Bosnien-Herzegowina TET

Anreise

Die Tour folgt dem bew├Ąhrten Muster vom letzten Jahr: Anreise ├╝ber Wien und Budapest mit dem Auto, das Motorrad folgt hinter mir auf dem Anh├Ąnger. Die Strecke um die Alpen herum ist dank Autobahn relativ schnell und vermeidet teure Mautgeb├╝hren f├╝r diverse Tunnel und f├╝r Slowenien sowie Kroatien. Ich ├╝bernachte an der gleichen Rastst├Ątte kurz vor Belgrad wie im letzten Jahr. Fr├╝hst├╝ck und Wifi gibts hier bei Mc Donalds, die haben rund um die Uhr ge├Âffnet. Durch Serbien fahre ich dann am n├Ąchsten Tag auf Landstrassen weiter. Die Strecke f├╝hrt mich durch die Berge und teilweise wundersch├Âne Landschaft. ├ťber einen sehr kleinen Grenz├╝bergang erreiche ich Bosnien-Herzegowina.

Der Grenzer will tats├Ąchlich s├Ąmtliche Fahrzeugpapiere sehen (Auto, Motorrad, Anh├Ąnger) und fragt auch nach den gr├╝nen Versicherungskarten f├╝r Auto und Anh├Ąnger. Perfekt, die vom Motorrad habe ich n├Ąmlich nicht dabei. Nach kurzer Zeit erreiche ich Visegrad, wo ich erstmal am ATM Bosnische Mark hole und eine versp├Ątete Mittagspause einlege.

Am sp├Ąten Nachmittag erreiche ich das Camp Drina im kleinen Ort Fosz, wo die Reise f├╝r Auto und Anh├Ąnger erstmal endet. Ich werde gleich sehr freundlich vom Sohn des Platzbetreibers begr├╝├čt und kann mir einen sch├Ânen Platz aussuchen. Sp├Ąter treffe ich Richard, der mit seiner Africa Twin Bosnien erkundet und auch hier sein Basislager hat. Er ist ein guter Bekannter eines Ex-Kollegen von mir, so klein ist die Welt! Die n├Ąchste Nacht schlafe ich nochmal im Auto. Das ist wesentlich komfortabler als in meinem kleinen Zelt.

 
Endurotag 1

Der Campingplatz ist direkt an der Drina und liegt am n├Ąchsten Morgen im dichten Nebel. Die Wetterprognose ist aber nicht so schlecht, also bereite ich alles f├╝r meine Tour vor. Suzi muss noch bepackt werden, aber ein Gro├čteil meiner Sachen bleibt im Auto. Dann noch zur Tankstelle,Tank und 1 Liter PET-Flasche auff├╝llen. Tankstellen gibt es in Bosnien wie Sand am Meer, aber eben nicht mitten im Wald. Ich habe auch keine genaue Planung meiner Tagesetappen, daher also auch keine Unterk├╝nfte geplant oder gebucht. Zur Not habe ich mein kleines Zelt und Schlafsack dabei, im Falle einer Panne kann das sehr n├╝tzlich sein. Die ersten 30 Kilometer nach Fosz sind erstmal auf Asphalt. Es ist sehr windig und schon bald zieht sich der Himmel zu und es beginnt zu regnen. Ich warte eine Weile in einem Tunnel, kann aber schon bald weiter. Als es scharf rechts in den Wald geht, sehe ich, dass es wohl doch hier recht stark geregnet hat. Der Weg ist schlammig und mit gro├čen Pf├╝tzen gespickt. Weiter oben wird es dann steiniger und etwas besser zu fahren. Meine Stollenreifen machen das schon. Nach einiger Zeit kommt mir ein deutscher TET Fahrer auf einer Husky entgegen, auch allein unterwegs. Wir halten beide und tauschen uns eine Weile ├╝ber unsere Routen und Pl├Ąne aus. Er erz├Ąhlt mir von einer Begegnung mit einem kleinen B├Ąr. Da war Mama B├Ąr sicher nicht weit und man sollte schon aufpassen… Es geht lange Zeit durch den Wald und es ist noch sehr feucht. In Kalinovik gibt es eine Tankstelle, wo ich vorsichtshalber mal auftanke. So k├Ânnte ich es heute noch bis Mostar schaffen. Auf einer Wiese mache ich Mittagspause mit Brot und Chili-Salami. Der Regen hat sich jetzt erstmal verzogen und ich fahre im Cross-Shirt weiter. Sp├Ąter gibt’s noch ein Gewitter, aber das zieht knapp an mir vorbei. Dann kommt vor Mostar noch die letzte Herausforderung: ein steiniger Aufstieg durch den Wald. Oben werde ich mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Nach dem Gewitter gibts einen dramatischen Himmel in der Abendsonne. Es folgt eine steinige Serpentinenpiste bergab und sp├Ąter eine asphaltierte Strasse bis runter nach Mostar. Hostels in engen Altstadtgassen sind meist schlecht zum Motorradparken. Ich bin froh ├╝ber ein Camping-Schild, das ich etwas ausserhalb von Mostar sehe. Es f├╝hrt mich zu einem kleinen Wohnmobilstellplatz, wo es auch zwei ger├Ąumige Holzh├╝tten mit 2 Etagen gibt. Eine davon kann ich f├╝r mich haben, perfekt. Zum Abendessen und f├╝r einen ersten Eindruck von der Altstadt fahre ich nochmal los. Das M├Ądel vom Camp empfiehlt mir das Restaurant Hindin Han, wirklich gut und relativ preiswert. Es ist auch nicht weit von der Br├╝cke, also dort auch noch schnell hin. Nach dem relativ einsamen Tag auf der Piste sind die vielen Touristen hier schon etwas seltsam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Endurotag 2

Am n├Ąchsten Morgen ist es noch k├╝hl, aber es verspricht ein perfekter Tag zu werden. Vom Camping fahre ich wieder in die Stadt rein um zu tanken. Direkt um die Ecke gibt es mein Fr├╝hst├╝ck f├╝r kleines Geld beim B├Ącker. Hier kann man aber nicht sitzen, es ist eben nur ein ganz kleines Ladenlokal. Einige hundert Meter weiter fahre ich an einem Mc Donalds vorbei. Uii, schon das zweite Mal auf dieser Tour… Egal, hier gibt es leckeren Milchkaffee und Brownies. Das zusammen mit dem eben gekauften Zeug vom B├Ącker auf einer sonnigen Terrasse, perfekt. Der Tag f├Ąngt gut an und soll bitte auch so weiter gehen.

Eine sch├Âne kleine Strasse f├╝hrt Richtung Westen aus Mostar raus in die Berge. Ich halte kurz in einer Kehre, von wo sich eine sch├Âne Aussicht zur├╝ck ├╝ber die Stadt bietet. Danach habe ich bald den Einstiegspunkt in die Schotterpiste erreicht. Es geht durch eine herrliche Landschaft mit weiten Wiesen und H├╝geln, die mit zahllosen Felsbrocken ├╝bers├Ąt sind. Zu keiner Zeit wird es auf diesem Abschnitt langweilig. Nach einiger Zeit gelange ich an den Stich zum Berg mit der Radaranlage. Ich liege gut in der Zeit und will auf jeden Fall da hoch. Die Strecke wird zunehmend steiler und windet sich in teilweise engen Serpentinen den Berg rauf. Der Anteil der gro├čen und lockeren Steine wird h├Âher, hier muss man schon echt aufpassen, das es einem nicht das Vorderrad weghaut (auf dem Foto ist ein flacher Abschnitt…).

Will ich wirklich bis ganz oben? Das Panorama ist jetzt schon gewaltig! Aber einfach umdrehen geht irgendwie nicht, ich muss da hoch. Nach einigen weiteren Serpentinen und hunderten Steinen stehe ich vor dem Tor der Radarstation. Hier geht es nicht rein und nicht weiter. Etwas unterhalb davon bietet sich zu beiden Seiten des Berges eine grandiose Aussicht! Fotopause, etwas trinken und langsam geht es wieder runter. Blo├č jetzt hier oben nicht auf die Schnauze legen.

Ich komme wieder an die Abzweigung und folge der wesentlich sanfteren Strecke durch das von mir so getaufte “sch├Âne Tal”. An dessen Ende geht es um den Berg herum und ich erreiche ein geteerte Strasse und das kleine Dorf Barzonja. Am Ufer des Sees sehe ich eine kleine ├╝berdachte Bank mit Tisch, der ideale Spot f├╝r die Mittagspause. Ich habe noch etwas vom B├Ącker ├╝brig, dazu Saft und zwei W├╝rstchen.

Die n├Ąchste Etappe ist ein wesentlich gr├Â├čerer See, der Ramsko jezero, auch Rama Lake genannt. Diesen erreiche ich noch relativ fr├╝h am Tag. Eigentlich k├Ânnte ich noch weiterfahren. Aber erstmal will ich mir den See aus der N├Ąhe anschauen und fahre auf die Halbinsel in der Mitte, der kleine Ort da hei├čt Scit. Ich entdecke bei der schmalsten Stelle zur Halbinsel das Guesthouse, das mir vor einiger Zeit jemand aus der TET Gruppe empfohlen hat. Ein kleines Schild “Sobe” weist auf die Zimmervermietung hin. Aber ich will ja weiter. Nach einer Runde ├╝ber die Insel folge ich der Route im Navi und es geht zun├Ąchst einige steinige Serpentinen den Berg rauf.

Schon bald komme ich an einen Erdrutsch mit umgest├╝rzten B├Ąumen. Man k├Ânnte einen Parallelweg mit einer steilen Rampe und ein paar Felsen nehmen. Aber jetzt ist es doch schon sp├Ąter und ich nehme das als Zeichen zum Umkehren. Das Guesthouse am See lockt doch, also parke ich schon bald darauf vor dem Haus und gehe in den gro├čen Garten, wo viele Bierb├Ąnke und -tische aufgestellt sind. Hier war ohne Zweifel eine gro├čes Fest, ├╝berall liegen noch M├╝ll und Scherben rum. Ich werde freundlich begr├╝├čt und erstmal gibt es einen selbstgebrannten Schnaps zu trinken. Der ├Ąltere Mann ist vermutlich der Vater des Besitzers, er spricht rudiment├Ąr Englisch, so dass eine gewisse Kommunikation m├Âglich ist. Der Rest ergibt sich mit H├Ąnden und F├╝ssen. Die Chefin zeigt mir dann die Zimmer und ich bekomme ein riesiges Appartement mit 2 Balkonen f├╝r schlappe 20 Mark, also 10 Euro. Sp├Ąter stellt sich raus, dass auch das Bier, die selbstgemachte Pizza und das Fr├╝hst├╝ck mit Omelett im Preis inbegriffen sind. Wow, das ist wirklich sehr nett.

 


 
Endurotag 3

Nach einer erholsamen Nacht bereite ich alles f├╝r die n├Ąchste Etappe vor. Mein erster Gang f├╝hrt mich nach drau├čen auf den Balkon. Wow, das ist mal eine Aussicht. Der See liegt ganz ruhig da und spiegelt Sonne und Wolken wie in einem Gem├Ąlde. Unten vor dem Haus erwartet mich, wie schon gesagt, ein tolles Fr├╝hst├╝ck mit Omelett, Kaffee, Brot, Wurst und K├Ąse. Das Wetter verspricht erstmal wieder gut zu werden und so gebe ich Suzi bald wieder die Sporen. Vorher verabschiede ich mich von meinen tollen Gastgebern und bedanke mich f├╝r die sch├Âne Zeit hier. Schnell noch bei dem kleinen Market und an der Tanke vorbeifahren, dann kann es losgehen.

Den blockierten Weg umfahre ich ├╝ber die Strasse, komme aber schon sehr bald wieder auf die richtige Route. F├╝r lange Zeit ist jetzt wieder Natur pur angesagt. Die Strecke ist abwechslungsreich und nicht schwierig. Auf einem ca. 10 km langen Abschnitt durch eine weite Ebene sehe ich unz├Ąhlige verfallene H├Ąuser. Weit und breit kein Mensch, kein Auto. An einem Friedhof halte ich kurz an f├╝r ein Foto. Ich erinnere mich an die Minenwarnungen. Hier sehe ich zwar keine Schilder, aber wenn irgendwo das Gel├Ąnde noch vermint ist, dann sicher hier. Also immer sch├Ân auf dem Weg bleiben, sicher ist sicher. Nach einiger Zeit geht es wieder in den Wald und dann taucht pl├Âtzlich in der Ferne der Ort Kupres vor mir auf. Die charakteristische Doppelkirche werde ich heute noch oft aus vielen Richtungen sehen.

Auf der nun asphaltierten kleinen Strasse fahre ich nur ein kurzes St├╝ck, dann schickt mich mein Garmin scharf nach rechts ├╝ber eine steile Wiese und dann noch steiler durch den Wald bergauf. Hier gilt es wieder, geschickt den ganz gro├čen Steinen auszuweichen und dabei gen├╝gend Speed zu behalten, um Hindernisse wie Bodenwellen und Abs├Ątze zu ├╝berwinden ohne zu verhungern und das Bike abzulegen. Das klappt ganz gut, aber ich bin froh endlich oben auf einer riesigen Wiese anzukommen. Nun f├╝hrt ein komplett mit Gras bewachsener Weg auf die Bergkuppe hoch. Ich bin im Skigebiet von Kupres, wo oben auf dem Berg ein paar gro├če Antennenmasten stehen. Ich nutze die Auffahrt mit dem tollen Panorama f├╝r eine Videoaufnahme mit Stativ. Aufstellen, zweimal dran vorbeifahren, wieder zur├╝ck, abbauen. Ganz sch├Ân zeitaufw├Ąndig, kann man nicht st├Ąndig machen…

Hinter der Kuppe geht der Weg wieder talw├Ąrts (ist ja logisch…) und ich mach noch eine kurze Pause auf der Terrasse einer H├╝tte mit sch├Âner Aussicht ├╝ber Kupres unten im Tal. Von hier geht es nun mehr oder weniger ├╝ber die Skipiste nach unten. Beim Ausschauhalten nach weiteren Fotomotiven bin ich etwas unachtsam und gerate ganz ohne Not in eine tiefe Furche und kann die Fuhre grade noch so abfangen. Direkt daneben ist dummerweise noch so ein Ding und streckt mich nieder. Da freut man sich ├╝ber Endurostiefel und Protektoren. Sp├Ąter merke ich, dass es meinen Fu├č doch irgendwie erwischt hat, aber sicher nichts Schlimmes.

Die Abfahrt ins Tal geht nur ├╝ber steile Wiesenh├Ąnge und macht richtig Spa├č. Ich merke aber jetzt meinen Fu├č, wenn ich im Stehen fahre. In Kupres gibt es die Gelegenheit zum Tanken, ansonsten verbringe ich keine Zeit dort. Direkt am Ortsausgang beginnt ein Singletrail. Aha, hier kommen nun die Matschpassagen, vor denen alle gewarnt haben. Ich schau mir das zu Fu├č mal an und beschliesse dann, das auf der Stra├če zu umfahren. Es ist nicht nur matschig mit richtig tiefen L├Âchern, sondern auch technisch sehr anspruchsvoll. Sollte man nicht mit Schmerzen im Fu├č und allein machen. Nachdem ich wieder auf der Route zur├╝ck bin, geht es gef├╝hlt eine Ewigkeit durch den Wald. Eine gro├če Schleife nach der anderen, es nimmt kein Ende.

Eine vermeintliche Abk├╝rzung auf dem Navi endet im Nichts, also wieder zur├╝ck. Es beginnt wieder ganz leicht zu regnen. Irgendwann komme ich wieder in freies Gel├Ąnde. Das Licht ist nun gespenstisch. Die Regenwolken vermischen sich mit Abendrot und Nebelschwaden. Nach einem guten St├╝ck auf Feldwegen erreiche ich eine richtige Stra├če, die mich einen Kilometer weiter zum Provinzst├Ądtchen Glamoc bringt. Genug f├╝r heute, ich quartiere mich im Hotel Split ein, nachdem irgendwann mal jemand zur Rezeption kommt. Dieser Kasten hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen aber ich bin froh ├╝ber ein Zimmer und eine Dusche. Zum Abendessen gibt es drei Optionen. Ich entscheide mich f├╝r ein kleines Restaurant schr├Ąg gegen├╝ber und humple langsam dorthin. Ich werde nicht entt├Ąuscht, es gibt vorz├╝gliche Grillspie├če mit Pommes und ein k├╝hles Bier. Ich zahle etwa f├╝nf Euro f├╝r alles zusammen und verbringe den Rest des Abends im Zimmer mit WLAN und schreibe einigen Leuten aus der TET Gruppe. Einige sind auf der Balkanroute von Slowenien bis Montenegro unterwegs, aber bis jetzt habe ich fast niemand getroffen.

 
Endurotage 4, 5 und 6

Am n├Ąchsten Morgen gilt meine Aufmerksamkeit zun├Ąchst meinem Fu├č. Scheint etwas besser zu sein. Also alles zusammenpacken und die Endurostiefel an. Die hab ich ├╝brigens am Vorabend mal richtig mit dem F├Ân von innen getrocknet. Anziehen klappt, laufen klappt, alles gut. Die Verk├Ąuferin beim B├Ącker spricht sogar ein paar Worte deutsch. Schnell noch tanken, dann ist die Morgenroutine auch schon beendet. Kurz nach dem Ort geht es wieder auf Schotterpiste weiter. Vor der Einfahrt in den Wald ├╝bersehe ich fast eine Schranke und komme mit Vollbremsung zum Stehen.

Aus einem kleinen H├Ąuschen kommt ein Mann, der sich meinen Namen und das Kennzeichen auf einem winzigen Zettel aufschreibt. Dann w├╝nscht er mit vermutlich gute Fahrt und ├Âffnet die Schranke. Vielleicht geht es jetzt in einen Naturpark? Die Piste bleibt einfach und ich komme schnell voran. Nach einiger Zeit treffe ich die beiden Schweizer Fabian und Beat, wir kennen uns bereits aus der Gruppe. Wir erz├Ąhlen von unseren Erlebnissen und weiteren Pl├Ąnen. Gegen Mittag komme ich bei einigen Waldarbeitern vorbei, die gerade Baumst├Ąmme verladen. Dementsprechend sieht der Weg auch aus. Neben dem schweren LKW pfl├╝ge ich durch den tiefen Matsch. Schon bald wird es wieder besser und ich nehme noch den Abstecher zum Satorsko Jezero rauf. Nicht sonderlich lohnenswert, aber f├╝r ein paar Fotos langt es doch. Danach komme ich auch schon bald auf die Strasse und fahre noch bis Bosansko Grahovo. Von hier f├╝hrt die TET zur kroatischen Grenze. Der Ort ist eher uninteressant und ich fahre weiter ├╝ber die Strasse bis nach Livno zur├╝ck. ├ťber booking.com finde ich ein tolles Zimmer direkt in der Innenstadt. Livno ist wesentlich gr├Â├čer und moderner und liegt sch├Ân eingerahmt von mittelhohen Bergen. Soll auch ein guter Ausgangspunkt f├╝r Endurotouren sein.

Am n├Ąchsten Tag ist mir wieder nach offroad fahren. Ich beschliesse, nach Scit zu fahren und die sch├Âne Etappe vom Lake Scit (Rama lake) nochmal andersrum nach Mostar zu nehmen. Das Wetter ist perfekt, also wird es ein sehr sch├Âner Motorradtag. Ich bin schon recht fr├╝h in Mostar und fahre noch ein St├╝ck weiter bis Blagaj. Hier gibt es ein Derwischkloster an der Stelle, wo der Fluss Buna aus einer H├Âhle aus dem Berg kommt. Die Mengen an Touristen sind nach den letzten Tagen schon ungewohnt.


Der erste Campingplatz, den ich mir anschaue, hat keine H├╝tten und keine Wiese f├╝rs Zelt. Durch Zufall entdecke ich weiter flussabw├Ąrts einen kleinen Campingplatz. Dieser hat eine prima Zeltwiese und wird von einem ├Âsterreichischen Rentner betrieben. Hier werde ich mein kleines Minizelt endlich mal wieder aufbauen. Die hohen Temperaturen laden dazu ein.

Ich erfahre, dass die Region um Mostar auch als Backofen Europas bezeichnet wird. Am Abend fahre ich dann nochmal schnell nach Mostar rein, um die Stadt noch ein wenig n├Ąher zu erkunden und bei Hindin Han nochmal lecker zu essen. Am Tag 6 geht es dann ├╝berwiegend auf Asphalt zur├╝ck zum Auto. Dabei mache ich aber noch einen gro├čen Umweg ├╝ber die Kravica Wasserf├Ąlle. Zur├╝ck im Camp freue ich mich sehr, dass Richard noch da ist und wir fahren am Abend in ein Fischrestaurant in der N├Ąhe.

Reise Infos

FOSZA
Camp Drina www.autocampdrina.com, Tel. +387 65 465 449, Patkovina, Foca 73300, sehr sauberer Platz, Holzh├╝tten, Zeltwiese, Restaurant (leckere Forellen), sehr nette Eigent├╝mer, H├╝tte 1 Pers. 15,00 ÔéČ.

MOSTAR
Neretva Camping Tel. +387 61 808 564, neretva-camping.business.site, Sjeverni Logor, Mostar 88000, Wohnmobil Stellplatz, 1 H├╝tte, 10,00 ÔéČ
Restaurant Hindin Han Jusovina 10, Mostar 88000 (nicht weit von der Br├╝cke), https://www.facebook.com/pages/Hindin-Han/492651147427367, Tel. +387 36 581-054

SCIT (Ramsko jezero)
Apartmani Franjusic vor der Klosterkirche links, Tel. 063 361734, 10,00 ÔéČ, supernette Familie, Bier, Pizza und Fr├╝hst├╝ck ging aufs Haus!

LIVNO
Hard Rock Rooms For Two Marka Maruli─ça, 80101 Livno (direkt im Zentrum), Tel. +387 63 371 471, 18,00 ÔéČ f├╝r 1 Person, Top-Zimmer

BLAGAJ
Auto Camp Kolo-M Malo Polje bb, 88201 Mostar-Blagaj, autocamp.kolom@gmail.com, Tel. +387 62 650 630, 10,00 ÔéČ f├╝r 1 Person, 43 Grad 14′ 53”N, 17 Grad 52′ 18”O, neuer, kleiner Platz mit Bar, Grill und Terrasse am Fluss. Netter ├Âsterreichischer Manager.

SARAJEVO
Camping Sarajevo Mratnjeva─Źe 57, Ilid┼ża 71210, autocamp.kolom@gmail.com, Tel. +387 61 190 927, 10,00 ÔéČ f├╝r 1 Person, relativ neuer, kleiner Platz an einem kleinen Fluss ausserhalb der Stadt, relativ ruhig, kaltes Bier im K├╝hlschrank zur Selbstbedienung, moderne Sanit├Ąranlagen, 10,00 ÔéČ f├╝r 1 Person

SONSTIGE INFOS
3500 km Auto, 1260 km Motorrad, davon ca.600 km offroad.

 

Die Tour geht am n├Ąchsten Tag mit dem Auto weiter. Nach zwei weiteren Tagen in Sarajevo fahre ich ├╝ber Serbien zum Balaton und weiter ├╝ber Wien und M├╝nchen nach Hause. Dazu gibt es vielleicht noch ein paar Bilder im n├Ąchsten Blogartikel.


Magisches Montenegro – 5 Tage Endurowandern


Nun ist es Zeit f├╝r die zweite gr├Â├čere Tour mit der Suzi in diesem Jahr. Nach der super Tour in die Pyren├Ąen habe ich Lust auf mehr und m├Âchte den Herbstbeginn nochmal f├╝r eine ├Ąhnliche Tour nutzen. Ich habe etwa 11 Tage Zeit daf├╝r. Ich erinnere mich an die letzte Tour vor zwei Jahren, die mich nach Montenegro und Albanien f├╝hrte. Dort gibt es noch viel zu entdecken und diesmal bin ich etwas besser vorbereitet.
Mit Auto und Anh├Ąnger ist das Ziel entspannt zu erreichen und ich kann mehr Klamotten und Werkzeug etc. mitnehmen. Mein Kombi bietet mir unterwegs auch eine bequeme und sehr flexible ├ťbernachtung bei der Anreise. Ich entschlie├če mich f├╝r die etwas l├Ąngere Strecke “hintenrum” ├╝ber Ungarn und Serbien, weil ich Serbien noch nicht kenne und mal wieder etwas Neues kennenlernen m├Âchte. Bis Wien finde ich auch leicht zwei nette Mitfahrer, so da├č die Zeit wie im Fluge vergeht. Meine Route folgt von Wien weiter der Donau nach Budapest und Novi Sad. Am ersten Tag der Anreise schaffe ich es bis etwa nach Belgrad, wo ich auf einem Rastplatz an der Autobahn ├╝bernachte. Hier gibt es ein Mac Donalds, wo ich mein Fr├╝hst├╝ck mit Kreditkarte zahlen kann und auch kostenloses Wifi habe. Kurz hinter Belgrad verlasse ich die Autobahn sowie die Donau und es geht weiter ├╝ber die gar nicht so schlechten Landstrassen. Ich fahre eine sehr sch├Âne Stecke durch die serbischen Berge ├╝ber Pozega und Uzice. Am sp├Ąten Nachmittag erreiche ich mein Basislager in Kolasin/Montenegro. In der Privatunterkunft war ich schon vor zwei Jahren. Ich kann Auto und Anh├Ąnger wieder im Garten parken und auch f├╝r die n├Ąchsten Tage dort stehen lassen, wenn ich unterwegs bin.

Tag 1

Von Kolasin aus will ich in die von mir geplante Mountainbikerunde einsteigen. Was mit dem Mountainbike geht, sollte auch mit der kleinen Enduro machbar sein, sofern es keine Tragestrecken dabei gibt. Mal sehen… Nach dem Packen der Klamotten aufs Motorrad und in den Rucksack komme ich gegen 10 Uhr endlich los. Zun├Ąchst geht es ├╝ber eine ziemlich verdreckte und schlechte Strasse Richtung S├╝den. Die Natur ist total verschandelt mit einer gigantischen Baustelle. Hier baut eine chinesische Baufirma eine neue Strasse samt Br├╝cken. ├ťberall wimmelt es von chinesischen Arbeitern und Baumaschinen. Es ist ein Projekt der “Neuen Seidenstrasse”, 2019 soll hier die 195 Meter hohe Moracica Br├╝cke fertiggestellt werden. V├Âllig unklar allerdings ist, ob ├╝berhaupt jemand die Br├╝cke und die dazugeh├Ârige Autobahn braucht und nutzt. Die Autobahn von der Hafenstadt Bar Richtung Serbien f├╝hrt n├Ąmlich quer durch kaum bewohntes Bergland. Und Serbien hat es nicht eilig, auf seiner Seite einen Anschluss bereitzustellen. Gut m├Âglich, dass sich die Investition als teurer Flop erweist. So wird aus der vermeintlichen Gro├čz├╝gigkeit schnell eine Schuldenfalle.

Beim ersten Fotostop nach ca 30 km f├Ąllt mir auf, das hinten am Motorrad irgendwas anders aussieht. Hmm, war da nicht mal ein Kennzeichen dran? Die komplette selbstgebaute Halterung samt R├╝ckstrahler ist weg, shit. Das wird zuhause wieder viel Arbeit. Ich fahre nochmal zur├╝ck in der Hoffnung, das Teil irgendwo zu finden. Fehlanzeige. Bei der Polizei in Kolasin bekomme ich ein sch├Ânes Schreiben, dass ich es offiziell verloren habe und wohl so weiterfahren darf. Also gut, zweiter Versuch, zum kleinen Bergsee direkt an der albanischen Grenze zu gelangen.

Nochmal durch die dreckige Baustelle, aber dann wird es echt sch├Ân, als es durch einen Wald rauf in die Berge des Komovi Gebirges geht. Vorbei am Katun Mokra ├╝ber eine steinige Piste einen Pass rauf und steil wieder runter. Dann sieht man schon den See, wow. Ich verbringe hier ein wenig Zeit und geniesse aus mehreren Perspektiven. Absolute Ruhe hier oben, ich f├╝hle mich wie am Ende der Welt. Oberhalb vom See sind ein paar H├╝tten, die im Sommer bewohnt sind. Jetzt sind nur wenige Menschen hier oben. Beim Weiterfahren winkt mir ein kleiner Junge zu, sonst treffe ich auf der ganzen Strecke niemand. ├ťber die hohen Berge gibt es keinen fahrbaren Weg nach Albanien r├╝ber. Dahinter liegt direkt das Vermosh Tal. Ich hatte den See schon vor zwei Jahren auf der Karte entdeckt und es war klar, dass ich jetzt hier hin muss.

Weiter geht es Richtung Westen, ich habe noch einige Kilometer heute zu machen bis Podgorica. Es folgt eine sehr steinige und kurvige Auffahrt mit vielen tollen Ausblicken. Die Landschaft ├Ąndert sich wieder und nach einiger Zeit gibt es wieder die ersten B├Ąume.

Einige Kilometer vor Podgorica wird das kleine Str├Ąschen etwas breiter und es bietet sich ein guter Ausblick ├╝ber die Ebene mit der Stadt und dem Shkodra Lake. Hier ist es schon wieder richtig warm, aber jetzt geht es ├╝ber eine gut asphaltierte Strasse nochmal ein paar hindert Meter runter bis auf 50 m NN. Ich fahre zu dem mir schon bekannten Hostel in der Altstadt, wo ich das letzte Bett bekomme. Schnell raus aus den Klamotten, es ist wirklich hei├č hier. Ohne den Umweg f├╝r die Nummernschildsuche waren es 100 km heute, davon aber auch einiges ├╝ber Asphalt. Abends kann man noch im T-Shirt drau├čen sitzen und alle scheinen das auch zu tun, in der Stadt ist richtig was los. Am Uhrturm gibt es ein Restaurant (Pod Volat) mit gro├čem Garten, wo ich sehr gut und preiswert esse. Auf der anderen Seite des kleinen Fl├╝sschens Ribnica ist die Neustadt, wo ich in der Kneipenstrasse noch was trinken gehe.

 

 

 

 

 

 

Tag 2

Von Podgorica breche ich fr├╝h auf. F├╝r heute habe ich kein Etappenziel, mal sehen, wie es l├Ąuft. Bis Danilovgrad ist die Strecke flach, von dort f├╝hrt ein kleines Str├Ąschen weit in die Berge rauf. Hier m├Âchte ich wirklich nicht mit dem Mountainbike rauf m├╝ssen. Nach einigen Kilometern h├Ârt der Asphalt auf und es geht durch einen sch├Ânen Wald. Ich komme an einem weiteren Katun und an einem Bergsee vorbei. Die Piste wechselt immer zwischen Stein, Schotter und Gras, alles ganz gut fahrbar.
Weiter f├╝hrt meine Route ├╝ber ein Hochplateau mit sch├Ânen Wiesen. Der Weg geht ├╝ber sanfte H├╝gel auf und ab, hier kann man es richtig gut laufen lassen. Enduro und Fahrer f├╝hlen sich sauwohl hier. Aber irgendwann bekomme ich doch etwas Hunger. Der Blick auf den Tacho sagt mir, dass ich mal ├╝ber Tanken nachdenken sollte. F├╝r den Notfall hab ich noch die 1,5 Liter extra im Gep├Ąck. Der Himmel wird etwas dunkler und ich bekomme ein paar Regentropfen ab. Auf dem Navi sehe ich einen kleinen Ort, das w├Ąre eigentlich ein gutes Etappenziel f├╝r heute. 180 km gr├Â├čtenteils offroad sind dann auch genug. Der Ort heisst Savnik und hat sogar ein Hotel. Eine andere Alternative sehe ich auch nicht, auch mein Abendessen gibts dort, ├╝brigens sehr lecker.
Das Doppelzimmer ist okay und am n├Ąchsten Morgen gibt es noch ein leckeres Fr├╝hst├╝ck. F├╝r 22,00 ÔéČ ist das absolut in Ordnung. Direkt nebenan ist eine kleine Tankstelle, so dass die dritte Etappe nun beginnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 3

Frisch aufgetankt geht es wieder die Strasse hoch, wo ich gestern die Route verlassen habe. Eine interessante Schotterpiste f├╝hrt oberhalb des sehr tiefen Nevidio Canyons entlang. Dieser kann nur mit Canyoning bezwungen werden. Sp├Ąter sehe ich den Komarnica-Stausee unten im Tal. Ich durchquere das Krnovo Plateau, das ausgedehnteste Grasland Montenegros.

Nach einer weiteren Talquerung mit steinigem Aufstieg gelange ich zum Durmitor Nationalpark. Weiter geht’s auf der S├╝dseite dr Durmitor Rundstrecke durch den Park. Dieser Rundkurs ist mittlerweile komplett asphaltiert und ich treffe hier auf andere Motorradfahrer und Autos. Leider beginnt es hier oben auf knapp 2000 m etwas zu regnen und die Sicht auf die umliegenden Berge ist etwas eingeschr├Ąnkt.

Aber das hat zugleich auch etwas Magisches, wenn pl├Âtzlich ein neuer Felsriese im Nebel auftaucht. Ich lasse mir Zeit, da es zu meinem Etappenziel bis Zabljak nicht mehr so weit ist. Ein etwas erholsamer Tag ist auch mal nicht schlecht. Auf der Ostseite des Parks erreiche ich dann auch schon bald Zabljak, wo ich mir diesmal ein Privatzimmer f├╝r 15 ÔéČ nehme. Den verbleibenden Nachmittag nutze ich f├╝r einen Spaziergang in die Umgebung. Mein Abendessen gibt’s heute wieder in der Krcma Nostalgija, einer Holzh├╝tte, wo ich auch vor 2 Jahren schon lecker gegessen habe.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4

F├╝r den letzten Tag meiner Runde gibt es heute noch ein besonderes Highlight: die Fahrt ├╝ber die Sinjavina Hochebene, umgeben von verschiedenen H├Âhenz├╝gen. Die Route f├╝hrt durch weitgehend menschenleeres Gebiet ohne Mobilfunkempfang. Die mond├Ąhnliche Landschaft wird durch den bew├Âlkten, aber interessanten Himmel noch st├Ąrker betont.

Mehrere Stunden bin ich hier unterwegs und treffe niemanden. Fast niemanden, denn hinter einer Kuppe kommen mir pl├Âtzlich zwei Jungs aus Tschechien auf ihren Quads entgegen. Es sind Vater und Sohn auf einer l├Ąngeren Reise durch den Balkan. Wir tauschen ein paar Travelstories aus und weiter geht’s. Ich komme an einigen verlassenen Katuns vorbei. Hier und da steht ein verfallenes Haus, immer ein gutes Fotomotiv in dieser monotonen, aber doch so faszinierenden Landschaft. Blo├č keine Panne hier, das wird ein weiter Fu├čmarsch!

Nach vielen weiteren Steinpisten, H├Âhenz├╝gen und Schotterabfahrten erreiche ich so eine Art Felsentor. Dahinter ├Ąndert sich die Landschaft schlagartig und es geht in Serpentinen in ein langes Tal runter. Es gibt pl├Âtzlich wieder gro├če B├Ąume und einige Zeit sp├Ąter tauchen erste H├Ąuser auf. Die Strecke wird besser und irgendwann erreiche ich kurz vor Kolasin die Hauptstrasse. Kurze Zeit sp├Ąter ist Suzi wieder aufgetankt und ich sitze im Heck meines Kombis und ziehe mich um. Das ist schon etwas irreal. Gerade noch auf dem Mond gewesen und jetzt gibt es wieder Bier, Benzin, Handyempfang und Wifi. Die n├Ąchste Nacht ist Gartencamping angesagt, ich schlafe komfortabel im Auto.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 5

Es gibt nach der erfolgreichen Vollendung meines Loops noch einen Bonustag. Das Wetter soll noch gut bleiben und ich habe eigentlich auch noch Zeit. Ich beschliesse, eine andere Route von Kolasin aus zu nehmen, die durch den Biogradska Gora Nationalpark f├╝hrt. Daraus k├Ânnte man eine sch├Âne Tour f├╝r 2 Tage basteln. Auto und Anh├Ąnger d├╝rfen noch im Garten bleiben. Nach dem Fr├╝hst├╝ck aus meiner Stammb├Ąckerei Pekara Bambi 5 geht es dann auch gleich los. Von Kolasin f├╝hrt der Weg nach Osten in Richtung Skigebiet Bjelasica. Auch hier wird gebaut. Nur mit etwas M├╝he kann ich einen Bagger passieren, der um sich herum riesige Erdhaufen vermischt mit gro├čen Steinen angeh├Ąuft hat. Das h├Ątte ich mit der BMW nicht geschafft, soviel ist sicher.


Das Schotterstr├Ąschen windet sich hinauf in die Berge, vorbei am Katun Vranjak. Hier bin ich wieder in der hochalpinen Zone mit genialen Ausblicken. Ich biege nicht ab zum Biogradska jezero sondern fahre runter zum Sisko jezero, dort war ich vor zwei Jahren auch schon.

Diesmal geht es weiter Richtung Norden, wieder viele Schotterkurven, W├Ąlder und Grasland. ├ťber Tomasevo geht es in ein Gebiet namens Sokolac. Auf einem Berg mache ich wegen der tollen Aussicht eine Pause und geniesse die Sonne. Die dunklen Wolken sind noch weit weg und werden von mir weitgehend ignoriert. Aber schon bald zieht es weiter zu und ich finde mich unter einem Baum wieder, den heftigen Regen abwartend. Danach hat sich der Schotterweg im Tal in einen Bach mit riesigen Pf├╝tzen verwandelt. Aber aufgrund des steinigen Untergrunds f├Ąhrt es sich hier immer noch ganz gut. Nach Barice gelange ich auf das Kosanica Plateau, von wo es auf der Strasse zur gro├čen Tara Br├╝cke weitergeht. Hier mache ich eine kurze Fotopause und ├╝berlege, wie es weitergehen soll. Bis Zabljak w├Ąre es jetzt nur noch Strasse. Ich entscheide mich aufgrund des wechselhaften Wetters f├╝r die R├╝ckfahrt entlang der Tara nach Kolasin. Mein Sprit m├╝sste gerade noch soweit reichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise Infos

KOLASIN
Privatunterkunft Lidija Rakocevic www.apartments-rakocevic.me, Tel. +382 67 401 416

PODGORICA
Hostel Montenegro Tel. + 382 69 039 751, e-mail: montenegrohostel@gmail.com, www.montenegrohostel.com
Restaurant Pod Volat 1 Trg Vojvode Be─çira Osmanagi─ça (am Uhrturm), Tel. +382 69 618 633

SAVNIK
Hotel Dokovic Doppelzimmer 22,00 ÔéČ inkl. Fr├╝hst├╝ck

ANREISE
Vignette ├ľsterreich 10 Tage 9,00 ÔéČ, Vignette Ungarn 10 Tage 9,00 ÔéČ, Maut Serbien bis Belgrad ca. 7,00 ÔéČ, Strecke bis Kolasin 1.675 km

In Kolasin nehme ich mir f├╝r die letzte Nacht dort ein Zimmer in einem anderen G├Ąstehaus. F├╝r 22,00 ÔéČ bekomme ich ein Top Zimmer inklusive Super Fr├╝hst├╝ck. Mein Auto kann hier auch im Hof parken, perfekt. Hier treffe ich Christopher und Christian, zwei Biker aus ├ľsterreich. Wir gehen am Abend zusammen essen und erkunden noch die Kneipenwelt von Kolasin. In einem Cafe gibt es Livemusik vom Feinsten, also trinken wir noch das ein oder andere Bier hier.

Am n├Ąchsten Tag geht es ├╝ber Landstrassen durch Serbien zur├╝ck. Fr├╝h morgens ├╝berquere ich die Grenze nach Ungarn an einem kleinen ├ťbergang (ca. 30 Minuten Wartezeit). Nach meinem Fr├╝hst├╝ck in Szeged fahre ich weiter nach Budapest, wo ich noch 2 N├Ąchte bleibe und ins normale Touristenleben eintauche, bevor es wieder zur├╝ck geht. Eine sehr vielseitige Tour mit vielen tollen Erlebnissen!


Endurowandern in den Pyren├Ąen

So, endlich geht es nun los! Mit Auto und Anh├Ąnger mit zwei Enduros drauf geht es durch Frankreich, erstmal bis Toulouse. Hier treffen wir Andreas und Rapha, die schon vorgefahren sind. Wir schaffen es gerade rechtzeitig zum Fussballspiel.
In der N├Ąhe des Campingplatzes gibt es ein zur Fl├╝chtlingsunterkunft umfunktioniertes Hotel, wo wir uns das Spiel anschauen k├Ânnen. Zu der Zeit ist die Fussballwelt noch in Ordnung, Deutschland gewinnt das zweite Vorrundenspiel. Am n├Ąchsten Tag machen wir eine Wanderung in Spanien kurz hinter der Grenze. Es geht zu verschiedenen imposanten Wasserf├Ąllen in einer sehr sch├Ânen Bergwelt. Unser erster Eindruck von den Pyren├Ąen.

Am Sonntag nachmittag erreichen wir dann unser Basislager in Isabena. Genaugenommen hei├čt der Ort La Puebla de Roda, wo wir unsere kleine Holzh├╝tte f├╝r die n├Ąchsten knapp 2 Wochen beziehen. Hier gibt es ein Restaurant, einen gro├čen Swimmingpool und jede Menge andere Motorradfahrer, darunter auch einige Endurofahrer. Rapha leiht sich hier eine 250er Yamaha aus, Andreas und ich nehmen die eigenen Maschinen.

Nach dem Fr├╝hst├╝cksbuffet packen wir unser Zeug f├╝r einige Tage Endurowandern. Wir wollen von Isabena nach Westen in Richtung Atlantik, aber das ist ein weiter Weg. Die von mir geplante Route ist bereits im Navi. Mal sehen, ob wir da auch ├╝berall fahren d├╝rfen. Nach Verabschiedung von den M├Ądels und Besuch bei der Dorftankstelle geht es dann endlich los, es ist schon fast 11 Uhr!

Kurz vor Roda d’Isabena gehts es rechts einen Feldweg rein. Da geht es dann mit einigen Steigungen, Wasser und vielen dicken Steinen gleich richtig zur Sache. Das perfekte Aufw├Ąrmtraining f├╝r den heutigen Tag! Es geht durch ein weites Tal vorbei an vielen verfallenen H├Ąusern. Bis nach Campo brauchen wir l├Ąnger, als gedacht. Dann fahren wir eine tolle Strecke ├╝ber Viu bis Laspuna. Die Highlights der Strecke sind ein Singletrail durch den Bergwald und eine Almwiese, die wir uns w├Ąhrend unserer Pause mit den K├╝hen teilen. Immer wieder gibt es faszinierende Ausblicke in die uns umgebende Bergwelt.

Es folgt eine Badepause im Rio Cinca. Da die Strecke durch die Anisclo Schlucht gesperrt ist, bleiben wir auf dem Campingplatz bei Puyarruego und beenden den heutigen Endurotag mit gut 100 km. Auf dem Campingplatz gibt es ein hervorragendes Men├╝ mit verschiedenen Auswahloptionen und einer Flasche Wein. Spanien spielt heute in der Vorrunde und gewinnt. Volles Haus und beste Stimmung sind garantiert. Mein neues kleines Zelt stellt sich als ganz tauglich heraus, allerdings brauche ich aufgrund der Temperatur in der Nacht nur das Innenzelt. Au├čer mir passt praktisch nichts rein, also braucht man bei schlechtem Wetter eine wasserdichte Verpackung f├╝r die Bikeklamotten.

N├Ąchster Tag, wieder geniales Wetter. Eine Tankstelle gibt es hier im Ort nicht, aber egal, wir haben alle noch etwas im Tank und ich habe noch meine 1,5 Liter Notfallflasche mit Sprit.

Zun├Ąchst f├╝hrt eine kleine kurvige Strasse nach Buerba in die Berge rauf. Nach dem Ort biegen wir ab in den Wald und fahren ├╝ber eine Mountainbikestrecke zum (wahrscheinlich) verlassenen Dorf Yeba. Dies ist mein Plan B f├╝r die gesperrte Anisclo-Schlucht, der sich als super offroad Strecke herausstellt. Die H├Ąuser hier sehen noch ganz gut in Schuss aus, aber wir sehen hier keine Menschenseele. Von Yeba geht es ├╝ber ein kleines, befestigtes Str├Ąschen weiter bis ins Tal bei Lacort. ├ťber die Hauptstrasse N-260 fahren wir noch weiter bis Fiscal und machen dort in einem sch├Ânen Restaurant mit Garten unsere Mittagspause. Jetzt noch schnell bis Broto zum Tanken, eine kleine Schwimmpause im Rio Ara und auf zur zweiten Etappe des heutigen Tages. Diese f├╝hrt zun├Ąchst rauf nach Bergua und dann weiter ├╝ber Waldwege.

Wir queren mehrere T├Ąler und unz├Ąhlige B├Ąche, kommen ├╝ber sch├Âne Hochplateaus und Wiesen. Ohne Open Street Maps h├Ątten wir diese Route nie gefunden bzw. und st├Ąndig verfahren. Aber so hat die Navigation bis auf einen kleinen Fehler prima geklappt. Kurz bevor wir Olivan erreichen, hat Andreas eine etwas unruhige Gashand und landet neben der Piste in einem Abhang. Zum Gl├╝ck passiert nichts weiter und die Reise kann bald weitergehen. Es folgt noch eine sch├Âne Abfahrt ├╝ber Waldwege von den Bergwiesen runter ins Tal bei Olivan. Unseren heutigen Campingplatz finden wir nach 145 km in Biescas. Davon waren es heute gesch├Ątzt sicher 90-100 offroad km. Der Campingplatz ist eigentlich recht gut, nur der Service im Restaurant ist echt ├╝bel chaotisch. Aber am Ende bekommen wir doch noch was zu essen und alles ist gut.

Mittwoch. Schnelles Fr├╝hst├╝ck im Camp, anschliessend Einkaufen im Ort. Rapha macht sich auf den R├╝ckweg nach Isabena, er hat die Yamaha nur f├╝r drei Tage gemietet. Andreas und ich h├Ąngen noch einen Tag dran, Wir fahren ├╝ber die N-260 s├╝dlich bis Senugue, tanken dort und schlagen uns dann Richtung Westen in die B├╝sche. Nach einer Piste mit grobem, lockerem Schotter stehen wir pl├Âtzlich vor einer doppelten Flussdurchfahrt. Das gemeine daran ist der breite Kiesstreifen mit riesigen, runden Steinen zwischen den beiden Flussarmen. Der erste ist einfach zu fahren, wenn man von den steilen Ufern mal absieht. Andreas ist hier etwas schnell und springt mit einem riesigen Satz aus dem Fluss raus…aber geschafft. Das tiefe St├╝ck darf ich dann mit beiden Motorr├Ądern machen :) Gut, dass wir relativ leichte Enduros haben, die sind f├╝r sowas gemacht. Wir folgen der Transpirinaica, eine MTB Strecke, die bis zum Atlantik f├╝hrt. Leider sind nicht alle Strecken f├╝r Motorr├Ąder erlaubt, obwohl hier kein richtiger Naturpark ist.

Die Strecke f├╝hrt durch eine sch├Âne Waldlandschaft ├╝ber einen Pass. Am Nachmittag beenden wir den offroad Teil in Castiello de Jaca und fahren noch weiter bis Jaca, eine alte K├Ânigsstadt mit einer riesigen Festung. Heute spielt Deutschland, daher die Eile. Besser w├Ąren wir weiter Enduro gefahren, das wars dann wohl mit der WM. Trotzdem ein sch├Âner Abend in Jaca. Das Wetter wird immer schw├╝ler und abends ziehen ein paar Gewitter vorbei, aber es bleibt trocken.

Donnerstag. Heute ist R├╝ckfahrt nach Isabena angesagt, gr├Â├čtenteils ├╝ber Asphalt. Wir machen noch einen Abstecher in das Skigebiet bei Panticosa, bevor es dann ├╝ber Broto, Fanlo, Nerin, Buerba, Laspuna wieder zur├╝ck geht.

Unterwegs erwischen mich einige heftige Regenschauer, aber das ist bei den Temperaturen gar nicht so schlecht. Zu erw├Ąhnen ist noch eine tolle, kleine Strasse von Laspuna ├╝ber Torrelisa nach Arro, wo man wieder auf die N-260 trifft. Rechtzeitig vor dem richtig heftigen Gewitter erreichen wir wieder den Campingplatz. Kurz danach kommt die Sturzflut. Jetzt ist so eine H├╝tte richtig gem├╝tlich. Wow, was f├╝r eine Tour!


 

ISABENA CAMPING
Ctra. Graus-Viella km 27, 22482 La Puebla de Roda, Spanien www.isabena.eu Tel. +43 974 544530, Camping und Bungalows, Restaurant, Pool, Motorradverleih, BMW Test Ride Center, Werkstatt, viele weitere sportliche Aktivit├Ąten.

Ein neues Spielzeug f├╝r 2016

So, seit einer Woche steht sie nun in der Garage, meine DR-Z400 mit weniger als 9000 km auf der Uhr. Keine Sorge, die Q steht nat├╝rlich auch noch da und sie wird mit mir bzw. uns weiterhin tolle Touren machen. Aber f├╝rs etwas heftigere Gel├Ąnde ist das Eisenschwein doch etwas schwer und ich m├Âchte einfach mal was Neues ausprobieren. Stichwort: Endurowandern. M├Âgliche Ziele habe ich bereits genug vor Augen. Meistens kommt die Suzi dann wohl auf den H├Ąnger, denn auf der Autobahn macht es nicht wirklich Spass damit. Daf├╝r im Gel├Ąnde umso mehr, bin schon auf die ersten Testfahrten gespannt.

Warum gerade die DR-Z? Nach einiger Recherche habe ich mich gegen die DR 350 (zu alt, zu wenig Power) und gegen die DR 650 (auch alt, reparaturanf├Ąllig) entschieden. Die KTM 690 R ist mir zu agressiv und die reinen Wettbewerbsenduros brauchen alle paar Stunden eine Wartung.

Jetzt kommt evtl. noch ein richtiger Motorschutz dran und Case Saver k├Ânnen auch nicht schaden. Eventuell noch ein gr├Âsserer Tank und dann kanns losgehen. Bei der Ausr├╝stung sind Endurostiefel geplant und ein anderer Helm muss her. Daf├╝r ist ja jetzt im Winter genug Zeit…