TET Frankreich

So, jetzt wird es aber Zeit für den nächsten Artikel. Ich hatte es ja schon angekündigt, dass nach der zweiten Tour weitere Infos folgen. Nun ist mal wieder Lockdown und Novemberwetter, da ist es schön die Touren nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Auch bei der ersten Tour mit Andreas Ende August waren die Infektionszahlen in Grand Est schon recht hoch, aber es hat auch bei der zweiten Tour nochmal gepasst, die Grenzen und Campingplätze waren geöffnet. Im Rest von Frankreich war es schon deutlich schlimmer. Auf der Karte ist die komplette erste Tour eingezeichnet. Die zweite Tour geht dann weiter südlich weiter bis zur Schweizer Grenze. Zum Vergrößern anklicken, wie alle anderen Bilder auch.

Bis zum Rhein fahren wir Autobahn, dann geht es über die Landstrasse der Pfalz bis zur Grenze zum Elsass, wo die TET beginnt. Die neue section 14 führt von hier bis kurz vor Nancy, wo man auf die section 13 stösst. Los gehts im kleinen Örtchen Nothweiler. Wir überqueren die Grenze und fahren auf ganz kleinen routes forestieres durch eine wunderschöne Landschaft. Wir sehen zwar fast keine Autos, aber offroad ist das auch nicht. Egal, die Strecke ist wirklich sehr abwechslungsreich, obwohl anfangs fast immer im Wald. Später wird die Landschaft etwas offener, als wir aus dem Elsass rauskommen. Wir verbringen die Nacht auf einem kleinen Campingplatz in Parroy an einem Kanal.

Der nächste Tag beginnt wieder mit gutem Wetter, also nichts wie los. Ausser ein paar Feldwegen geht es immer noch viel über Strassen. Ein paar Orte weiter gibts Frühstück in einem Cafe. Viele Leute sieht man hier nicht auf der Strasse. Im Laufe des Tages nimmt der Anteil von offroad Passagen deutlich zu. Es wird um Nancy herum etwas hügeliger und es sind auch wieder ein paar Waldabschnitte dabei.

Die Navigation mit dem Garmin ist diesmal etwas Glückssache, weil es immer gerne mal auf die Strasse zurückroutet. Meist kann man die waypoints aber als Anhaltspunkt nehmen und sich die richtige Strecke selber suchen. Bei Liverdun machen wir das auch so und fahren an der Stadt vorbei durch den Wald, was aber so nicht in der TET vorgesehen ist. Der Wald wird immer dichter und zum Abschluss müssen wir aus ein paar Baumstämmen noch eine kleine Sprungschanze über einen umgestürzten Baum bauen, der unseren Weg blockiert.

 



Das kann uns nicht aufhalten und so erreichen wir kurze Zeit später wieder die TET und fahren an der Mosel entlang. Heute schaffen wir eine ordentliche Strecke und schlagen unser Nachtlager in Domremy auf dem camping municipal auf. Das ist ĂĽbrigens der Geburtsort von Jeanne d’Arc. Im Sommer wohl viel los hier, daher auch ein Camping in diesem kleinen Kaff. Hier gibt es auch zwei Restaurants, also mĂĽssen wir nicht hungrig ins Zelt kriechen.

Am vorletzten Tag geht es im gewohnten Mix aus Strasse, Feldwegen und Wald weiter, wieder durch viele kleine Dörfer. Beim Endurowandern erlebt man eine Land aus nächster Nähe, so wie es wirklich ist. In Vittel machen wir Mittagspause in einem kleinen Bistro, dann geht es weiter ĂĽber schier endlose Schotterpisten und kleine Strässchen, bis wir schliesslich in Luxeuil-les-Bains ankommen. Hier soll ein Campingplatz direkt in der Stadt sein. Das erweist sich leider als Flop, hier dĂĽrfen tatsächlich nur Kurgäste Camping machen. Wir können es kaum glauben, aber wir mĂĽssen weiterfahren. Es ist schon spät, also schnell noch bei einem arabischen Imbiss vorbei auf dem Weg nach Le Val d’Ajol, wo wir unsere Zelte aufschlagen. Und schon wird es dunkel.

Beim Wetter Check wird schnell klar, dass wir bereits am Samstag, also morgen, nach Hause weiterfahren sollten. Für Sonntag sind überall sintflutartige Regenfälle angesagt. Und so sollte es dann tatsächlich kommen. Dadurch verkürzt sich die Tour um einen Tag, aber ich werde sowieso nochmal wiederkommen für den Rest.

Die Rückfahrt ist komplett auf der Strasse und führt uns zunächst über eine sehr schöne Strecke nach Gerardmer. Kurze Kaffeepause und weiter an der Route des Cretes vorbei nach Munster. Nach dem sehr kalten Morgen in den Vogesen ist es hier plötzlich wieder sehr sommerlich. Über den Rhein geht es wieder nach Deutschland und zurück Richtung Stuttgart.

Teil 2

Von mehreren TETies, die wir unterwegs getroffen haben, weiß ich nun, dass der südliche Teil wesentlich spannender mit deutlich größerem offroad Anteil ist. Das lässt mir keine Ruhe und so muss ich dieses Jahr das fehlende Stück bis zur Schweizer Grenze noch nachholen. Es ist Mitte September, das Wetter ist ganz gut vorausgesagt und so geht es Freitag mittag los über die Autobahn Richtung Basel. Über die Facebook TET Gruppe hatte ich Kontakt zu Philipp, der die Strecke von Süd nach Nord fahren will, was auch mein Plan ist. Heute werde ich auf dem Campingplatz von Courtavon übernachten, das ist nicht weit vom Startpunkt in Winkel. Von Philipp habe ich jedoch nichts mehr gehört. Ich stelle mein kleines Zelt allein auf einer riesigen Wiese auf und mache noch einen Spaziergang am See entlang.

Am nächsten Morgen fahre ich nach Winkel, wo es gleich über ein paar Feldwege in den Wald geht. So soll es sein. Nach kurzer Zeit passiere ich La Borne des Trois Puissances, den Dreiländerstein. Er markiert die Stelle, an der von 1871 bis 1918 die Grenzen von drei Ländern aufeinandertrafen: Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Einige Stunden später bin ich in der Gegend um Champagney. Hier ist es bergig und waldig mit tollen Trails, definitiv ein Highlight des heutigen Tages.

Als ich unten im Tal bei Fresse ankomme, kann ich nun der Tour de France nicht mehr entgehen. Alles ist gesperrt und so muss ich es den vielen Franzosen gleichtun, die in euphorischer Stimmung jeden der Einzelzeitfahrer anfeuern. Der Ablauf ist immer gleich: ein Polizeimotorrad, ein Radfahrer manchmal gefolgt von einem Kamerateam. Die Zuschauer tragen übrigens alle Masken, also ziehe ich auch mein Buff hoch. Nach etwa einer Stunde wird es langweilig und ich lege mich am Bach auf eine kleine Mauer in die Sonne. Plötzlich ruft jemand meinen Namen. Es ist Philipp, der vorne an der Strasse mein Motorrad gesehen hat und kurz zuvor an mir vorbeigefahren ist. Bei ihm lief einiges schief, daher haben wir uns am Vortag nicht getroffen. Ab jetzt werden wir gemeinsam weiterfahren. Schon bald wird die Strasse wieder freigegeben und wir fahren noch ein Stück bis auf den Campingplatz in Melisey. Dort kann ich endlich auch tanken. Im Ort ist noch Volksfeststimmung nach der Tour de France. Wir bekommen im Restaurant keinen Platz und es gibt auch nur eine Spezialkarte. Wir fahren dann doch noch nach Lure, um dort im Buffalo Grill ein ordentliches Steak zu essen.

Heute geht es dann zu zweit weiter. Philipp fährt eine fette Tiger 1200 XC. Mal sehen, ob das so zusammenpasst. An einigen Stellen wählt er den Bypass, aber ansonsten kann er mit dem Teil umgehen. Nach den schwierigeren Stellen warte ich kurz und schon geht es weiter. Klappt erstaunlich gut. Nur der erste Teil ist heute offroad, dann folgt ein langes Stück Strasse bis Luxeuil-les-Bains.

Hier schliesst sich der Kreis wieder, die nun folgende Strecke bin ich schon gefahren. Trotzdem macht es Spass und in der anderen Richtung ist es sowieso nicht langweilig. Im Gegenteil, auf einige Passagen freu ich mich schon. Wir kommen wieder an “Angkor Wat” vorbei und fliegen mit langen Staubfahnen ĂĽber die endlosen Feldwege. Späte Mittagspause auch diesmal wieder in Vittel. An der Mosel machen wir fĂĽr heute Schluss und steuern den Campingplatz in Villey-le-Sec an. Wir essen im italienischen Camping Restaurant und gönnen uns heute auch eine Flasche Rotwein.

Weiter geht es rund um Toul, bis wir bei Aingeray wieder auf die Mosel treffen. Diesmal nicht die Abkürzung durch den Dschungel sondern weiter an der Mosel bis zum schönen Städtchen Liverdun. Nördlich von Nancy trennen sich unsere Wege wieder. Philipp muss zurück nach Hause in die Nähe von Basel und ich fahre weiter auf der mir schon bekannten section 13. Aber ich baue noch ein paar Spezialtracks ein. Manche sind super, aber ab und zu muss ich auch mal umdrehen, weil es nicht weiter geht. Ich fahre noch einen Umweg für Tanken und einkaufen und kurze Zeit später stehe ich wieder an der Abzweigung der section 14, wo ich mit Andreas schon Pause gemacht habe. Ich beschliesse, an dem schönen Spätsommertag noch möglichst weit nach Norden zu fahren und eine letzte Übernachtung einzulegen. Es gibt noch einige schöne offroad Passagen, aber die Landschaft wird hier immer flacher. Der Campingplatz am Etang de Mutche ist geschlossen, also weiter gehts. Schliesslich fahre ich nach St.Avold, wo es mitten in der Stadt auf einem kleinen Hügel einen Camping gibt. Das passt ganz gut, weil ab hier die Route wieder etwas mehr nach Westen schwenkt. Nach einem kleinen Rundgang durch die nun schon dunkle Stadt geht es ab ins Zelt.

Letzter Tag, Heimreise. Nördlich von Bitche fahre ich über die Grenze in die Pfalz, wo auch eine Tankstelle ist. Das sollte jetzt bis nach Hause reichen. Über Landstrassen geht es weiter durch die Pfalz zur Fähre Leimersheim, vorbei an Bretten nach Ludwigsburg.

Camping Info

Camping Municipal de Parroy 54370 Parroy, +33 383713221, at the Canal de la Marne au Rhin

Camping de Villey-le-Sec 54840 Villey-le-Sec, +33 383636428, at the Moselle river

Camping Municipal de Domremy 88630 Domrémy-la-Pucelle, +33 329069070, a bit off the TET

Camping Municipal L’OrĂ©e des Vosges 88340 Le Val d’Ajol, +33 329665517, near Luxeuil-les-Bains

Camping La Pierre 70270 MĂ©lisey, +33 384632308, near Fresse, fuel station

Camping Plan d’Eau 68480 Courtavon, +33 389404106, near Winkel

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