Maira Stura und Varaita Maira

Juli 2016 | Offroadfahren in den Westalpen Auf zur zweiten richtigen Tour mit meiner Susi. Zusammen mit Rapha und Andreas geht es mit MotorradanhĂ€nger zunĂ€chst durch die Schweiz nach Italien. Beide fahren eine BMW F 800 GS, also ein paar Kilo mehr als ich durch die Gegend. Auf meinem Training in Hechlingen habe ich die 800 GS aber als sehr wendiges und leichtgĂ€ngiges Motorrad kennengelernt. Als Ziel und Basislager haben wir Cuneo gewĂ€hlt, um von dort aus ein paar schöne Strecken im sĂŒdlichen Teil der Seealpen anzugehen. Auf dem Campeggio Bisalta haben wir einen schönen, großen Platz unter BĂ€umen, wo MotorrĂ€der, Auto mit AnhĂ€nger und zwei Zelte unser Camp bilden. Zu unserer Verwunderung kommt spĂ€ter am Montag nur ein weiterer Biker hinzu, ansonsten sehen wir auf dem Platz keine MotorrĂ€der.

Am ersten Tag wollen wir mit einer einfachen Strecke anfangen, wir wĂ€hlen die Maira Stura Kammstrasse. In Demonte kann man noch einmal tanken, bevor es dann durch das Tal der Arma auf einer langen Rampe ĂŒber ein kleines StrĂ€sschen nach oben geht. Ab Valcavera geht es dann ĂŒber Schotter weiter (Streckenbeschreibung siehe Box). Nach einer schönen Schotterrunde mit herrlichen Ausblicken fahren wir ĂŒber den Colle del Preit nach Marmora runter, wo wir Mittagspause machen. Von dort aus geht es ĂŒber Tolosano und Reccia zurĂŒck. Rechts an der Strecke liegt noch ein wunderschöner See, den wir natĂŒrlich fĂŒr eine kleine Erfrischung nicht auslassen. Der Weg dorthin ist eine kleine ExtraprĂŒfung fĂŒr meine Kleine. Ich schaffe es ĂŒber Wurzeln, Steine und kleine Stege ein StĂŒck weit, muss dann aber doch den Rest laufen. Abends im Camp treffen wir Sascha, mit ihm zusammen wollen wir den nĂ€chsten Tag die Varaita Maira fahren.

Da meine Susi ein ausgesprochener Morgenmuffel ist, muss Raphas Auto wieder den nötigen Saft fĂŒr den Anlasser liefern. Es war wohl doch der Spannungswandler vom Navi, der die Batterie leergesaugt hat. Wird demnĂ€chst an Plus ZĂŒndung angeschlossen. Bereits auf dem Weg zum Startpunkt der Varaita Maira geraten wir in einen heftigen Gewitterschauer. Wir stellen uns eine Weile unter ein Hausdach und schon bald wird es wieder heller. Wir trinken oben neben der Kirche noch einen Kaffee und dann geht es los. Die Schotterpiste fĂŒhrt in einigen Serperntinen den Berg weiter rauf. Die teilweise recht großen Steine sind noch sehr glitschig. Andreas’ GS wird an dieser Stelle von Sascha gefahren, damit er uns nicht schon verlassen muss.

Auf dem Kamm fahren wir durch grosse Wolkenfetzen und haben immer wieder schöne Ausblicke. Wir fahren noch bis zum Endpunkt auf den Colle Bicocca hoch und drehen dann um und fahren nach SĂŒden ins Tal bis Elva. Dort gibts Mittagspause in der Sonne, bevor wir ins Mairatal runterfahren. Von dort fahre ich mit Sascha ĂŒber Marmora und den Colle del Morti zurĂŒck. Damit bin ich dann auch das letze StĂŒck der Maira Stura gefahren, um den Kreis vollstĂ€ndig zu schliessen. Vom Colle Valcavera gehts wieder runter in die Ebene und es wir wieder angenehm warm. Morgen soll das Wetter wieder richtig gut werden, daher werden wir die LGKS bis zum Mittelmeer in Angriff nehmen. Mehr dazu im nĂ€chsten Artikel.

Maira Stura Infos

Die Maira-Stura-Kammstraße (MSKS), ein ehemaliges MilitĂ€rstrĂ€ĂŸchen, ist eher eine Höhen- als eine Kammstraße. Zwischen dem Colle Valcavera und dem Colle del Preit zieht sich die geschotterte Piste nahezu parallel zum sĂŒdwestlich gelegenen Valle Stura auf durchschnittlich 2400 m Höhe durch das Gebirge.
Die Strecke beginnt am Colle Valcavera, wo die MSKS von der schmalen asphaltierten Straße abzweigt, die von Demonte ĂŒber den Colle d’Esischie nach Marmora fĂŒhrt. Der Asphalt endet jedoch nur wenige Meter spĂ€ter und der Weg ĂŒber den Colle Bandia (km 2,1), den Colle Margherina (km 4,3) und den Colle Cologna (km 7,15) bis zum Colle del Preit (km 14,4) ist komplett geschottert, aber gut zu fahren. Zwischen Colle del Preit und Marmora ist die Straße zwar schmal, aber asphaltiert und in sehr gutem Zustand.
Bei km 1,8 zweigt nach N ein grob geschotterter Weg zum Colle Mulo bzw. zum Colle d’Ancoccia ab, am km 11,4 geht es nach NW weiter zum Passo della Gardetta, allerdings ist diese Strecke seit einiger Zeit gesperrt und in sehr schlechtem Zustand.
Etwas unterhalb des Colle del Preit gibt es eine bewirtschaftete HĂŒtte und eine Wasserstelle. Bei km 23,0 zweigt nach links die Straße zum Colle San Giovanni ab.

Nimmt man kurz vor dem Scheitel des Colle Valcavera den Abzweig nach NO, erreicht man ĂŒber den Colle dei Morti und den Colle Esischie ebenfalls Marmora. Diese Strecke ist zwar schmal und nicht randgesichert, aber komplett asphaltiert und in recht gutem Zustand.
Die asphaltierte SO-Rampe des Passes fĂŒhrt ĂŒber den Colle di Caccia hinunter ins Sturatal nach Demonte.

Der Colle Margherina liegt an der Maira-Stura-Kammstraße (MSKS) und ĂŒberquert die Wasserscheide zwischen Maira- und Stura-Tal. Nahe des Scheitels zweigt die schwierige Strecke ĂŒber den Colle Ancoccia ab, die den eindrucksvollen Rocca la Meja nordöstlich umrundet und am Colle Bandia wieder auf die MSKS trifft.
Die Fortsetzung der MSKS fĂŒhrt in Richtung Sturatal zum Colle Bandia bzw. Richtung Mairatal zum Colle Cologna.

Achtung: Die MSKS ist an den Wochenenden im Juli / August gesperrt!

Quelle: alpenrouten.de

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