten) mit urheberrechtsfreier Musik. Auflösung: 1280 x 720.


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Septembertour – Montenegro (2)

Irgendwann lässt der Regen schliesslich nach und wir verlassen das Cafe bei der Tankstelle. Wir fahren die Hauptstrasse nach Shkoder rein und machen dort noch einen kleinen Stop in der Stadt. In der Nähe der Moschee gibt es sogar eine schicke Fussgängerzone mit vielen Läden und Cafes. Meine Suzi ist wieder bockig und will nicht anspringen. Also wieder mal anschieben und weiter gehts. Wir fahren die schöne kleine Strasse Richtung Küste zur Grenze nach Montenegro. Hier war ich vor drei Jahren schon mit der BMW auf dem Weg in den Iran langgefahren. An viele Stellen erinnere ich mich noch gut. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Stadt Bar und fahren in den Sonnenuntergang zur Küste runter. Wir finden ein Gebiet mit vielen Appartements und werden uns nach kurzer Verhandlung mit einem Eigentümer einig. Unsere einfache Unterkunft mit Parkplatz im Hof kostet 8,50 € je Person, das ist günstig für eine Stadt dieser Größe. Wir essen direkt in der Nachbarschaft in einem Biergarten mit guter lokaler Küche. Danach folgt ein kleiner Spaziergang in die City, wo es erstaunlich gute Kneipen und Cafes gibt.

Direkt neben unserer Unterkunft gibt es eine Bäckerei, wo wir uns das Frühstück besorgen. Ein letztes gemeinsames Frühstück im Hof, dann verabschiede ich mich von den beiden und fahre allein weiter Richtung Dubrovnik. Ich finde eine sehr kleine Strasse von Bar direkt in die Berge rauf und beschliesse, heute mal nur solche “Backroads” durch die Berge zu fahren. Da ich noch genug Zeit habe, steuere ich für heute mal die Hauptstadt Podgorica an. Dabei komme ich bei Vippazar noch einmal ganz nah an den Shkoder Lake dran. Weiter geht es über kleinste Strassen ganz um die Bucht herum, bis ich später auf die M23 stoße. Mitten in den Bergen sehe ich ein kleines Schild “Honey Trails and Tales”.

Ich folge dem kleinen Weg für etwa 2 km und lande auf einem großen Anwesen. Ich werde von einem netten Mann begrüßt, der mir dann stolz seinen Weinbau und die Obstgärten zeigt. Ich probiere sehr viele von seinen 42 verschiedenen Traubensorten und natürlich auch verschiedene Schnäpse, die er selber brennt. Wirklich gut! Am Ende kaufe ich noch ein Glas Honig und fahre sehr entspannt zu meiner Route zurück. Schon bald taucht Podgorica vor mir auf und ich beschliesse, trotz der noch frühen Uhrzeit mir ein Quartier zu suchen und die Stadt zu erkunden. Leichter gesagt als getan. Keine POI im Navi und ich finde auch keinerlei Schilder für Privatzimmer. In einem Wohngebiet auf einem kleinen Hügel halte ich an. So bekomm ich Suzi auch ohne fremde Hilfe auch wieder zum laufen. Als ich am Handy nach einer Unterkunft suchen will, bietet mir jemand an, doch sein privates WLAN zu nutzen. Perfekt.

Er arbeitet in der Kirche gegenüber und schlägt mir vor, im Garten der Kirche auf dem perfekten Rasen mein Zelt aufzuschlagen. Einen solchen Campingplatz hatte ich auch noch nicht. Aber ich schaue zum Himmel und lehne das nette Angebot lieber an. Der nächste Regen ist nicht mehr weit. Ich notiere mir die Adressen von 2 Hostels und fahre per Navi dorthin, finde aber nichts. Niemand kennt das Hostel, dabei ist es nicht weit weg. Die Strassennamen wurden wohl mal geändert. Ich gebe aber nicht auf und finde es schliesslich doch. Das hat sich gelohnt, das Hostel in der Altstadt ist wirklich prima. Zu Fuß kann ich von hier über eine alte Steinbrücke in die Neustadt gehen, die auf der anderen Seite eines kleinen Flusses liegt. Ich habe vorher auf meiner Motorradrunde durch die Stadt schon das Kneipenviertel entdeckt und verbringe dort nun einen netten Abend mit Pizza und einigen Bier.

Am nächsten Morgen gehe ich nochmal in die City, um meine Crosshose mal wieder reparieren zu lassen. Diesmal ist an der kritischen Stelle rechts ein langer Riß und ein paar kleine Löcher. Um 12 Uhr kann ich die Hose abholen, diesmal kostet es fünf Euro. Perfekt. Die heutige Etappe ist nicht sehr lang. Es geht über Cetinje um den Nationalpark Lovcen herum. Die Strasse P1 ist wieder ganz nach meinem Geschmack, aber leider beginnt es schon wieder zu regnen. Also Regenjacke an und durch. Auf die Bergstrecke bei Cekanje kann ich mich gerade noch durchmogeln, eigentlich ist die Strecke schon gesperrt. Ich vermute, es soll etwas gesprengt werden. Am anderen Ende der langen Baustelle (endlich wieder Schotter und Steine) versperren grosse Felsen den Autos den Weg. Kurz vor der Abfahrt ins Tal werde ich dann richtig nass und flüchte mich später in Njegusi in ein Gasthaus. Dort ist Stromausfall und ich esse bei Kerzenschein im fast dunklen Raum.

Zum Abschied darf mich der Kellner anschieben und es folgt die Serpentinenstrecke runter nach Kotor. Dort ist mir zuviel Trubel und ich suche mir ein günstiges Nachtquartier in Risan. Zum Frühstück fahre ich nochmal zurück nach Pergast, wo es morgens noch sehr friedlich und ruhig ist. Von dort fahre ich meine letzte Etappe zurück zum Campingplatz in Mlini, wo ich Michal gerade noch beim Zeltabbau treffe. Die beiden waren gestern schon hier und fahren heute weiter nach Mostar. Meine Tour geht jetzt mit dem Auto weiter, entlang der wunderschönen kroatischen Küste zurück nach Hause.

Reise Infos

BAR
Pod Lozom Restaurant http://en.podlozom-bar.com Tel. +382 30 350 007, Ilino 6, 85000 Bar

PODGORICA
Hostel Montenegro tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Bar “Berlin” Njegoseva, 24, https://de-de.facebook.com/Cafe-Berlin-639643132804683/

RISAN
Apartmani Vikovic nette Eigentümer, +382 69 233 270

MLINI (Kroatien)
Camping Kate Tupina 1, 20207 Mlini, Hrvatska, +385 20 487 006, http://www.campingkate.com, günstiger als in Dubrovnik

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Septembertour – Albanien

An der nördlichen Grenze zu Albanien bei Gusinje bin ich der einzige, willkommene Gast. Der nette Grenzer kritzelt zunächst eine kleine Karte auf einen winzigen Zettel, wo ich in der Nähe eine prima Unterkunft finden kann. Dann werden meine Daten aufgenommen und er wünscht mir eine gute Reise. So müsste es immer sein… Direkt hinter der Grenze hört der Asphalt auf und es folgt ein Stück Schotterpiste.

Ich entscheide mich, trotz des drohenden Regens einen Abstecher ins Vermosh-Tal zu machen. Bis vor Kurzem gab es hier hoch noch keine richtige Strasse und die Welt ist hier quasi zu Ende. Hinter den hohen Bergen liegt die Grenze zu Montenegro, hier ist für die Enduro Schluß. Im gesamten Tal kommt mir nur ein Auto entgegen und ich treffe einen kleinen Jungen, der fragt, ob ich ein Hotel suche. Hinter dem kleinen, fast verlassenen Ortskern von Vermosh geht der Weg nach einigen Flußdurchfahrten praktisch im Flussbett weiter, bevor ich später einen feuchten Kieselweg durch den Wald erreiche. Als der Weg immer schmaler wird, kehre ich um und fahre zurück auf die Hauptstrecke Richtung Shkodra.

Als ich an einer Baustelle nach einem Erdrutsch warte, kommen von hinten Michal und David aus Tschechien dazu (BMW 1200 GS und KTM 990 Adv). Der Tag geht langsam zu Ende und wir suchen uns gemeinsam eine Unterkunft in Lepushe. Zufällig ist es das Guesthouse, das auf meiner kleinen Spezialkarte gekritzelt ist. Dort bekommen wir auch ein Abendessen, aber vorher geht’s noch bei den letzten Sonnenstrahlen auf ein Bier in die Dorfkneipe.

Nach dem Frühstück erreichen wir bald das Ende der Schotterstrecke und es geht auf einer nigelnagelneuen Strasse mit tollen Kurven und Kehren runter ins Tal und weiter Richtung Shkodra.

Der Plan ist, heute noch die südliche offroad Strecke bis nach Theth zu schaffen, da heute nach dem Regen in der Nacht wirklich mal gutes Wetter ist. Unterwegs mag die KTM nicht mehr anspringen und meine kleine Suzi mit der schwachen Batterie muss Starthilfe geben! Der Stecker und das kleine Kabel sind schon praktisch. Wir vertrödeln dann einige Zeit damit, einen Aluminium-Schweisser für den Heckrahmen der KTM zu finden, aber das klappt nicht. Schliesslich lassen wir das große Topcase an einer Tankstelle, um es morgen nach der Tour wieder abzuholen. Die Südrunde beginnt in Shkodra und vor dem Beginn der offroad Strecke halten wir noch an einer kleinen Bar zum Mittagessen.

Jetzt warten 55 km Schotter und Steine auf uns, unterbrochen von einigen schönen Aussichtspunkten über die Bergwelt der albanischen Alpen. Ich beneide die beiden Jungs mit ihren schweren Reiseenduros nicht, zum Teil ist es wirklich Arbeit. Heute freue mich wirklich über meine luftige Crosshose, die nun aber auf der rechten Seite schon wieder leichte Materialschwächen zeigt. Die Motorräder und wir halten tapfer durch und nach einer Flussdurchfahrt erreichen wir punkt 18 Uhr Theth und finden auch schnell ein schönes Quartier. Wenn man auf diesem Weg hierher kommt, hat man wirklich das Gefühl, an einem der abgelegensten und unzugänglichsten Orte Europas zu sein. Daher sind wir über die Anzahl von Gasthäusern und Touristen doch etwas erstaunt. Wir treffen einige Wanderer und Overlander mit grösseren Trucks und Unimogs. Über die Nordroute kann man Theth jetzt über eine sehr gute Strasse erreichen, nur die letzten 16 km sind noch Schotter. Auch heute bekommen wir wieder ein Abendessen in unserer Unterkunft im Garten serviert, toll.

Nach dem Frühstück in der wärmenden Morgensonne machen wir eine kleine Erkundungsrunde zu Fuß und nehmen einen kalten Drink in einer kleinen Berg-Bar. Hier treffen wir die Studentin Carlotta, die am Vortag mit ihrem Rucksack die Bergroute von Valbona genommen hat und jetzt in Theth ankommt, Respekt! Wir fahren weiter zurück Richtung Shkodra, wo wir noch ein üppiges Mittagsmahl haben und David sein Topcase wieder montiert. Uns bleibt allen noch etwas Zeit für Albanien, so beschliessen wir, heute noch bis ans Meer zu fahren und dann weitere Pläne zu machen. Im Strandort Velpodje gibt es sogar einen Campingplatz, wo wir für 2 € je Person übernachten können. Es ist noch warm und trocken, daher verzichten wir aufs Zelt.

Das war ein Fehler, gegen fünf Uhr früh fängt es an zu regnen und es folgt ein heftiges Gewitter. Also schnell alles unter ein Vordach getragen und dort den Sonnenaufgang abgewartet. Wir trinken dann einen Kaffee im Strandcafe und weiter gehts. Wir wollen in den nächsten Ort Shengjin. Die kürzeste Strecke dorthin führt direkt über den Strand, also los. Es geht 8 km über teilweise festen, oft aber auch sehr lockeren und tiefen Sand. Jetzt ist Profil und Motorleistung alles! Mit dem Gewicht weit hinten heizen wir über den fast menschenleeren Strand, der an einer Stelle nur etwa einen halben Meter breit ist. Die Suzi hat manchmal ein paar längere Aussetzer, und ich sehe mich schon 4 km am Strand entlang schieben.

Aber sie hält durch und später tritt das Phänomen auch nicht mehr auf. In Shengjin fahren wir noch ein paar Kreise in den Sand und dann fahren wir wieder zurück Richtung Shkodra. Auf dem Weg gibts das nächste Gewitter und wir verbringen eine Stunde in einer Tankstelle im Cafe. Es klart irgendwann wieder auf und wir wollen heute noch die Küstenstadt Bar in Montenegro erreichen. Ob das klappt und was uns in Bar erwartet erfahrt ihr dann im nächsten Blogeintrag.

 



Reise Infos

VERMOSH / LEPUSHE
Bujtina Lepusha (Guesthouse) www.kelmend-shkrel.org Tel. +382 69 27 79 72, 15,00 € inkl. Abendessen + Frühstück, auch Camping möglich

THETH
Bujtina Harusha schöner Garten, 20,00 € inkl. Abendessen + Frühstück

VELPODJE
Campingplatz am Ortsende direkt an dem kleinen Fluss in einem kleinen Wäldchen, sehr günstig

GELD
Wechselkurs 1 € = 135 LEK, ATM in Shkoder, oft Zahlung in Euro möglich, z.B. Tanken, Unterkunft

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Septembertour – Montenegro (1)

Schnell noch zwei Wochen Urlaub zusammengekratzt, Anhänger gemietet und ab in den wilden Balkan. Samstag abend geht es schon los. Nach einer Nacht im Auto erreiche ich am Sonntag abend meinen Campingplatz in Mlini, das ist kurz hinter Dubrovnik. Dort bleiben Auto und Hänger nun stehen und es geht mit der Suzi weiter. Fürs Gepäck habe ich mir eine Fahrradtasche besorgt, die ich einfach übers Heck werfe und ein wenig verzurre. Mal sehen, ob sich das bewährt. Nach der Grenze zu Montenegro lasse ich die Bucht von Kotor schnell hinter mir und fahre ab Risan eine kleine Strasse in die Berge rauf.
Der Regen hat sich noch nicht ganz aus der Region verzogen und einmal werde ich gut nass. Über Niksic erreiche ich über meist gute Strassen den Durmitor Nationalpark. Auf einem der vielen Katuns (Wiesen mit Schäferhütten, siehe Titelfoto) hätte ich gerne übernachtet, aber das nächste Gewitter zieht schon wieder auf. Stattdessen fahre ich weiter nach Zabljak, dem Ausgangsort für den Nationalpark. Hier gibt es unerwartet viele Hotels und Gasthäuser. Ich finde ein Zimmer in einem Hostel (Hikers Den). Ein leckeres und günstiges Abendessen in der Nachbarschaft rundet den Tag ab. In der Nacht regnet es weiter, aber morgens ist es trocken. Ich mache eine kleine Morgenwanderung zum Black Lake, den ich um halb acht noch ganz für mich allein habe. Nach dem Regen der Nacht ist alles noch neblig und feucht und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den Wald.

Während später eine alte Dame für 2 € meine Crosshose repariert, mache ich eine kleine Endurotour runter in die Tara-Schlucht. Das sind etwa 1000 Höhenmeter über einen kurvigen Waldweg. Endlich offroad! Hier ist wirklich der Weg das Ziel, unten gibt es außer herrlich blau-grünem Wasser nichts zu sehen. Knapp zwei Stunden später ist die Hose fertig und meine Reise geht weiter. Ich mache einen Stop an der Brücke über die Tara-Schlucht und fahre dann entlang der Tara weiter nach Südosten. Es ist übrigens der zweitgrößte Flußcanyon nach dem Grand Canyon in den USA, wer hätte das gedacht… Heute geht es noch bis Kolasin, wo ich für 15 € ein prima Privatzimmer finde. Nach einem netten Abendessen mit einem Biker-Pärchen aus Polen geht es nun am Mittwoch wieder etwas mehr offroad weiter.

Nach einigem Überlegen entscheide ich mich für einen Biketrail durch den Biogradska Naturpark. Die Idee dazu hatte ich von Google maps, wo dieser mit TT3 eingezeichnet ist. An einem Kassenhäuschen zahle ich 3 € und frage, ob ich da wirklich mit dem Motorrad rein darf. “Ja klar, wenn du Enduro fahren kannst, kein Problem”. Nun gut. Anfangs sind noch einige Wanderer unterwegs, als ich mich einen steilen Waldweg mit Steinen und vielen engen Kehren hochkämpfe. Oben gibt es dann eine Wiese mit einer Art Almhütte, wo ich zu Brotzeit und kaltem Drink sehr nett von Dajana empfangen werde. Weiter geht es über Wiesen und Feldwege den Grat hinauf und auf der anderen Seite runter Richtung Lubnica / Berane. Ich mache noch einen Abstecher zu einem schönen See und halte dort Mittagsrast.

Zurück zum Hauptweg geht es über wirklich kleine Pfade quer durch den Wald, aber mit der Suzi alles kein Problem. Zurück auf der Strasse, geht es über Plav und Gusinje zur Grenze nach Albanien. Das wirklich dicke Gewitter droht schon wieder hinter den Bergen, aber irgendwie kann ich hoffentlich entkommen. Weiter geht die Geschichte im nächsten Blogeintrag “Albanien”.

 

 

 

Reise Infos

ZABLJAK
Hostel Hikers Den www.hostelzabljak.com DZ 28,00 € (relativ teuer), bieten auch Canyoning und Rafting Touren an.
Krcma Nostalgija (Restaurant in Blockhütte), Vuka Karadžića, günstige und gute regionale Küche.

KOLASIN
Gorica Privatzimmer +382 67 345538, schöner Garten, DZ 15,00 €
Imanje Janketica (Almhütte) Nationalpark Biogradska Gora, www.facebook.com/Imanje-Janketica-196917563998653/ Tel. +382 679167

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Über die LGKS ans Mittelmeer

Juli 2016 | Offroadfahren in den Westalpen Nach den ersten Touren von Cuneo aus (siehe voriger Artikel) wollen wir nun die LGKS (Ligurische Grenzkammstrasse) unter die Räder nehmen. Auto, Hänger und mein Zelt bleiben auf dem Campingplatz. Andreas wird das grosse Zelt mitnehmen und über die Strasse zum Mittelmeer fahren, da er offroad noch nicht so sicher ist. Rapha und ich fahren also mit einigermassen leichtem Gepäck los. Außer ein paar Klamotten haben wir Wasser und Werkzeug dabei, man weiß ja nie. Über die Serpentinen fahren wir auf der Nordseite zum Tende rauf. Diese Stecke zweigt etwa 1 km vor dem Tende-Tunnel rechts ab. Am Ende der Serpentinen ist eine Hütte und der Asphalt hört auf. Über einen Schotterweg geht es weiter rauf zum Fort Central, wo wir eine kleine Pause einlegen und das Panorama geniessen. Einige Kurven weiter ist am Skilift ein kleiner Checkpoint, wo wir die 10,00 € Maut abdrücken. Die Strecke ist limitiert auf 80 Autos und 140 Motorräder pro Tag, heute waren schon ca. 25 Motorräder vor uns da. Auf der Strecke verliert sich das, nur ab und zu kommt uns mal jemand entgegen. Von den Zuständen wie manchmal im August sind wir also sehr weit entfernt. Es geht über einen Pass und wir passieren einen grandiosen Felsüberhang. Neben der natürlich nicht gesicherten Piste geht es steil runter, nichts für schwache Nerven. Schon bald erreichen wir eins der Highlights der Strecke, die gemauerte Haarnadelkehre am Col de la Boaire. Die Strecke ist relativ einfach zu befahren, aber man ist ja auch genug mit den Ausblicken beschäftigt. Teilweise geht es durch schattigen Wald, immer wieder vorbei an Aussichtspunkten. Am Ende der LGKS Nord haben wir ca 35 km Schotter gefahren. Wir machen eine kleine Pause unterhalb des Monte Saccarello und ich programmiere die Route für die LGKS Süd. Von hier kann man nach Monesi di Triora abfahren.

Der Südteil der LGKS ist ähnlich lang, aber schwieriger zu fahren. Es gibt einige “teilbefestigte” Stücke, was sich gut anhört, aber in der Praxis gar nicht so toll ist. Zwischen den intakten Stellen klaffen große Schlaglöcher und teilweise ist alles mit grobem Geröll bedeckt, so dass man sich die Spur gut aussuchen muss. Nach einem Abstecher auf den Monte Saccarello folgen wir wieder der Route rauf zum Pas du Tanarel. Der Südteil geht tiefer durch die Berge, teilweise auch durch Wald und es gibt weniger tolle Ausblicke. Die Schotterstrecke endet kurz vor dem Colla di Langan, von wo wir auf direktem Weg nach Ventimiglia weiterfahren. Unterwegs gibts in einem kleinen Strassenrestaurant noch ein großes Bier, was wir uns jetzt verdient haben.

Das Zelt wartet schon aufgebaut auf dem Camping in Latte auf uns. Vor uns liegt ein Pausentag am Mittelmeer. Am Abend des 14.Juli fahren wir über die Grenze rüber nach Frankreich, wo wir in Menton eine gute Zeit mit anschliessendem Feuerwerk haben. Nur wenige Kilometer entfernt in Nizza geschieht der schreckliche Terroranschlag mit dem LkW, bei dem 84 Menschen sterben müssen. Die grausame Nachricht erfahren wir erst später auf dem Campingplatz.

Der Rückweg nach Cuneo führt mich über Breil-sur-Roya, die D91 und weiter über die Baisse Peyrefique zum Fort Central rauf. Dies ist eine alternative Schotterpiste ab Casterino durch die Berge zurück zum Ausgangspunkt der Tour, wo ich die anderen wiedertreffe. Gemeinsam fahren wir nach Cuneo runter, wo unsere 3-Tages Tour zum Mittelmeer zu End geht.


LGKS Infos

Der Nordabschnitt der LGKS startet am Fort Central unweit des Colle di Tenda, wo es von der Anhöhe, auf der das Fort liegt, zunächst den Hang hinunter geht, wo man auf die Piste der Ligurischen Grenzkammstraße trifft. Der “offizielle Einstieg” zweigt allerdings vom Fort aus gesehen hinter dem Hügel, vor dem die Kasernen liegen, von der Nordrampe des Colle di Tenda ab.
Am km 0.8 passiert man den (gesperrten) Abzweig zum Fort Tabourde, danach geht es durch ein Skigebiet aufwärts zu einer namenlosen Scharte. Die Strecken verläuft entlang des Kamms, der sich an der italienisch-französischen Grenze hinzieht, nach Osten.
Die wohl meistfotografierteste Passage an der LGKS, die Kehre am Col de la Boaire erreicht man etwa am km 8.0. Der stark ausgesetzte Bogen ist ein herausragendes Beispiel für die kühne Trassierung des alten Militärsträßchens. Der Pass selbst markiert auch den Übertritt der Strecke auf französisches Territorium.
Hinter dem Col de la Boaire wird der Zustand des Untergrundes schlechter: Auf der auch als »Route Marguareis« bezeichneten Strecke über den Colle Malaberghe bis etwa zum km 14.5, wo sich die Piste in südliche Richtung wendet, herrscht teilweise sehr grober Schotter vor, es gibt viele ausgewaschene Stellen und auch ein paar kleinere Felstreppen.
Etwa bei km 16,0 passiert man den Col des Seigneurs, wo die Straße wieder auf die italienische Seite der Grenze führt . Etwas unterhalb der Scheitelhöhe liegt hier das 2005 neu aufgebaute Rifugio Barbera. Der daran anschließende Streckenabschnitt, der teilweise aus dem Felsen herausgeschlagen wurde und unter dem Überhang verläuft, umgeht in einer weiten Kehre die Cima di Pèrtega. Nachdem man den Colle delle Vecchie (km 20,3) tangiert hat, verändert sich die bis dahin baumlosen Hochgebirgslandschaft. Der nun grob in Richtung Südosten verlaufende Weg verläuft durch lichte Lärchenwälder, bis man nach knapp 34 km auf den Abzweig nach Monesi trifft.
Hier kann man sich entscheiden, entweder der LGKS weiter über den Passo di Tanarello zu folgen (Südabschnitt) oder ins Tal abzufahren und z.B. die leichtere Alternativroute über den Colle del Garezzo zu nehmen. Nur einen Katzensprung vom Endpunkt des Tracks entfernt liegen das Erlöserdenkmal und die Kuppe des Monte Saccarello.

Der Südabschnitt der LGKS, der sich zwischen dem Passo di Tanarello und der Colla di Langan erstreckt, unterscheidet sich landschaftlich deutlich vom Nordabschnitt. Im Gegensatz zu den kahlen oder nur grasbewachsenen felsigen Hängen zwischen dem Colle di Tenda und dem Monte Saccarello verläuft das ehemalige Militärsträßchen hier zum großen Teil durch bewaldetes Gelände.
Der Beginn dieses Tracks liegt an der Kreuzung, an der die von Monesi kommende geschotterte Straße auf die eigentliche Ligurische Grenzkammstraße trifft. Hier befindet zweigt auch der Stich zum Monte Saccarello ab. Man hält sich zunächst südlich auf dem bergan führenden Weg und erreicht nach 11 Kehren und etwa 2,5 km den Passo die Tanarello, der mit 2045 m auch der höchste Punkt des Südteils ist. Es folgt der schwierigste Abschnitt, das reichlich 5 km lange Teilstück zwischen dem Passo di Tanarello und dem Passo di Collardente, das in der Vergangenheit auch hin und wieder wegen größerer Rutschungen gesperrt war und an einigen Stellen Felstreppen und groben Schotter aufweist. Am km 7,7 hat man den Passo di Collardente erreicht. Von hier aus kann man über eine nach Osten abzweigend, ca. 5 km lange Verbindungstrecke zum Passo della Guardia auf der italienischen Seite abfahren.
Die Colla di Sanson passiert man bei km 11,5 und hat auch hier wieder die Möglichkeit, entweder über den Col Linaire nach La Brigue in Frankreich oder ostwärts zur italienischen Seite hin nach Verdéggia abzubiegen.
Die LGKS folgt weiter dem Kammverlauf in grob südsüdwestlicher Richtung. Etwa bei km 15 passiert man einen nach Westen abzweigenden (gesperrten) Stich zu den Überresten der Forts auf den Gipfeln Cime de Marte und Balcon de Marte, bevor man am km 16,4 den Col Bertrand erreicht. Kurz danach folgen einigen Kehren und der Track verläßt den Grenzkamm. Am Colle Melosa (km 21,8) trifft man wieder auf die Spuren der Zivilisation: Der Schotter endet hier und etwa bei km 28,1 trifft man an der Colla di Langan auf die nach Pigna bzw. Triora führende SP 65.

Achtung: Die LGKS Nord soll montags /und dienstags für Motorfahrzeuge gesperrt sein!

Quelle: alpenrouten.de

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Maira Stura und Varaita Maira

Juli 2016 | Offroadfahren in den Westalpen Auf zur zweiten richtigen Tour mit meiner Susi. Zusammen mit Rapha und Andreas geht es mit Motorradanhänger zunächst durch die Schweiz nach Italien. Beide fahren eine BMW F 800 GS, also ein paar Kilo mehr als ich durch die Gegend. Auf meinem Training in Hechlingen habe ich die 800 GS aber als sehr wendiges und leichtgängiges Motorrad kennengelernt. Als Ziel und Basislager haben wir Cuneo gewählt, um von dort aus ein paar schöne Strecken im südlichen Teil der Seealpen anzugehen. Auf dem Campeggio Bisalta haben wir einen schönen, großen Platz unter Bäumen, wo Motorräder, Auto mit Anhänger und zwei Zelte unser Camp bilden. Zu unserer Verwunderung kommt später am Montag nur ein weiterer Biker hinzu, ansonsten sehen wir auf dem Platz keine Motorräder.

Am ersten Tag wollen wir mit einer einfachen Strecke anfangen, wir wählen die Maira Stura Kammstrasse. In Demonte kann man noch einmal tanken, bevor es dann durch das Tal der Arma auf einer langen Rampe über ein kleines Strässchen nach oben geht. Ab Valcavera geht es dann über Schotter weiter (Streckenbeschreibung siehe Box). Nach einer schönen Schotterrunde mit herrlichen Ausblicken fahren wir über den Colle del Preit nach Marmora runter, wo wir Mittagspause machen. Von dort aus geht es über Tolosano und Reccia zurück. Rechts an der Strecke liegt noch ein wunderschöner See, den wir natürlich für eine kleine Erfrischung nicht auslassen. Der Weg dorthin ist eine kleine Extraprüfung für meine Kleine. Ich schaffe es über Wurzeln, Steine und kleine Stege ein Stück weit, muss dann aber doch den Rest laufen. Abends im Camp treffen wir Sascha, mit ihm zusammen wollen wir den nächsten Tag die Varaita Maira fahren.

Da meine Susi ein ausgesprochener Morgenmuffel ist, muss Raphas Auto wieder den nötigen Saft für den Anlasser liefern. Es war wohl doch der Spannungswandler vom Navi, der die Batterie leergesaugt hat. Wird demnächst an Plus Zündung angeschlossen. Bereits auf dem Weg zum Startpunkt der Varaita Maira geraten wir in einen heftigen Gewitterschauer. Wir stellen uns eine Weile unter ein Hausdach und schon bald wird es wieder heller. Wir trinken oben neben der Kirche noch einen Kaffee und dann geht es los. Die Schotterpiste führt in einigen Serperntinen den Berg weiter rauf. Die teilweise recht großen Steine sind noch sehr glitschig. Andreas’ GS wird an dieser Stelle von Sascha gefahren, damit er uns nicht schon verlassen muss.

Auf dem Kamm fahren wir durch grosse Wolkenfetzen und haben immer wieder schöne Ausblicke. Wir fahren noch bis zum Endpunkt auf den Colle Bicocca hoch und drehen dann um und fahren nach Süden ins Tal bis Elva. Dort gibts Mittagspause in der Sonne, bevor wir ins Mairatal runterfahren. Von dort fahre ich mit Sascha über Marmora und den Colle del Morti zurück. Damit bin ich dann auch das letze Stück der Maira Stura gefahren, um den Kreis vollständig zu schliessen. Vom Colle Valcavera gehts wieder runter in die Ebene und es wir wieder angenehm warm. Morgen soll das Wetter wieder richtig gut werden, daher werden wir die LGKS bis zum Mittelmeer in Angriff nehmen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Maira Stura Infos

Die Maira-Stura-Kammstraße (MSKS), ein ehemaliges Militärsträßchen, ist eher eine Höhen- als eine Kammstraße. Zwischen dem Colle Valcavera und dem Colle del Preit zieht sich die geschotterte Piste nahezu parallel zum südwestlich gelegenen Valle Stura auf durchschnittlich 2400 m Höhe durch das Gebirge.
Die Strecke beginnt am Colle Valcavera, wo die MSKS von der schmalen asphaltierten Straße abzweigt, die von Demonte über den Colle d’Esischie nach Marmora führt. Der Asphalt endet jedoch nur wenige Meter später und der Weg über den Colle Bandia (km 2,1), den Colle Margherina (km 4,3) und den Colle Cologna (km 7,15) bis zum Colle del Preit (km 14,4) ist komplett geschottert, aber gut zu fahren. Zwischen Colle del Preit und Marmora ist die Straße zwar schmal, aber asphaltiert und in sehr gutem Zustand.
Bei km 1,8 zweigt nach N ein grob geschotterter Weg zum Colle Mulo bzw. zum Colle d’Ancoccia ab, am km 11,4 geht es nach NW weiter zum Passo della Gardetta, allerdings ist diese Strecke seit einiger Zeit gesperrt und in sehr schlechtem Zustand.
Etwas unterhalb des Colle del Preit gibt es eine bewirtschaftete Hütte und eine Wasserstelle. Bei km 23,0 zweigt nach links die Straße zum Colle San Giovanni ab.

Nimmt man kurz vor dem Scheitel des Colle Valcavera den Abzweig nach NO, erreicht man über den Colle dei Morti und den Colle Esischie ebenfalls Marmora. Diese Strecke ist zwar schmal und nicht randgesichert, aber komplett asphaltiert und in recht gutem Zustand.
Die asphaltierte SO-Rampe des Passes führt über den Colle di Caccia hinunter ins Sturatal nach Demonte.

Der Colle Margherina liegt an der Maira-Stura-Kammstraße (MSKS) und überquert die Wasserscheide zwischen Maira- und Stura-Tal. Nahe des Scheitels zweigt die schwierige Strecke über den Colle Ancoccia ab, die den eindrucksvollen Rocca la Meja nordöstlich umrundet und am Colle Bandia wieder auf die MSKS trifft.
Die Fortsetzung der MSKS führt in Richtung Sturatal zum Colle Bandia bzw. Richtung Mairatal zum Colle Cologna.

Achtung: Die MSKS ist an den Wochenenden im Juli / August gesperrt!

Quelle: alpenrouten.de

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Ein Wochenende an der Donau


Als Vorbereitung für unsere Alpentour haben wir mal eine kleine Offroad Tour bei Hermann Motorradreisen gebucht. Andreas und Rapha haben kaum Erfahrung abseits der Strasse und wollen ihre neuen F 800 GS mal ein wenig kennenlernen. Auch mit meiner Susi war ich noch nicht viel im Gelände unterwegs. Am Freitag abend ist die größte Hitze vorbei und wir reisen mit den Mopeds nach Burgheim in Bayern an. Wir haben dort eine nette Unterkunft für die nächsten beiden Tage. Am nächsten Morgen geht es nach einem kurzen Briefing los. Wir sind inklusive Hermann zu zehnt, zwei Mädels sind auch im Team. Hermann kennt die gesamte Gegend wie seine Westentasche und ist mit jedem Gebüsch per du. Angeblich sind die Wege, die wir fahren völlig legal. Teilweise geht es quer über die Wiese oder durch den Wald. Nun gut, bei uns in BW ginge das so leider nicht… Da es eine Einsteiger-Tour ist, wird die Strecke nicht besonders anspruchsvoll. Ab und zu gibt es einen kleinen Stop und Hermann sagt: “Wer will,der kann!”. Dann gibt es einen Spielplatz mit Auffahrten oder auch mal eine kleine Runde durch die Sandgrube. Dort haben allerdings die Dickschiffe mit Strassenreifen keine Chance mehr. Mit dem Wetter haben wir richtig Glück, so kommen auch die Strassenreifen ganz gut durch, von einigen kleinen Missgeschicken mal abgesehen. Wie Andreas die GS rückwärts in den Graben “geparkt” hat, hat keiner wirklich verstanden. Plötzlich war er vom Radar verschwunden…

Mittags gibt es immer eine längere Pause mit Einkehr. Die DRZ hat sich sehr gut bewährt. Mit der Lenkererhöhung fährt es sich jetzt deutlich bequemer im Stehen. Nur an die Geräusche der Kette muss ich mich noch gewöhnen, das gibt es beim Kardan so nicht. :)


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Travel Event im Schwarzwald

Das Touratech Travel Event 2016 stand ganz im Zeichen von Fernweh und Abenteuer. Trotz der schlechten Wetterprognosen, die gottseidank nicht zutrafen, genossen insgesamt rund 12.000 Besucher ein Programm, das informierte, inspirierte und zum Motorradfahren on- und offroad einlud. 70 Aussteller verwandelten das Touratech-Gelände in eine einzige Festmeile. Mit BMW, Ducati, Honda, KTM, Suzuki, Triumph und Yamaha waren alle großen Motorradhersteller vertreten und größtenteils mit ihren imposanten Showtrucks angereist. Die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Bikes an einem Wochenende Probe zu fahren, wurde reichlich genutzt.

Wer lieber auf dem eigenen Motorrad saß, hatte dazu bei den geführten Touren, Ausfahrten und Trainings Gelegenheit. Die meisten Angebote waren im Handumdrehen ausgebucht: Für die 760 freien Plätze gab es über 1000 Online-Voranmeldungen. 60 Guides waren bei den 82 Touren im Einsatz, verrieten ihre Hausstrecken und gaben Insidertipps. Die Teilnehmer konnten herausfinden, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, Hexen und Waldgeistern nachspüren oder einen „Kurven-Tsunami“ erleben. Besondere Schmankerl waren die Black-Forest-Whiskey-Tour, die bereits nach einer Stunde voll belegt war, und die Überraschungstour „Girls only“.

Hoch im Kurs standen alle Aktivitäten, die den Fahrern die willkommene Gelegenheit boten, ihr Bike einmal ganz legal im Gelände zu bewegen. Auf Strecken, die normalerweise strikt verboten sind, konnte man „Schwarzwald pur“ mit Sondergenehmigung erleben. Als Abenteuerspielplatz für Reiseenduristen entpuppte sich der neue Offraod-Park „Ultraterrain“ in Geisingen – anspruchsvolle Waldpassagen, Wasserdurchfahrten und künstliche Hindernisse inklusive. Soweit die Zusammenfassung von Touratech.

Für mich bedeutete das Travel Event dieses Jahr das Wiedersehen mit vielen Freunden. Am Freitag war ich 2 Stunden im Ultraterrain Offroadpark Geisingen mit der kleinen Suzuki unterwegs. Dieser wird im Endurobereich von Malelobo betrieben und es wird in Zukunft nur Trainings dort geben. Das freie Fahren scheitert wahrscheinlich an Lärmklagen der Anwohner, und das bevor es überhaupt richtig losgeht.

Samstag und Sonntag war ich mit der GS dort und wir haben auf dem Zeltplatz mit hunderten anderer GSen und Zelten und noch mehr Motorradfahrern übernachtet. Der Diavortrag von Michael Martin sowie der Film “United People of Adventure” waren Highlights auf der Leinwand. Bei letzterem ging es natürlich in erster Linie um Marketing. Ob es Sinn macht, mit extrem schwerem Gerät solche extremen Dchungel- und Matschpisten zu fahren, ist eine andere Frage. Die Bilder und Kommentare der Einheimischen sprachen da für sich.

Ich habe die neue Africa Twin probegefahren und fühlte mich auf Anhieb darauf wohl. Das DCT machte nicht immer, was ich erwartet hätte, ist aber eine interessante Alternative zur klassischen Schaltung. Auch die Probefahrt mit der Super Téneré ZE war ok, aber hat mich trotz mehr Power nicht ganz so begeistert.

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